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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Thomas Frey

Die von der Flut-Katastrophe besonders betroffenen Gebiete an der Ahr in Rheinland-Pfalz müssen sich auf neuen Starkregen einstellen. Evakuierungen werden angeboten. Freiwillige Helfer sollen die Krisengebiete verlassen, so die zuständige Behörde.

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Im Hochwassergebiet regnet es erneut: Angebot zur Evakuierung

Die von der Flut-Katastrophe besonders betroffenen Gebiete an der Ahr in Rheinland-Pfalz müssen sich auf neuen Starkregen einstellen. Evakuierungen werden angeboten. Freiwillige Helfer sollen die Krisengebiete verlassen, so die zuständige Behörde.

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Rund eineinhalb Wochen nach der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz haben in dem betroffenen Gebiet am Samstag erneut Regenfälle eingesetzt. Die Leiterin des Katastrophenschutzstabes, Begona Hermann, sagte, es müsse örtlich mit Niederschlägen von 30 bis 40 Litern pro Quadratmeter gerechnet werden. Am Sonntagfrüh gegen 6 Uhr könnte sich die Wetterlage noch verschärfen. Für die zahlreichen Helfer in den besonders gefährdeten Orten Schuld, Insul, Dümpelfeld und Bad Neuenahr-Ahrweiler gibt es ein Evakuierungsangebot. Die Menschen können sich mit Bussen in Sicherheit bringen lassen. Zwar sei der erwartete Regen weniger stark als vor zehn Tagen, die Kanalisation sei aber vielerorts zerstört und könne kein Wasser mehr aufnehmen, heißt es.

Transport in Notunterkünfte

In den gefährdeten Gebieten Schuld, Insul, Dümpelfeld und Bad Neuenahr sollen die Menschen demnach mit Shuttlebussen zu einer Notunterkunft in Leimersdorf gebracht werden können. "Das entscheiden dann die Menschen selbst", so Hermann, denn die Wetterlage sei nicht so verschärft wie in der vergangenen Woche. "Aber wir haben eine nicht mehr funktionierende Kanalisation." Daher würden sich die Regenfälle anders auswirken als noch vor zehn Tagen.

Freiwillige Helfer im Krisengebiet Ahr sollen dieses wegen der schwierigen Umstände dort und des wieder einsetzenden Regens möglichst schnell verlassen. Das teilte die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) am Samstag mit.

Die größten Probleme: Müllberge und kaputte Kanalisation

Wegen der Wetterlage könnten die Helfer nicht so intensiv arbeiten wie zuvor. Dies soll laut Hermann für eine konzentrierte Abfall-Abfuhraktion genutzt werden. Ziel sei es, die sich am Straßenrand auftürmenden Müllberge so schnell wie möglich zu beseitigen. Denn sie seien einerseits ein Seuchenherd, andererseits störten sie den Verkehr. Zudem werde der Platz benötigt, um die Kanalisation spülen zu können.

Fast 150 Menschen werden noch vermisst

Schuld im Ahrtal und auch das knapp zehn Kilometer entfernte Adenau waren besonders schwer von der Unwetterkatastrophe getroffen worden. Im Kreis Ahrweiler, in dem auch Schuld und Adenau liegen, liegt die Zahl der Toten bei 132, die der Verletzten bei 766. Das sagte ein Polizeisprecher am Samstag in Koblenz. Weiterhin würden noch 149 Menschen vermisst.

Freiwillige Helfer sollen Katastrophengebiete verlassen

Freiwillige Helfer in den Überschwemmungsgebieten sollen die Krisenzone wegen der schwierigen Umstände so schnell wie möglich verlassen. Dazu hat sie die zuständige rheinland-pfälzische Landesbehörde aufgerufen. Als Grund nannte sie die abzusehenden starken Niederschläge an diesem Wochenende, die zerstörte Infrastruktur und die unübersichtliche Verkehrssituation. Das Land stellt Busse, die die Helfer heimbringen. Wer geplant hatte, als freiwilliger Helfer an die Ahr zu fahren, solle dies nicht tun, so der amtliche Appell. - Das Polizeipräsidium Koblenz teilte mit, die Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung sei überwältigend und ungebrochen. Durch die Vielzahl an Menschen, die helfen wollten, komme es aber leider zu einer völligen Überlastung sämtlicher Zufahrten sowie der Straßen im Ahrtal selbst.

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