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Ab übernächster Woche sollen in Deutschland auch Impftermine für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren vergeben werden.

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Impfangebot für Jüngere ab 7. Juni möglich

Bund und Länder haben über die weitere Impfstrategie beraten. Bis zum Ende des Sommers soll jeder und jede ein Impfangebot bekommen – auch 12- bis 16-Jährige. Voraussetzung ist allerdings, dass für sie ein Impfstoff zugelassen wird.

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  • BR24 Redaktion

Ab übernächster Woche sollen in Deutschland auch Impftermine für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren vergeben werden. Das kündigte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach gemeinsamen Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer an.

Impfangebot für Jüngere ab 7. Juni möglich

Am 7. Juni soll die Impfpriorisierung bundesweit aufgehoben werden. Dann, so Merkel, können bei niedergelassenen Ärzten und Ärztinnen sowie in Impfzentren auch Termine für die jüngeren Altersgruppen vergeben werden. Merkel betonte erneut das Ziel, dass bis zum Ende des Sommers jedem und jeder Deutschen ein Impfangebot gemacht werden kann, einschließlich der 12- bis 16-Jährigen.

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Bund und Länder haben über die weitere Impfstrategie beraten. Bis zum Ende des Sommers soll jeder und jede ein Impfangebot bekommen - auch Zwölf- bis 16-Jährige. Voraussetzung ist allerdings, dass für sie ein Impfstoff zugelassen wird.

In den letzten Wochen sei der Eindruck entstanden, "dass es eine eigene Impfkampagne für Kinder und Jugendliche geben wird", sagte Berlins regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD), "aber das ist nicht der Fall. Das muss man ganz klar sagen". Es werde ein Angebot für Kinder und Jugendliche geben, aber klar sei auch: "Wir haben dafür keine zusätzlichen Impfstoffe".

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Spätestens bis Ende August sollen alle Kinder ab 12 Jahren einen Impftermin angeboten bekommen, dass zumindest ist die Absicht des Bundesgesundheitsministers, so BR-Reporterin Birgit Schmeitzner.

EMA will morgen über Zulassung entscheiden

Noch ist in der EU kein Impfstoff für unter 16-Jährige zugelassen. Voraussichtlich morgen will die Europäische Arzneimittelagentur EMA über die Zulassung des Vakzins von Biontech/Pfizer entscheiden. Auch das US-Unternehmen Moderna will für sein Vakzin eine Zulassung für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren beantragen.

Söder: Keine Impfpflicht für Kinder

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) betonte, es werde keine Impfpflicht für Schülerinnen und Schüler geben. Schule werde auch mit anderen Optionen möglich sein. Bevorzugt sollen die Abschlussklassen geimpft werden. Laut Söder ist die Ständige Impfkommission (Stiko) reserviert, was eine Empfehlung der Impfung von Kindern und Jugendlichen angeht. Eine Impfung werde in Bayern deshalb nur nach Rücksprache mit einem Arzt möglich sein, kündigte Söder für den Freistaat an.

Ähnlich äußerte sich Gesundheitsminister Holetschek auf einer Veranstaltung des Nürnberger Presseclubs: Man werde auch prüfen, ob und wie die Impfzentren bei der Impfung für Kinder und Jugendliche eingebunden werden sollten. "Der primäre Weg ist über die Ärzteschaft“. Als überlegenswerte Möglichkeit nannte Holetschek auch Reihenimpfungen etwa für Abschlussklassen. Doch die verschiedenen Möglichkeiten hingen immer davon ab, wieviel Impfstoff zur Verfügung stehe.

Die Stiko begründet die eventuell eingeschränkte Impfempfehlung mit fehlenden Daten – beispielsweise darüber, welche Nebenwirkungen Kinder und Jugendliche nach einer Impfung entwickeln könnten.

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Obwohl noch längst nicht alle älteren Menschen geimpft sind, sollen auch Kinder ein Impfangebot bekommen. Die Meinungen in Bayern sind unterschiedlich.

