BR24 Logo
BR24 Logo
BR24

Iranischer Blogger hingerichtet: Bundesregierung entsetzt | BR24

© picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Ali Shirband

Der Journalist und Regierungskritiker Ruhollah Sam wurde im Juni 2020 zum Tode verurteilt

9
Per Mail sharen

    Iranischer Blogger hingerichtet: Bundesregierung entsetzt

    Die deutsche Bundesregierung übt scharfe Kritik an der Hinrichtung des iranischen Journalisten und Regierungskritikers Ruhollah Sam. Auch Frankreich und die EU äußern sich empört.

    9
    Per Mail sharen
    Von
    • BR24 Redaktion

    Die Bundesregierung hat die Hinrichtung des iranischen Journalisten und Regierungskritikers Ruhollah Sam scharf verurteilt. "Wir sind schockiert über die Umstände, unter denen die Verurteilung erfolgt ist, besonders die vorausgehende Verschleppung aus dem Ausland", erklärte ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin. Das Mitgefühl gelte allen Angehörigen und Freunden.

    Sam war im Juni in Teheran zum Tode verurteilt worden. Dem 47-Jährigen wurde vorgeworfen, mit seiner Webseite "AmadNews" Propaganda gegen die iranische Führung betrieben und Menschen zu teilweise gewaltsamen Protesten angestiftet zu haben. Der Blogger wurde Medienberichten zufolge von iranischen Sicherheitskräften ins Nachbarland Irak gelockt, im Herbst vergangenen Jahres dort festgenommen und in den Iran gebracht.

    Bundesregierung lehnt Todesstrafe unter allen Umständen ab

    Der Außenamtssprecher erklärte, die Bundesregierung lehne die Todesstrafe als eine grausame und unmenschliche Form der Bestrafung unter allen Umständen ab. "Wir fordern Iran dazu auf, das Recht auf freie Meinungsäußerung seiner Bürgerinnen und Bürger zu respektieren, alle politischen Gefangenen freizulassen und weitere Todesstrafen weder zu verhängen noch zu vollstrecken."

    Frankreich: "Schwerer Angriff auf Rede- und Pressefreiheit"

    Auch ein Sprecher des französischen Außenministeriums äußerte sich empört und verurteilte die Hinrichtung mit größter Entschiedenheit als "schweren Angriff auf die Rede- und Pressefreiheit". Sie sei ein "barbarischer und inakzeptabler Akt".

    EU verurteilt Hinrichtung "aufs Schärfste"

    Die Hinrichtung von Ruhollah Sam hat auch in der EU für Empörung gesorgt. Die Europäische Union verurteile den Vollzug der Todesstrafe "auf das Schärfste", erklärte eine Sprecherin des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell. Die Todesstrafe sei unter allen Umständen abzulehnen. Außerdem müsse die iranische Regierung sicherstellen, dass Angeklagte einen fairen Prozess erhalten.

    Mit Material von dpa und afp

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!