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Symbolbild: Corona-Impfung

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Impfgipfel: Der Mangel bleibt

Bund und Länder wollen schneller impfen – nur wie? Die Bundeskanzlerin hält ihr Versprechen eines Impfangebotes für alle bis Ende des Sommers aufrecht. Die Hausärzte können allerdings erst nach und nach helfen.

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Von
  • Vera Weidenbach

In den nächsten Wochen dürfte sich am Impf-Tempo nicht viel ändern. Da hilft auch die Telefonkonferenz von Bund und Ländern nichts, denn das größte Problem bleibt: Es ist noch immer nicht genug Impfstoff da. Solange der fehlt, können auch die Hausärzte nicht viel ausrichten. Gleich nach Ostern sollen sie mit einsteigen. Dadurch könnten die Impfzentren entlastet werden und mehr dezentrale Termine möglich werden. Insgesamt sollen Anfang April aber erst eine Millionen Impfdosen für die Praxen zur Verfügung stehen.

Vorerst nur eine Impfsprechstunde pro Woche

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) schraubte die Erwartungen deshalb bereits zurück: Er schätzt, dass die Praxen vorerst nur ungefähr eine Impfsprechstunde pro Woche anbieten können. Dazu sollten dann vor allem besonders gefährdete Personen, wie chronisch Kranke Menschen eingeladen werden, sagte Spahn am Mittag in Berlin.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bekräftigte nach den Gesprächen mit den Länderchefs: Die Beteiligung der Hausärzte an der Impfkampagne werde sich erst langsam aufbauen, aber es sei wichtig jetzt anzufangen.

"Wir glauben, dass es der Flexibilität, Schnelligkeit aber auch der Erreichbarkeit von Personen, die in besonderer Notlage sind dient, wenn wir die Arztpraxen jetzt mit einbeziehen.“ Bundeskanzlerin Angela Merkel

Ende April sollen die Hausärzte mehr als drei Millionen Dosen zur Verfügung haben, heißt es in dem Beschluss von Bund und Ländern, der BR24 vorliegt.

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Impfung durch Hausärzte, zusätzliche Impfdosen für die Grenzgebiete und die Ankündigung der Notbremse - das sind die Ergebnisse des Impfgipfels, die Bundeskanzlerin Merkel am Abend verkündete.

Zusätzlicher Impfstoff für die Grenzgebiete

Eine gute Nachricht gibt es beim Impfstoff von Biontech/Pfizer. Durch eine Zusatzlieferung bekommt Deutschland 580.000 Dosen mehr als gedacht. Ein Teil davon soll an die Hausärzte gehen. Außerdem sind zusätzliche Dosen für besonders riskante Grenzregionen vorgesehen, aus denen viele Menschen nach Deutschland pendeln. Bayern, Sachsen und Thüringen mehr Impfstoff wegen der Grenze nach Tschechien. Das Gleiche gilt für Rheinland-Pfalz und das Saarland wegen der französischen Region Moselle, die wegen der südafrikanischen Virusvariante als besonderes Risikogebiet gilt.

Impfreihenfolge ändert sich nicht

Die von der ständigen Impfkommission empfohlene Reihenfolge soll beibehalten werden. Das heißt, weiterhin sind besonders gefährdete und alte Menschen zuerst dran. Daran sollen sich laut Beschluss von Bund und Ländern auch die Hausärzte orienteiern. Aufrecht erhält die Bundeskanzlerin außerdem ihr Versprechen, dass alle Bürgerinnen und Bürger bis Ende des Sommers ein Impfangebot bekommen, auch die Unterbrechung der Impfungen mit dem Astrazeneca Impfstoff habe daran nichts geändert, sagte Merkel. "Ich glaube, dass wir gute Chancen haben unsere Aussage weiter einzuhalten."

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Die Hausärzte sollen möglichst ab 1. April auch Corona-Impfungen vornehmen können. Wie wirkt sich das auf die Impfreihenfolge aus? Eine Einschätzung von Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek.

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