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Iran will sich nicht mehr an Atomdeal halten | BR24

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Der Iran sieht sich dem Wiener Atomabkommen von 2015 künftig nicht mehr verpflichtet. Das wurde im iranischen Staatsfernsehen bekannt gegeben. Damit werde der Iran nun sein Atomprogramm unbegrenzt weiterführen und auch Uran unlimitiert anreichern.

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Iran will sich nicht mehr an Atomdeal halten

Der Iran sieht sich dem Wiener Atomabkommen von 2015 künftig nicht mehr verpflichtet. Das wurde im iranischen Staatsfernsehen bekannt gegeben. Damit werde der Iran nun sein Atomprogramm unbegrenzt weiterführen und auch Uran unlimitiert anreichern.

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Der Iran distanziert sich weiter vom Atomabkommen. Ein Regierungssprecher sagte dem Staatsfernsehen, dass sich Teheran nicht mehr an die in der Vereinbarung festgelegten Grenzen bei der Uran-Anreicherung halten wolle. Die Uran-Anreicherung solle künftig nach technischen Notwendigkeiten ausgerichtet werden. Der Iran wolle jedoch seine Kooperation mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) fortsetzen.

Die Regierung könne die Maßnahme zurücknehmen, wenn Washington die Sanktionen gegen den Iran einstelle. Der Iran schraubt seit einiger Zeit seine Verpflichtungen aus dem 2015 geschlossenen Atomabkommen schrittweise zurück. Er begründet dies mit dem einseitigen Ausstieg der USA aus der Vereinbarung und der Wiedereinsetzung amerikanischer Wirtschaftssanktionen.

Iran bestellt deutschen Geschäftsträger in Teheran ein

Indes gibt es auch diplomatische Spannung zwischen dem Iran und Deutschland. Aus Protest gegen Äußerungen deutscher Politiker im Zusammenhang mit der Tötung des iranischen Generals Ghassem Soleimani hat das iranische Außenministerium am Sonntag den Geschäftsträger der deutschen Botschaft in Teheran einbestellt. Als Gründe nannte das Außenministerium nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna "unwahre, unangemessene und destruktive Äußerungen einiger deutscher Offizieller" zum Tod Soleimanis sowie deren Unterstützung für den "terroristischen Angriff" der USA.

Diese Kritik sei dem deutschen Diplomaten übermittelt worden. Soleimani sei nicht nur im Iran, sondern in der ganzen Region wegen seines Kampfes gegen die Terrormiliz Islamischer Staat respektiert gewesen, hieß es weiter. Daher seien "einseitige Äußerungen" deutscher Politiker in diesem Zusammenhang inakzeptabel. Sie stünden nicht im Einklang mit den bisherigen Beziehungen beider Länder und den Bemühungen für Frieden und Sicherheit in der Region.

Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es dazu lediglich: "Der deutsche Geschäftsträger im Iran war heute zu einem Gespräch im iranischen Außenministerium."

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Die Angst vor einer Eskalation im Nahen Osten ist groß. Nach der Tötung des iranischen Generals Suleimani auf irakischem Boden. Das Parlament in Bagdad hat den Abzug der US Truppen gefordert. Im Iran versammelten sich Hunderttausende zu Trauerzügen.