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Islamexperte Mansour: Al-Kuds-Tag muss verboten werden | BR24

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Islamexperte Ahmad Mansour fordert ein Verbot des Al-Kuds-Tags

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Islamexperte Mansour: Al-Kuds-Tag muss verboten werden

Islamexperte Ahmad Mansour spricht sich für ein Verbot des Al-Kuds-Tags in Deutschland aus. Dieser sei ein Tag der Gewalt - unter den Teilnehmern seien nicht nur antisemitische, sondern auch gewaltbereite Menschen, die ihren Hass feiern wollten.

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Der Islam-Experte hat im Bayerischen Rundfunk (Bayern2 am Samstagvormittag) ein Verbot des israelfeindlichen Al-Kuds-Tags gefordert. Hinter der Kundgebung stünden auch Terrororganisationen wie die Hisbollah. Diese sei in anderen Ländern verboten, so Mansour.

"In Deutschland diskutiert man darüber, und in Berlin sind ihre Fahnen mitten auf dem Ku'Damm zu sehen."

Innenminister verurteilt anlässlich von Al-Kuds Antisemitismus

Auch der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat die Al-Kuds Demonstration verurteilt. "Es ist abscheulich, wenn auf Deutschlands Straßen für die Vernichtung Israels demonstriert wird", sagte der Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). Antisemitismus habe in Deutschland absolut nichts zu suchen. Es spiele dabei keine Rolle, ob er von Rechtsextremisten oder von islamischen Antisemiten komme.

Herrmann: Verbot der Al-Kuds-Demonstration "leider nicht möglich"

Leider könne die Al-Kuds Demonstration nicht verboten werden, fügte Herrmann hinzu. Jedoch dürfe sich solches Gedankengut "nie wieder in Deutschland verbreiten". Zuvor hatte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier dazu aufgerufen, Antisemitismus in all seinen Formen zu bekämpfen. Dies sei Bürgerpflicht, sagte Steinmeier laut Bundespräsidialamt am Freitag in einem Telefonat mit dem Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster.

Kippa als Zeichen der Solidarität

Bereits Anfang der Woche hatte der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, dazu aufgerufen, am Samstag Kippa zu tragen, da am Al-Kuds-Tag in Berlin "wieder in unerträglicher Weise gegen Israel und gegen Juden gehetzt wird". Islamexperte Mansour hält dies für eine gute Idee. Doch reiche dies nicht aus: Antisemitismus habe heute viel mit dem Nahost-Konflikt zu tun.

Differenzierte Aufklärung über Nahost-Konflikt notwendig

Es komme darauf an, so der deutsch-israelische Psychologe und Islamexperte Mansour, Verschwörungstheorien aufzudecken, Schulen zu schaffen, die in der Lage seien, differenziert über den Nahost-Konflikt zu berichten und Gegen-Narrativen zu schaffen.

"Das ist eine Aufgabe, die viel mehr Zeit und Energie braucht, als eine Kippa zu tragen, was ich natürlich auch begrüße, das muss auch in Deutschland möglich sein." Ahmad Mansour

Al-Kuds-Marsch bietet antisemitischen Organisationen eine Bühne

Der Al-Kuds-Tag war 1979 vom iranischen Revolutionsführer Ayatollah Khomeini initiiert worden. Seitdem gibt es in der arabischen Welt jährlich Massenaufmärsche. Auch in Berlin nutzen islamistische Gruppierungen wie die Hisbollah den Tag für Demonstrationen, auf denen sie zur Zerstörung Israels aufrufen.