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Israel: Infektionszahlen trotz Impfkampagne auf Höchststand | BR24

© dpa

Covid-Impfung in Jerusalem

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    Israel: Infektionszahlen trotz Impfkampagne auf Höchststand

    Kurz vor den Wahlen in Israel steht Premier Netanjahu unter Druck: Die Infektionszahlen erreichen Rekordwerte - auch, weil viele streng Religiösen sich nicht an Vorschriften halten. Die ehrgeizige Impfkampagne läuft immerhin nach Plan.

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    Von
    • Tim Aßmann

    Es sind Spitzenwerte, im Positiven wie im Negativen. Einerseits schreitet Israels Impfkampagne weiterhin mit beeindruckendem Tempo voran. Mehr als 2,2 Millionen Israelis, knapp ein Viertel der Gesamtbevölkerung, haben bereits die erste von zwei Impfungen erhalten, über 400.000 von ihnen schon die zweite.

    Regierungschef Benjamin Netanjahu hat die Parlamentswahlen Mitte März weiter fest im Blick und bleibt bei seinem Versprechen, allen Israelis über 16 bis Ende März die Impfung zu ermöglichen.

    "Wir bekommen mehr Impfstoff. Ich hoffe, dass wir täglich 200.000 Menschen impfen können. So werden wir weitermachen um schrittweise zur Normalität zurückzukommen, mit dem grünen Ausweis für die Geimpften, und schließlich wieder Freiheit für die Wirtschaft und das öffentliche Leben." Benjamin Netanjahu

    Neu-Infektionen weiterhin hoch

    Dass davon aktuell keine Rede sein kann und das Land in einem strengen Lockdown bleibt, hat mit negativen Rekordwerten zu tun – mit den täglich bis zu 10.000 Corona-Neu-Infektionen im kleinen Israel mit seinen nur neun Millionen Einwohnern.

    Besonders betroffen ist erneut die Minderheit der streng-religiösen jüdischen Israelis. 30 Prozent der positiven Corona-Fälle in den vergangenen Wochen wurden in dieser Gruppe verzeichnet. Gleichzeitig ist die Impfbereitschaft bei den streng Religiösen und den arabischen Israelis geringer als im Durchschnitt der Gesamtbevölkerung. Das weiß auch Premier Netanjahu, der an die Impfbereitschaft aller appelliert.

    Wachsende Kritik an Sonderbehandlung der Orthodoxen

    Netanjahu steht unter innenpolitischem Druck weil seine Regierung den Verstößen gegen Corona-Auflagen durch die streng-religiösen sehr milde begegnet. Viele ultraorthodoxe Juden halten sich weder an die Maskenpflicht noch an die Abstandsregeln.

    Aktuell sind zahlreiche Religionsschulen geöffnet, obwohl das verboten ist. Auch dass Großhochzeiten untersagt sind, hielt die Ultraorthodoxen nicht davon ab, sie zu feiern – mit teils tausenden Teilnehmern.

    Teil der Impf-Vereinbarung: Datensätze für Pfizer

    Der Nachschub an Impfstoff ist unterdessen offenbar stabil. Moderna und Biontech/Pfizer liefern. Den Preis, den Israel pro Impfdosis zahlt, hat das Land nicht veröffentlicht.

    Pfizer bekommt Daten aus der israelischen Impfkampagne. Man stelle Pfizer anonymisierte Datensätze über die Impfkampagne und den Pandemieverlauf zur Verfügung, sagt Israels Gesundheitsminister. "Pfizer wird sehen können welche Auswirkungen das Impfen hat – auf die Verbreitung des Virus, die Möglichkeit das öffentliche Leben und die Wirtschaft zu öffnen, auf das soziale Leben und auch, ob es Nebenwirkungen gibt", so Israels Gesundheitsminister Yuli Edelstein.

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