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Intensivmedizinerin Knochel zu deutschen Triage-Empfehlungen | BR24

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Es ist eine der schwersten Entscheidungen, die Ärzte treffen müssen: Wer darf überleben - und wer nicht. Intensivmedizinzerin und Oberärztin Dr. Kathrin Knochel erklärt, wie bei der sogenannten "Triage" medizinische Ressourcen verteilt werden.

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Intensivmedizinerin Knochel zu deutschen Triage-Empfehlungen

Es ist eine der schwersten Entscheidungen, die Ärzte treffen müssen: Wer darf überleben - und wer nicht. Intensivmedizinzerin und Oberärztin Dr. Kathrin Knochel erklärt, wie bei der sogenannten "Triage" medizinische Ressourcen verteilt werden.

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Die Intensivmedizinerin und Mitautorin der Triage-Empfehlungen, Dr. med Kathrin Knochel, weist in der Diskussion über mögliche Triage-Entscheidungen auf das Pflichtbewusstsein der Ärzte hin. Im Interview mit der Bayern 2-radioWelt sagte Knochel:

Die ärztliche Verantwortung ist natürlich auch an der Stelle gefragt. Und das ist nun eine Situation, auf die wir so nicht vorbereitet sind - die Situation, wirklich keine Ressourcen zu haben, da kommen wir nur ganz selten in Deutschland hin.

Für Knochel ist es deshalb "besonders wichtig", mit Hilfe der Triage-Empfehlungen der Fachverbände gewappnet zu sein, "um uns vorbereiten zu können".

Den Ernstfall möglichst vermeiden

Die Intensivmedizinerin betonte: "Es ist ja so, dass wir alles dafür tun, damit diese wirklich schlimme Situation gar nicht erst eintritt.“ Anders als bei anderen Naturkatastrophen kommt eine Pandemie nicht auf einen Schlag, sodass sich die Ärzte auf die Situation vorbereiten können. Das mache es ein bisschen einfacher, so Knochel, weil dann auch die Abläufe trainiert werden können.

Zu den Priorisierungen im Fall der Triage-Fälle sagte die Ärztin:

Da ist es so, dass wir diese in den Empfehlungen zusammengefasst haben, dass dieses Kriterium der klinischen Erfolgsaussicht die Orientierung geben soll. Und die Einschätzung dazu, die müssen wir für jeden Patienten ganz, ganz sorgfältig treffen.

Die Oberärztin für klinische Ethik am Klinikum rechts der Isar verwies dabei unter anderem auf das Mehraugen-Prinzip und einen strukturierten Ablauf und machte klar: "Die Entscheidungen werden abgewogen zwischen allen Patienten und den gerade noch zur Verfügung stehenden Ressourcen, die da sind.“ In der Abwägung sei es wichtig, dass es da um alle Patienten gehe, die einen Bedarf an Intensivtherapie hätten.

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