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Immun gegen Corona? Antikörpertests bieten keine Garantie | BR24

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Ein wenig Husten, ein paar Tage im Bett – und später die Frage: War das vielleicht Corona? Antikörpertests dazu bieten inzwischen immer mehr Ärzte an. Doch Mediziner weisen darauf hin: Eine hundertprozentige Garantie bietet keiner der Tests.

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Immun gegen Corona? Antikörpertests bieten keine Garantie

Ein wenig Husten, ein paar Tage im Bett – und später die Frage: War das vielleicht Corona? Antikörpertests dazu bieten inzwischen immer mehr Ärzte an. Doch Mediziner weisen darauf hin: Eine hundertprozentige Garantie bietet keiner der Tests.

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Xaver Singer wollte sich eigentlich nur ein Glas Wein am Abend gönnen. Dass er diesmal aber fast nichts schmeckte, kam ihm zwar etwas komisch vor – doch an Corona dachte er dabei erst einmal nicht.

Erst ein paar Wochen später kam ihm der Gedanke, als der Geruchs- und Geschmacksverlust als mögliches Symptom für eine Infektion bekannt wurde. "Dann habe ich einen Antikörpertest gemacht, weil ich schon gerne wissen wollte, ob ich positiv bin oder nicht", erzählt er.

Große Nachfrage bei Ärzten nach Antikörpertests

Sein Test war negativ, damit ist er wohl auch nicht immun gegen das Coronavirus. Doch die Frage, die er sich gestellt hatte, treibt gerade auch einige andere Menschen, die zuletzt beispielsweise Husten oder Fieber hatten, um.

Allein zu dem Münchner Hausarzt Markus Frühwein kommen pro Woche mehr als 200 Menschen für einen Antikörpertest – zum Beispiel, weil sie sich sicher sein wollen, bevor sie Freunde oder Verwandte besuchen oder aus beruflichen Gründen. "Und auch einfach eine Menge Leute, die sagen: Ich fühle mich gerade selber unsicher – ich möchte es einfach wissen", berichtet Frühwein.

Wie viele Menschen die Tests genau nutzen, lässt sich nicht beziffern. Denn anders als die Abstriche während einer akuten Corona-Infektion sind die späteren Antikörpertests laut Robert Koch-Institut nicht meldepflichtig.

Ärzte: Corona-Hygiene- und Schutzmaßnahmen nicht vernachlässigen

Auch wenn Sicherheit das Motiv für viele ist, bieten die Tests keine hundertprozentige Garantie, wie Mediziner immer wieder betonen. "Sie sind wahrscheinlich gut, aber sicher wissen wir es nicht", sagt Frühwein. Er befürchtet deshalb bei einer getesteten Immunität, "dass viele Leute auf die Straße gehen und die normalen Hygiene- und Schutzmaßnahmen vernachlässigen".

Auch der Bayerische Hausärzteverband hat keine Empfehlung für solche Tests ausgesprochen. Sehr kritisch sehen viele Ärzte sogar die Schnelltests für zu Hause. Diese seien deutlich ungenauer und von den Herstellern oft nur an wenigen Patienten erprobt.

Gesetzliche Krankenkassen zahlen nicht für Antikörpertests

Wer sich aber bei seinem Arzt für einen Test entscheidet, bekommt in der Regel schnell ein Ergebnis: Blut abnehmen, im Labor analysieren lassen – und ein bis zwei Tage später liegt meist bereits eine Rückmeldung vor. Zwei bis drei Wochen sollten seit der letzten Erkrankung vergangen sein, damit sich Antikörper auch nachweisen lassen.

Im Durchschnitt fallen für einen Test laut Hausarzt Frühwein 50 bis 60 Euro an. Die Kosten dafür würden die gesetzlichen Krankenkassen allerdings nicht übernehmen, nur manche privaten.

In Zukunft noch präzisere Antikörpertests?

Auch Xaver Singer waren die Grenzen des Antikörpertests bewusst. "Ob das jetzt wirklich der Weisheit letzter Schluss war, war mir auch nicht ganz klar", sagt er. Er hat deshalb vorgesorgt und lässt seine Blutprobe erst einmal weiter im Labor aufbewahren – damit sie irgendwann vielleicht noch einmal analysiert werden kann, wenn es noch präzisere Antikörpertests gibt.

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