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Ischinger zum Fall Nawalny: "Nicht 'business as usual' machen" | BR24

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Der Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, fordert von der EU, Konsequenzen aus dem Fall des vergifteten Kreml-Kritikers Alexej Nawalny zu ziehen. Es müsse ein Spektrum möglicher Maßnahmen auf den Tisch.

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Ischinger zum Fall Nawalny: "Nicht 'business as usual' machen"

Der Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, fordert von der EU, Konsequenzen aus dem Fall des vergifteten Kreml-Kritikers Alexej Nawalny zu ziehen. Es müsse ein Spektrum möglicher Maßnahmen auf den Tisch.

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Von
  • Kerstin Grundmann

Im Interview mit der Bayern 2-radioWelt sagte Wolfgang Ischinger in Hinblick auf den Fall des vergifteten Kreml-Kritikers Nawalny:

Ich glaube, wir können jetzt nicht 'business as usual' machen. Es muss das ganze Spektrum möglicher Maßnahmen hier auf den Tisch. Ein erster Schritt könnte sein, dass man die Botschafter der Europäischen Union zur Berichterstatung nach Hause beordert.

Ischinger: "Wirtschaftliche Projekte auf den Tisch"

Der Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz erklärte: "Das ist ein üblicher Schritt, um Missbilligung auszudrücken. Aber ich denke, dabei allein darf es nicht bleiben, sondern es müssen auch wirtschaftliche Projekte auf den Tisch."

Mit Blick auf Nordstream II sagte er aber:

"Das ist ein schwieriger Punkt. Weil wir uns, wenn wir diese Pipeline nicht zu Ende bauen, natürlich sozusagen auch ins eigene Knie schießen würden. [...]. Ich würde das nicht leichthin zur Disposition stellen, aber wenn die Bundesregierung von ihren Partnern eine klare, gemeinsame Antwort erwartet, dann kann man das nicht machen, ohne auch das Thema Nordstream II mit in die Diskussion zu bringen." Wolfgang Ischinger, Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz

Ischinger glaubt nicht an Aufklärungswillen Moskaus

Der Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz glaubt nicht an den Aufklärungswillen Moskaus in dem Fall: "Man [die Bundesregierung] strebt eine gemeinsame Linie an. Ich glaube, das ist das einzige, was dann auch in Moskau Eindruck machen würde. Denn die Hoffnung oder Erwartung [...], dass die russische Regierung tatsächlich aktiv an der Aufklärung dieses Falls mitwirkt, sollte man nicht allzu hoch hängen."

Am Abend hatte Kanzlerin Merkel bereits von Nawalny als "Opfer eines Verbrechens" gesprochen. Der russische Regierungskritiker wird derzeit in Berlin im Krankenhaus behandelt.

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