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Gesundheitsminister Jens Spahn betonte, dass es zwar bei dem AstraZeneca-Impfstoff zu wenige Daten in der Altersgruppe ü-65 gäbe, das Vakzin aber grundsätzlich vor Covid-19 schütze, sonst wäre es nicht zugelassen.

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Impfkommission empfiehlt AstraZeneca nur für unter 65-Jährige

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt den Covid-19-Impfstoff von AstraZeneca nicht für über 65-Jährige. Für andere Gruppen sei das Vakzin aber gleichermaßen geeignet wie die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna.

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  • BR24 Redaktion

Zur Beurteilung der Impfeffektivität ab 65 Jahren lägen aktuell keine ausreichenden Daten vor, so die Ständige Impfkommission (Stiko) am Robert-Koch-Institut. Deshalb werde der Impfstoff derzeit nur für Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren empfohlen.

Mit den beiden bereits zugelassenen Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna werden ältere Menschen, die bei einer Corona-Infektion besonders gefährdet sind, bereits in Deutschland geimpft. Für sie wurde keine Altersobergrenze genannt. Der Biontech/Pfizer-Impfstoff hatte in der Europäischen Union eine bedingte Marktzulassung ab 16 Jahren erhalten, der von Moderna ab 18 Jahren.

EU-Zulassung von des AstraZeneca-Impfstoffs für Freitag erwartet

AstraZeneca hat für sein Präparat noch keine Zulassung in der EU. Die Genehmigung wird am Freitag erwartet. Großbritannien hatte den AstraZeneca-Impfstoff als weltweit erstes Land Ende Dezember zugelassen. Dort werden damit auch ältere Menschen geimpft.

Die britische Impfstrategie

Großbritannien konzentriert sich bei seiner Impfkampagne bisher auf ältere Menschen und Beschäftigte im Gesundheitswesen. Die Hauptstudie von AstraZeneca in Großbritannien begann mit Tests an Erwachsenen, die nicht älter als 55 Jahre waren und konzentrierte sich zunächst auf medizinische und soziale Fachkräfte. Ältere Probanden wurden erst später in die Studie aufgenommen, so dass Daten zu Infektionen bei diesen erst später erfasst werden konnten.

Wissenschaftler der Universität Oxford, die den Impfstoff zusammen mit AstraZeneca entwickelt haben, hatten in einem Artikel in der renommierten Fachzeitschrift "The Lancet" Anfang Dezember erklärt, dass die Wirksamkeitsdaten basierend auf Infektionen bei älteren Menschen immer noch begrenzt seien. Der Pharmakonzern und die Universität Oxford hatten aber diese Woche betont, dass eine Blutanalyse älterer Studienteilnehmer gezeigt habe, dass der Impfstoff eine starke Immunantwort hervorrufe.

Streit um AstraZeneca-Liefermengen für die EU

Um das Vakzin ist unterdessen ein Streit zwischen der EU und AstraZeneca entbrannt, nachdem der Konzern Ende vergangener Woche einräumen musste, wegen Produktionsengpässen in einem Werk in Belgien die zugesagte Liefermenge bis Ende März nicht einhalten zu können. EU-Angaben zufolge wird die Zahl der Impfdosen dadurch im ersten Quartal mit 31 Millionen Stück rund 60 Prozent niedriger ausfallen als geplant. Die EU hatte sich im vergangenen August bis zu 400 Millionen Dosen des Mittels gesichert.

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