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Impfstart bei Hausärzten: "Unbürokratischer und ortsnäher" | BR24

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Ein Schild mit der Aufschrift „Bitte nach der Impfung hier 15 Minuten Platz nehmen“ steht zum Start der Corona-Impfungen in Hausarztpraxen.

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    Impfstart bei Hausärzten: "Unbürokratischer und ortsnäher"

    35.000 der etwa 50.000 deutschen Hausarztpraxen sollen nach Ostern die Impfzentren im Kampf gegen das Coronavirus entlasten. Die Politik erhofft sich davon, dass die Impfkampagne weniger ruckelig wird.

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    Von
    • Barbara Kostolnik

    Pfleger und Pflegerinnen, Kassierer und Kassiererinnen, LKW-Fahrer und Fahrerinnen - systemrelevante Gruppen in Pandemie Zeiten, neu entdeckt. Zu den Berufsgruppen, die in Corona-Zeiten Lob und Preis erfahren, gehören nun auch die im Ärztekosmos immer ein wenig belächelten Hausärzte: "Hausärzten kann man vertrauen, sie wissen, wer besonders schützenswert ist", schwärmt der bayerische Ministerpräsident Markus Söder.

    Er vertraut den Hausärztinnen und den Hausärzten so sehr, dass er ihnen schon ab 1. April die Impfung gegen Covid-19 überantwortet hat. Der Rest der Republik folgt später, aber auch der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann singt das Loblied auf die Ärzte, denen alle vertrauen: "Ich freue mich wirklich darüber, dass die Hausarztpraxen zunehmend stark in das Impfgeschehen eingreifen, es ist unbürokratischer, es ist ortsnäher. Ich bin sicher, dass die Hausärzte eine Menge wegimpfen werden."

    Zu Beginn nur wenige Dosen

    Es ist eine Menge, die wachsen soll, denn zunächst bekommen die Hausärzte, das hat der Impfgipfel von Bund und Ländern verfügt, in ihren Arztpraxen viel weniger Impfstoff als die Impfzentren: eine Million Dosen in der ersten Woche. Die Folge: Zu Beginn gibt es etwa 20 Impfdosen pro Arztpraxis pro Woche.

    "Natürlich können die Arztpraxen sehr viel mehr als 20 Dosen pro Arztpraxis pro Woche verimpfen, dazu sind sie auch bereit", sagt Kanzlerin Angela Merkel. "Ich denke, dass es der Schnelligkeit und auch der Erreichbarkeit von Personen, die in besonderer Notlage sind, dient, wenn wir die Arztpraxen jetzt mit einbeziehen."

    Priorisierung bleibt

    Auch in Arztpraxen gilt die Priorisierung nach der Corona-Impfverordnung als Grundlage. Allerdings, und hier kommt wieder das Vertrauen ins Spiel: Die Ärzte kennen ihre Patientinnen und Patienten besser und wissen, wen sie vorrangig impfen sollen und können - zum Beispiel chronisch Kranke oder wenig mobile Patienten.

    "Wir entscheiden zusammen mit den Patienten: Was ist das beste für dich? Und was machen wir", erklärt der Vorsitzende des Hausärzteverbandes, Ulrich Weigelt. Das bezieht sich auch auf den Impfstoff: AstraZeneca oder BioNTech, auch das klären Hausärzte im Gespräch, wobei für die Praxen laut Weigelt zunächst für die ersten beiden Wochen nur BioNTech bestellt wurde.

    Anfangs nur BioNTech-Impfstoff

    "Es ist einfach so, dass BioNTech mehr Impfstoff geliefert hat und damit auch die Belieferung der Praxen gesichert ist", erkläre Weigelt. Es gebe keinen inhaltlichen Grund. "Wir würden auch Astra oder Moderna verimpfen, wenn das geht." Die Patientinnen und Patienten, die in den Arztpraxen geimpft werden sollen, sind jedenfalls schon einbestellt.

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