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Israel: Pass für Geimpfte erlaubt wieder Freiheiten | BR24

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Theaterbesuche, Reisen und Hotel-Übernachtungen: In Israel soll das künftig für Geimpfte und Genesene möglich sein. Drei Millionen Menschen erhalten einen grünen Pass, der diese Erleichterungen gewährt. Für die übrigen Israelis gibt es Lockerungen.

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Israel: Pass für Geimpfte erlaubt wieder Freiheiten

Israel hat beim Impfen einen Sprint hingelegt. Nun gibt es seit kurzem erste Privilegien für Geimpfte. Wer einen Grünen Pass hat, kann beispielsweise wieder ins Schwimmbad oder Fitnessstudio gehen. Einkaufszentren sind wieder für alle geöffnet.

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Von
  • Tim Aßmann

Es klingt wie die Nachricht, auf die alle gewartet haben, aber es ist wohl Vorsicht angebracht. Nach der Meldung, dass der Biontech/Pfizer-Impfstoff, einer Studie aus Israel zufolge, auch zu 89 Prozent vor Übertragung auf andere schützt, verwiesen israelische Experten auf die Vorläufigkeit der entsprechenden Daten und warnten vor zu viel Optimismus. Zur Frage, ob Geimpfte Corona übertragen können, wisse man noch nicht genug, erklärte Israels nationaler Corona-Beauftragter in einem Radiointerview.

Kaum schwere Verläufe nach Impfung

Israelische Medien griffen die Studie zur Übertragbarkeit kaum auf und konzentrierten sich auf aktuelle Zahlen zur Wirksamkeit des Impfstoffes. Das in Israels Impfkampagne fast ausschließlich verwendete Biontech/Pfizer-Vakzin verhindert aktuellen Forschungsergebnissen zufolge zwei Wochen nach der zweiten Impfung schwere Krankheitsverläufe zu nahezu 99 Prozent. Fast 96 Prozent der Geimpften erkrankten nicht und wenn doch, kam es nur bei zwei Prozent von ihnen überhaupt zu Symptomen und nur bei einem Prozent zu Krankenhausaufenthalten, schweren Verläufen oder Tod.

Privilegien für Geimpfte

Die Daten des israelischen Gesundheitsministeriums bestätigen unterschiedliche Studien der Krankenkassen im Land, die dem Vakzin Wirksamkeiten zwischen 94 und 99 Prozent bescheinigten. Wer geimpft oder von einer Covid-19-Erkrankung genesen ist, kann nun bestimmte Privilegien nutzen, die Ungeimpfte nicht haben. Mit dem sogenannten Grünen Pass ist der Eintritt in Schwimmbäder, Gotteshäuser und Fitnessstudios möglich. Dieser Kunde eines Studios in Ramat Gan, vor den Toren von Tel Aviv, stemmt Gewichte und klingt dabei sehr glücklich.

"Es ist fantastisch. Ich habe das so vermisst. Jetzt wo es den Grünen Pass gibt: Geht los und lasst Euch impfen. Ihr werdet wieder großen Spass haben." Geimpfter Fitnessstudio-Gast

Netanjahu: "Geht impfen!"

"Geht impfen!" - diese Botschaft soll von der Einführung der Privilegien ausgehen. Israels Impfkampagne geriet zuletzt ins Stocken, weil die Impfbereitschaft vor allem bei jungen Israelis zu gering ist. Der Grüne Pass wird sie motivieren, hofft Regierungschef Benjamin Netanjahu. Er warb für das Zertifikat und bedauerte, dass man es nicht noch flächendeckender einsetzen kann.

"Im Handel können wir den Grünen Pass leider nicht einführen, denn es geht um unverzichtbare Leistungen bei Lebensmitteln und in Apotheken. In den Einkaufszentren sind auch Kliniken und Ärzte. Dort geht das nicht. Wir werden in Phasen vorgehen. Wer den Grünen Pass hat, kann nun Fitnessstudios genießen, bald wieder Kinos und Flüge. All das werdet ihr bekommen, aber wir machen es vorsichtig.“ Regierungschef Benjamin Netanjahu

Mehr Freiheiten mit Grünem Pass

Rund 3,2 Millionen der neun Millionen Israelis haben theoretisch Anspruch auf den Grünen Pass. Er kann mit einer App auf dem Smartphone vorgezeigt oder ausgedruckt und vorgelegt werden. Diese Chefin einer Kette von Fitnessstudios erklärt, wie es geht.

"Um rein zu dürfen, braucht man bei uns eine Bescheinigung, dass man geimpft oder genesen ist. Man muss in unserer App auch ein Foto hochladen. Das geht ans Studio, damit wir ein Gesicht zum Ausweis haben. Sobald alles bestätigt ist, wird der Chip zum Eingang frei geschaltet und das Studio zu einer grünen Insel der Sicherheit. Um einen herum sind nur Geimpfte oder Genesene.“ Chefin eines Fitnessstudios

Geschäfte auch für Nicht-Geimpfte offen

Zur Einführung des Grünen Passes stürzte die Internetseite, auf der er heruntergeladen werden kann, allerdings ab. Die Regierung erklärte, als Ersatz könnten auch normale Impfbescheinigungen vorgezeigt werden. Nach wochenlangem Lockdown durften überall im Land nun Geschäfte und Einkaufszentren wieder öffnen – und das auch für Ungeimpfte. Außerdem wurde die Öffnung der Schulen ausgeweitet, in einem nächsten Schritt soll die Öffnung der Gastronomie folgen – vorausgesetzt die zuletzt sinkenden Infektionszahlen steigen nicht wieder an.

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