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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Markus Schreiber

Bundesgesundheitsminister Spahn will Kindern bald ein Imfpangebot machen. Doch die Ständige Impfkommission hat noch keine Empfehlung abgegeben. Einige Experten meinen, zuerst sollten 40- und 50-Jährige geimpft werden.

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Treffen bei der Kanzlerin: Wann werden Kinder geimpft?

Vor dem Impfgipfel von Kanzlerin Merkel und den Ministerpräsidenten gibt es weiter Diskussionen über Corona-Impfungen von Kindern und Jugendlichen. Ein weiterer Streitpunkt: der digitale Impfnachweis.

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Von
  • Birgit Schmeitzner

Vier Wochen ist die letzte Bund-Länder-Runde zu Corona-Themen her, seitdem hat sich einiges verändert. Damals hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn noch auf der Impfpriorisierung bestanden, eine Aufhebung aber für den Juni in Aussicht gestellt. Am 7. Juni soll es in allen Bundesländern soweit sein.

Spahn will Schülern Impfstoff anbieten

Inzwischen wird darüber diskutiert, ob und wie man bald auch Kinder und Jugendliche in die Impfkampagne einbeziehen kann.

Der Gesundheitsminister macht sich dafür stark, dass Schüler bald geimpft werden – und zwar auch ohne Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO). Dem Bundesgesundheitsministerium zufolge werden in der kommenden Woche schon mal gut eine Million Biontech-Impfdosen für Kinder und Jugendliche reserviert. Die Arztpraxen erhalten entsprechend weniger Impfstoff. Spahns Pläne stoßen allerdings auf Kritik – bei der STIKO und auch bei Parteifreunden.

STIKO ist skeptisch, Laschet auch

STIKO-Mitglied Rüdiger von Kries gibt zu Bedenken, dass noch zu wenig über Impf-Nebenwirkungen bei Kindern bekannt sei. Angesichts der dünnen Datenlage sei derzeit keine generelle Empfehlung vorhersehbar. CDU-Chef und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet sagte, sein Bundesland werde sich an die Linie der Impfkommission halten. Zudem sei auch klar: Werde eine neue Gruppe priorisiert, sei dann der Impfstoff an anderer Stelle und für andere Menschen knapp.

Wann kommt der digitale Impfpass?

Auch der digitale Impfnachweis birgt viel Diskussionsbedarf. Er soll Ende Juni kommen, die Skepsis an diesem Zeitplan wächst allerdings. So beklagt der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber, dass die Bundesregierung bisher noch nicht alle Unterlagen vorgelegt habe.

Es sei keineswegs so, schrieb Kelber unlängst auf Twitter, dass der Datenschutz die Verantwortung für eine Verzögerung trage. Ein Problem sind auch die unterschiedlichen Software-Strukturen, sowohl in den Arztpraxen als auch in den Impfzentren.

Gut zwölf Millionen Menschen sind mittlerweile vollständig geimpft, bis Ende Juni ist mit weiteren Millionen zu rechnen – und alle Daten müssen dann vom gelben Impfausweis in ein Programm übertragen werden.

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