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Bildrechte: dpa-Bildfunk // Thorsten Weber/Bundeswehr

Walter Lindner, der deutsche Botschafter in Neu-Delhi, hat eindringlich um weitere Hilfe für die Covid-Erkrankten in Indien gebeten. Die Situation sei "jenseits von herzzerreißend", sagte er im Interview mit Bayern 2.

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Deutscher Botschafter schildert dramatische Coronalage in Indien

Walter Lindner, der deutsche Botschafter in Neu Delhi, hat eindringlich um weitere Hilfe für Covid-Erkrankten in Indien gebeten. Die Situation sei "jenseits von herzzerreißend", sagte er im Interview mit Bayern 2. Nun wird Hilfsmaterial eingeflogen.

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Von
  • Uwe Pagels
  • Katharina Hübel

Indien erlebt derzeit eine heftige zweite Corona-Welle. Das Gesundheitssystem ist völlig überlastet. Immer wieder gibt es Berichte über Todesfälle wegen mangelnden Sauerstoffs in Kliniken. Seit Beginn der Corona-Pandemie hat Indien mehr als 20 Millionen Infektionen registriert. Das Gesundheitsministerium meldete mehr als 357.000 neue Fälle binnen eines Tages.

Erste Hilfslieferungen angekommen

Deutschland und andere Staaten haben inzwischen Nothilfe in das Land geschickt. Am Wochenende ist ein Flugzeug der Bundeswehr mit Corona-Hilfsmaterial in Indien gelandet.

Botschafter Lindner: Hilfe dringend nötig

Walter Lindner, der deutsche Botschafter in Neu Delhi, hat sich Interview mit der radioWelt auf Bayern 2 um weitere Hilfe für die Covid-Erkrankten in Indien eingesetzt. "Ich würde so leicht keinen so dringenden Appell richten. In dem Fall ist es aber so, dass es dringend nötig ist, dass geholfen wird", sagte er.

Zu wenig Betten, zu wenig Sauerstoff

Angesichts der vielen Corona-Erkrankten im Land sprach er von Dramen: "Das sind herzzerreißende Szenen und grausame Szenen, die möchte sich keiner wirklich vor Augen führen." Ein Problem seien nicht nur zu wenige Krankenhausbetten, sondern auch die fehlende Sauerstoffversorgung, betonte Lindner. "Das alles geht nicht über Nacht zu reparieren, da müssen Sie viel Hilfe reinbringen."

Der Botschafter berichtet von einem Gesundheitssystem, das nicht mehr funktioniert, weil Gesundheitsangestellte und Mediziner selbst mit dem Virus befallen sind. Er schildert die Situation am Beispiel eines schweren Covid-Falles:

"Dann packen Sie die schwerkranke Person in ein Auto rein und fahren bei 40 Grad, die es hier gibt, zum ersten Krankenhaus. Dann erwischen Sie große Schlangen von Menschen, die warten schon. Sie bekommen die Auskunft: Kein Bett ist mehr frei, dann fahren Sie zum nächsten und wieder zum nächsten. Und unterwegs geht ihm (Anm.: dem Patienten) der Atem aus und dann stirbt er im Auto. Solche Fälle gibt es eine ganze Menge."

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