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Infektiologe: "Hoffe, nächste Woche ist es nicht zu spät" | BR24

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Der Regensburger Infektiologe Bernd Salzberger hat im Interview mit BR24 für härtere Corona-Maßnahmen geworben. Kontaktbeschränkungen seien dabei das Wichtigste.

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Infektiologe: "Hoffe, nächste Woche ist es nicht zu spät"

Der Infektiologe Bernd Salzberger hält den Lockdown Light nicht für eine "echte Bremse". Von der Ministerpräsidentenkonferenz habe er sich deutlich schärfere Regelungen gewünscht. Die Zielvorgabe - eine Inzidenz unter 50 - sei eine "schöne Utopie".

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Der Infektiologe Bernd Salzberger vom Universitätsklinikum Regensburg hätte sich eine deutliche Verschärfung der Corona-Maßnahmen gewünscht. Das sagte er im Anschluss an die Ministerpräsidentenkonferenz zur Corona-Pandemie im Interview mit BR24.

Lockdown Light: keine "echte Bremse"

"Ich glaube, es wäre richtiger gewesen, jetzt schon konsequent zu handeln", sagte Salzberger. "Ich hoffe, nächste Woche ist es nicht zu spät." Der "Lockdown light" habe bislang "leider nur den Fuß vom Gas" genommen, eine "echte Bremse" sei das nicht.

Die Stoßrichtung der Bundesregierung, die Kontakte weiter zu beschränken, hält Salzberger aber für richtig. Das sei aus seiner Sicht bei der Bekämpfung der Pandemie das wichtigste.

Salzberger: Inzidenz unter 50 eine "schöne Utopie"

Sollte die 7-Tage-Inzidenz bis zur Ministerpräsidentenkonferenz nächste Woche nicht spürbar sinken, müsse rasch ein stärkerer Lockdown kommen, forderte Salzberger. Eine Inzidenz unter 50, wie von der Regierung angestrebt, hält er in dieser Zeit aber nach eigener Aussage für eine "schöne Utopie".

Die Schulen spielen Salzbergers Einschätzung nach schon eine Rolle im Infektionsgeschehen, bisher habe er aber den Eindruck, dass das gemanagt werden könne. Ab einer gewissen Größenordnung sei das allerdings auch nicht mehr möglich, betonte der Infektiologe.

"Gruppennachlässigkeit" im Sommer als Ursache für zweite Welle

Die zweite Welle führte Salzberger auf eine "Gruppennachlässigkeit" im Sommer zurück. Vor allem gegen Ende habe das zu einer erneut hohen Verbreitung des Coronavirus geführt, wie man unter anderem an den Reiseländern Italien und Spanien sehe.

Wirksamkeit von Moderna-Impfstoff "eine extrem gute Nachricht"

Begeistert zeigte sich Salzberger über die Meldungen, dass der US-Pharmakonzern Moderna als zweites Unternehmen nach Biontech aus Deutschland positive Daten zu einem Corona-Impfstoff vorgelegt hat. Diese hätten eine Wirksamkeit von 94,5 Prozent angezeigt (Biontech: 90 Prozent plus). Das sei "eine extrem gute Nachricht", so Salzberger. Das bestätigte die Wirksamkeit aus der ersten Studie, da beide Unternehmen einen ähnlichen Impfstoff entwickelt hätten. Zudem bedeuteten die Fortschritte gleich zweier Unternehmen, dass "wir schneller mehr Impfdosen haben werden."

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