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Immer mehr Menschen trotz Vollzeitjob von Armut bedroht | BR24

© MEV/Sonja Krebs

Junge Frau zählt Geld

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Immer mehr Menschen trotz Vollzeitjob von Armut bedroht

Immer mehr Vollzeit arbeitende Menschen in Deutschland haben kaum genug Geld zum Leben. In Bayern gelten 420.000 Erwerbstätige als armutsgefährdet. Das heißt, sie verfügen nur über weniger als 60 Prozent des mittleren Nettoeinkommens.

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Das Bundessozialministerium hat auf Anfrage der Linken die jüngsten offiziellen Daten von Ende 2017 veröffentlicht. In Deutschland haben Ende 2017 knapp 3,4 Millionen Vollzeitbeschäftigte weniger als 2.000 Euro brutto im Monat verdient. In Westdeutschland bekamen mehr als 2,3 Millionen Vollzeitbeschäftigte weniger als 2.000 Euro brutto, in Ostdeutschland waren es rund 1,1 Millionen. Das sind zwar in absoluten Zahlen betrachtet deutlich weniger als in Westdeutschland, allerdings sind auch dort insgesamt weniger Menschen vollzeitbeschäftigt.

Nach den neuesten offiziellen Daten waren das 16 Prozent der Vollbeschäftigten. Der Anteil der von Armut gefährdeten Erwerbstätigen an der Gesamtzahl der Vollzeitbeschäftigten ist mit 27,5 Prozent sogar deutlich höher als in Westdeutschland. Dort lag der Anteil bei 13,5 Prozent.

"Viel zu viele Beschäftigte werden mit Niedriglöhnen abgespeist. Es ist ein Skandal, dass insbesondere der Osten weiterhin so deutlich abgehängt ist." Sabine Zimmermann, Bundestagsabgeordnete DIE LINKE

Zimmermann verweist zudem darauf, dass aufgrund der Inflation und vielerorts explodierenden Mieten man mit 2.000 Euro brutto nicht mehr weit kommt. Die Politikerin hatte anlässlich des Tages der Arbeit am 1. Mai beim Bundessozialministerium die Daten abgefragt.

Auch in Bayern immer mehr Erwerbstätige von Armut bedroht

In Bayern verdienten 2017 rund 422.000 Menschen weniger als 2.000 Euro brutto. Das belegen Daten der bayerischen Staatsregierung. Sie antwortete auf eine Anfrage des SPD-Fraktionsvorsitzenden im Landtag Horst Arnold. Demnach sind die Zahlen seit 2013 kontinuierlich gestiegen, von 5,1 Prozent auf 5,6 Prozent im Jahr 2017. Als armutsgefährdet gilt, wer über weniger als 60 Prozent des mittleren Nettoeinkommens verfügt.

"Arm trotz Arbeit - diesen Zustand, der für mehr als 400.000 Beschäftigte in Bayern Realität ist, wollen wir so weit wie möglich beenden." Horst Arnold, Vorsitzender der bayerischen SPD-Landtagsfraktion

Arnold fordert eine starke Tarifbindung und einen eigenen bayerischen Mindestlohn von 12,25 Euro. Nach Angaben der SPD werden 53 Prozent der Arbeitnehmer im Freistaat nach Tarif bezahlt. Damit bilde Bayern das Schlusslicht unter den westdeutschen Bundesländern.