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Immer mehr Senioren in Deutschland von Armut bedroht | BR24

© picture alliance / SvenSimon

Älterer Mann sucht nach Pfandflaschen in Abfalleimer in Münchner Fußgängerzone

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    Immer mehr Senioren in Deutschland von Armut bedroht

    Fast jeder fünfte ältere Mensch ab 65 Jahren ist armutsgefährdet. Das geht aus Daten des Europäischen Statistikamtes hervor. Die Armutsgefährdung von Senioren ist ein Trend, der sich bereits seit Längerem abzeichnet.

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    Ältere Menschen in Deutschland sind zunehmend von Armut bedroht. Annähernd jeder Fünfte sei betroffen, meldet das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) unter Berufung auf eine Datenabfrage der Linken-Bundestags-Fraktion beim Europäischen Statistikamt Eurostat. Im Jahr 2018 waren demnach 18,2 Prozent aller Menschen ab 65 Jahren hierzulande von Armut bedroht. 2006 seien es noch 12,5 Prozent gewesen. Die absolute Zahl der Betroffenen sei in diesem Zeitraum von 1,9 auf 3,1 Millionen gestiegen. So habe deren Einkommen unter der für die Berechnung maßgeblichen "Armutsgefährdungs-Schwelle“ gelegen.

    Armutsgefährdung bemisst sich nach Durchschnittseinkommen

    Menschen gelten als armutsgefährdet, wenn sie im Jahr der Erhebung weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Bevölkerung zur Verfügung haben. Als armutsgefährdet galt ein Alleinstehender in Deutschland im Jahr 2018 laut Eurostat, wenn er über maximal 13.628 Euro verfügte.

    Altersarmut ein bekanntes Problem

    Der Trend der wachsenden Armut bei älteren Menschen deckt sich auch mit Recherchen des ARD-Magazins "Monitor" vom Januar diesen Jahres. Demnach waren im Jahr 2010 noch 14 Prozent der Rentner und Pensionäre durch Armut gefährdet. Ihr Anteil stieg bis zum Jahr 2017 auf 18,7 Prozent. In keiner der von Armut betroffenen Bevölkerungsgruppen sei der Zuwachs damit so groß gewesen wie bei Rentnern und Pensionären.

    Rentner durch Pandemie besonders belastet

    Die Linke im Bundestag fordert in der aktuellen Corona-Krise einen Pandemie-Zuschlag von 200 Euro für alle Rentner, die Grundsicherung im Alter beziehen, da beispielsweise die Tafeln ihr Angebot eingeschränkt haben. Der Armutsforscher Christoph Butterwegge fordert, statt der geplanten Abschaffung des Solidaritätszuschlags solle er "in seiner alten Form erhalten und zu einem Corona-Soli umgewidmet werden". Die Altersarmut werde durch die Pandemie deutlich wachsen. "Das Problem wird sich infolge der Corona-Krise mit Sicherheit verschärfen", sagte er der "Augsburger Allgemeinen". Davon seien Rentner doppelt belastet.

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