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Ingmar Hoerr - Pionier der Forschung an mRNA-Impfstoffen | BR24

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Bildrechte: Curevac / dpa-Bildfunk

Ingmar Hoerr ist Mitbegründer des Unternehmens CureVac. Er gilt als Pionier der Forschung an mRNA-Impfstoffen, die auch gegen das Coronavirus zum Einsatz kommen sollen. Er schaut auf 2020 zurück: Eine Hirnblutung hatte ihm im März zugesetzt.

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Ingmar Hoerr - Pionier der Forschung an mRNA-Impfstoffen

Ingmar Hoerr ist Mitbegründer von CureVac, einem Unternehmen, das schon länger an mRNA-Impfstoffen forscht, wie sie auch gegen das Coronavirus zum Einsatz kommen sollen. Mit solchen Impfstoffen lasse sich gut auf Virusmutation reagieren, betont er.

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Von
  • Tilman Seiler
  • Babette Bauer

Während derzeit schon das Vakzin der Firma Biontech in Europa verimpft wird, stehen andere Impfstoffe kurz vor der Zulassung oder werden noch getestet. Einen vielversprechenden mRNA-Impfstoff-Kandidaten entwickelt das Tübinger Unternehmen CureVac, das der Bund mit bis zu 252 Millionen Euro unterstützt. CureVac-Haupteigner und SAP-Mitgründer Dietmar Hopp rechnet mit einer Zulassung seines Vakzins im Frühjahr oder Sommer 2021, in eingeschränkter Form möglicherweise aber auch schon früher. CureVac hat im Dezember mit der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie mit rund 36.000 Teilnehmern begonnen.

CureVac wurde vor 20 Jahren vom Biologen Ingmar Hoerr mitgegründet. Im Bayern 2-Interview hat er erklärt, warum er in Mutationen des Coronavirus keine größeren Probleme für Impfstoffe auf Basis der RNA-Technologie sieht. Man könne "den Impfstoff sofort umbauen und eine andere Sequenz nehmen und anpassen", betonte er.

Der Impfstoff soll laut CureVac bei einer Lagerung mit einer Kühlschranktemperatur von 5 Grad Celsius mindestens drei Monate lang stabil bleiben. Andere Impfstoffe benötigen Lagertemperaturen von -80 Grad.

Dass Biontech und Pfizer jetzt schneller als CureVac mit ihrem RNA-Impfstoff auf dem Markt gegangen seien, ärgere ihn nicht, so Hoerr.

"Ich finde es ganz gut, dass wir eine Palette haben: Impfstoffe, die jetzt sehr schnell erhältlich sind, die vor allem für die westliche Welt interessant sind, die sich diese Super-Kühlketten auch leisten können. Und dass wir dann mit Impfstoffen rauskommen, die dann ganz einfach im Kühlschrank gelagert werden können, für die restliche Welt." Ingmar Hoerr

Hand in Hand arbeiten

Mit Blick auf mögliche Lizenz-Vergaben sagte Hoerr: "Ich sehe auch, dass die Pandemie so etwas Ähnliches wie die Pest ist. Das ist das gleiche Ausmaß, und dass wir da natürlich Hand in Hand arbeiten müssen." Eine gemeinsame RNA-Konferenz sei nun dafür da, sich auch technologisch auszutauschen, so Hoerr.

"Natürlich tut man sich schwer, internes Know-How freizugeben. Ich denke, es ist wahrscheinlich überhaupt nicht notwendig, weil wir auch die Kapazitäten hinbekommen, den Weltmarkt zu bedienen, also die drei Firmen, die jetzt maßgeblich vorne dran sind. Ich würde eher Richtung Lizenzen gehen, wenn wir das nicht schaffen sollten aus irgendeinem Grund." Ingmar Hoerr

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