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In Zeiten von Corona: EU kämpft gegen Fake News | BR24

© picture alliance/Geisler-Fotopress

Mit einer eigenen Kampagnen, Informationen auf der Website und europäischer Zusammenarbeit kämpft die EU gegen Fake News in Zeiten von Corona.

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    In Zeiten von Corona: EU kämpft gegen Fake News

    Falsche Informationen über COVID-19 haben Hochkonjunktur. Auch die europäischen Institutionen kämpfen dagegen an. Eigene Kampagnen, Informationen auf der Website und Zusammenarbeit auf europäischer Ebene sollen aufklären.

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    "Fake News" und Desinformation zielen darauf ab, Menschen in die Irre zu führen. Sie breiten sich "schneller aus als das Virus selbst", stellte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fest und warnte vor einer massiven "Infodemie". Vor allem sozialen Medien helfen dabei, unwahre Geschichten einfacher, breit und schnell zu streuen. Dabei spielen Emotionen häufig eine Rolle, um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken und Klicks zu generieren.

    Laut Informationen des Thinktanks des Europäischen Parlaments werden sechs von zehn Nachrichten von den Nutzern nicht einmal gelesen, bevor diese sie teilen. "Etwa 85 % der Europäer sind der Ansicht, dass Fake News ein Problem in ihrem eigenen Land sind, und 83 % sehen darin ein Problem für die Demokratie insgesamt", heißt es in dem Bericht.

    Sonderbericht zu COVID-19

    In einem Sonderbericht zu COVID-19, der vom Europäischen Auswärtigen Dienst (EAD) erstellt wurde, heißt es: "Die koordinierte Verbreitung von Desinformation ziele innerhalb und außerhalb der EU darauf ab, gefährdete Minderheiten als Ursache für die Pandemie zu benennen und Misstrauen gegen die Fähigkeiten demokratischer Institutionen zu säen."

    Der EAD arbeitet eng mit der Europäischen Kommission und den EU-Mitgliedstaaten zusammen. Die Ergebnisse werden regelmäßig auf der Homepage EUvsDisinfo.eu und in verschiedenen sozialen Medien veröffentlicht. Die Erkenntnisse werden in Echtzeit an die EU-Institutionen und die EU-Mitgliedstaaten weitergegeben, unter anderem über das "Schnellwarnsystem für Desinformationen".

    Beispiele von Desinformationen

    Beispiele in dem Bericht unterstreichen die Vielzahl von "Fake News" und Desinformationskampagnen. Darin heißt es: "Das Virus wurde von Menschenhand geschaffen" oder "absichtlich verbreitet". Auf Facebook und Twitter hält sich entgegen den offiziellen Leitlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Behauptung, "Händewaschen hilft nicht". Dies deute, laut Bericht, darauf hin, dass "Online-Plattformen nach wie vor Falschinformationen und Verschwörungstheorien über COVID-19 zu Geld machen."

    Auf dem westlichen Balkan florieren Verschwörungstheorien. Demnach sei das Virus eine US-amerikanische Biowaffe oder ein Vorwand für eine ausländische Invasion. Die COVID-19-Krise wird mit der vorhandenen Darstellung verknüpft, die EU kehre dem westlichen Balkan "den Rücken zu".

    Schwierige Zusammenarbeit mit Social Media Plattformen

    Das Aufdecken von Falschmeldungen gestaltet sich schwierig. Sind diese durch staatliche Akteure gesteuert ("quelloffene Aktivitäten"), so ist es laut EAD leichter. Es sei aber nahezu unmöglich, ohne Transparenz und eine engere Zusammenarbeit mit den Online-Plattformen, verdeckte Operationen zu erkennen und zuzuordnen.

    Daher hat die Europäische Kommission versucht, diese Plattformen stärker zur Rechenschaft zu ziehen. Auch wenn sich Facebook, Twitter und Co. nun in einem Kodex verpflichtet haben, Desinformation zu bekämpfen, beruht dies doch auf dem Prinzip der Freiwilligkeit.

    EU-Websites sollen aufklären

    Auf der offiziellen Website der Europäischen Kommission zur "Bekämpfung von Desinformation" wird versucht aufzuklären, was wahr und was falsch ist. Beispiel: "5G ist nicht die Ursache für COVID-19. 5G ist der neue Mobilfunkstandard, der mit nicht-ionisierender Strahlung arbeitet. Der Ausbruch des Coronavirus in der chinesischen Stadt Wuhan steht in keinem Zusammenhang mit 5G. Die Pandemie dürfte vielmehr auf einem Fischgroßmarkt ihren Ausgang genommen haben."

    Zudem warnt die Kommission vor Händlern, die in ihrer Werbung oder in ihren Angeboten Formulierungen oder Bilder verwenden, die nahelegen, dass ihr Produkt eine COVID-19-Infektion verhindert oder heilt.

    Aufpassen solle man auch bei selbsternannten Ärzte, Gesundheitsexperten, Fachleuten oder anderen inoffiziellen Quellen, die behaupten, ein bestimmtes Produkt schütze vor einer Infektion mit dem neuartigen Virus oder helfe dagegen.

    Thinktank des Europäischen Parlaments

    Auch der Thinktank des Europäischen Parlaments gibt Empfehlungen, wie man sich vor Fake News und Desinformation schützen kann. Beispielsweise sollte eine einfache erste Prüfung darin bestehen, im Internet zu schauen, ob mehr als eine zuverlässige Quelle über das Thema berichtet.

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