35 Millionen Menschen mindestens einmal geimpft

Merkel fügte mit Blick auf die Corona-Virus-Mutanten hinzu, je schneller der Impfstoff an Mann, Frau und Jugendliche gebracht werde, umso besser sei es. Bisher wurden in Deutschland den Angaben zufolge knapp 35 Millionen Menschen (41,5 Prozent) mindestens einmal geimpft, 13 Millionen (15,7 Prozent) sind vollständig geimpft.

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Impfangebote für Kinder ab 12 dürften wohl ab dem 7. Juni kommen - das erklärte Kanzlerin Merkel heute nach dem Impfgipfel mit den Länderchefs und -chefinnen.

Das Bundesgesundheitsministerium geht davon aus, dass sich 60 Prozent der Kinder und Jugendlichen impfen lassen wollen und berechnet den Bedarf mit jeweils rund 3,2 Millionen Impfdosen für die Erst- und Zweitimpfung. An der Impfkampagne beteiligen sich inzwischen 65.000 Arztpraxen. Vom 7. Juni an werden auch Betriebsärzte einbezogen.

Streit über Impfstoffverteilung

Im kommenden Monat werden in Deutschland voraussichtlich mehr als 31 Millionen Corona-Impfdosen ausgeliefert, wie die Daten des Gesundheitsressorts zeigen. Von den ursprünglich für das gesamte zweite Quartal 80 Millionen zugesagten Impfdosen wurden demnach 31 Millionen bereits geliefert. Insgesamt wurden in den Ländern 88 Prozent der gelieferten Impfdosen verimpft – die Spanne reicht von 76 Prozent in Brandenburg bis 98 Prozent in Bremen.

Die Bundesregierung will den Ländern den zu wenig gelieferten Corona-Impfstoff ausgleichen. Das sei ihm beim Impfgipfel zugesichert worden, sagte Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) im Anschluss an die Beratungen. Hamburg habe in den vergangenen Wochen gemessen an den Bevölkerungszahlen der Länder regelmäßig zu wenig Impfstoff erhalten. Der Bund habe zugesagt, "dass diese ungleichmäßige Verteilung (...) zeitnah ausgeglichen wird". Auch die anderen Ministerpräsidenten hätten dem zugestimmt. Konkrete Zahlen nannte Tschentscher nicht.

Eine zeitnahe Ausgleichslieferung sei umso wichtiger, da es aufgrund des knappen Impfstoffes und der hohen Zahl der anstehenden Zweitimpfungen kaum mehr Termine für Erstimpfungen gebe, sagte Tschentscher.

Merkel: Digitaler Impfpass spätestens im Juli

Noch ein wichtiger Punkt, über den beim Impfgipfel beraten werden sollte: der digitale Impfpass. Die EU-Länder und das europäische Parlament haben sich auf ein einheitliches Zertifikat zum Nachweis von Corona-Impfungen, -Tests und überstandener Erkrankungen geeinigt. Noch ist unklar, wann genau es in den einzelnen Ländern eingeführt werden soll. In Deutschland soll es das Zertifikat entweder als eigene App geben oder in die Corona-App eingearbeitet, teilte Kanzlerin Merkel mit, "da kann jeder wählen, wie er oder sie das möchte". Bis Ende Juni, oder Anfang Juli soll das Zertifikat fertig sein, "die ersten Tests laufen jetzt schon". Das Zertifikat werde voll kompatibel innerhalb der EU sein, die rechtlichen wie technischen Voraussetzungen seien gegeben.

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Der Bund und die Länderchefs sollen Eltern raten, ihre Kinder und Jugendlichen gegen Corona impfen zu lassen, unabhängig von der Empfehlungen der Stiko, so BR-Reporterin Birgit Schmeitzner. Dies solle immer in Absprache mit einem Arzt erfolgen.

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Eltern müssen selbst entscheiden, ob sie ihr Kind impfen lassen möchten oder nicht. Eher problematisch sei das vor allem bei Kindern ab 12 Jahre, so Bayerns Ministerpräsident Söder. Eine Absprache mit dem behandelten Arzt sei besonders wichtig.

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