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Immer mehr verweigern Dienst an der Waffe | BR24

© dpa / pa / Bernd von Jutrczenka

Soldaten und Soldatinnen

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    Immer mehr verweigern Dienst an der Waffe

    Heute vor 60 Jahren wurde die Wehrpflicht eingeführt. Seit 2011 ist sie ausgesetzt, doch noch immer berufen sich Soldaten und Soldatinnen auf den Gewissenskonflikt und es werden immer mehr. Von Johannes Reichart und Christian Faul

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    Offizielle Zahlen gibt es nicht. Aus Kreisen der Bundeswehr aber heißt es, bei der Führung würden inzwischen die Alarmglocken läuten. Vor allem Fachkräfte wie Ingenieure und IT Spezialisten verlassen die Truppe. Tendenz steigend.

    Experten laufen der Bundeswehr davon

    Auch bei der Beratungsstelle für Kriegsdienstverweigerer in Bonn gehen die Anfragen seit 2015 deutlich nach oben. Und auch Soldatenseelsorger kennen die Zweifel vieler Soldaten:

    „Das liegt am Wechsel von der Abschreckarmee zur Einsatzarmee in der ganzen Welt."  Arthur Wagner Militärdekan  
    „Auseinandersetzung mit Krieg kommt erst spät, oft erst im Einsatz merken Ärzte und Ärztinnen, dass sie zuerst Soldat sind und dann erst Arzt.“ Wolfgang Burggraf, ev. Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden

    Im Kosovo, Afghanistan, Mali, Somalia, Sudan – die deutschen Streitkräfte stehen immer häufiger im Fokus internationaler Konflikte. Und Deutschland stellt sich als Bündnispartner seiner Verantwortung. Das schreckt viele junge Soldaten ab.

    IT-Spezialisten überall gesucht   

    Seit Langem wird in der Bundeswehr diskutiert, wie man vor allem den Abgang junger Rekruten, die gerade erst ein teures Studium an einer der Bundeswehruniversitäten abgeschlossen haben, verhindern kann. Nachgedacht wird unter anderen darüber, die angehenden Soldaten an den Kosten ihrer Ausbildung zu beteiligen. 

    Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden.“ Grundgesetz, Artikel 4 Absatz 3.