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Im Eiltempo: Corona-Impfzentren sollen bald bereit sein | BR24

© picture alliance/Stefan Puchner/dpa

Corona-Impfung: Impfzentren sind im Aufbau

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    Im Eiltempo: Corona-Impfzentren sollen bald bereit sein

    Impfstoffe gegen das Coronavirus machen Hoffnung in der Pandemie. Wenn diese Impfstoffe verfügbar sind, will man bereit sein. Bis Mitte Dezember soll es dafür in ganz Deutschland Impfzentren geben. Eine große logistische Herausforderung.

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    Von
    • Monika Hippold

    Deutschland will bereit sein für die Impfung, sobald der erste Corona-Impfstoff in Europa zugelassen und verteilt ist. Deswegen hat die Bundesregierung die Länder beauftragt, bis zum 15. Dezember deutschlandweit Impfzentren aufzubauen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erklärt: "Ich denke, wir könnten es den Deutschen schwer erklären, dass da ein Impfstoff ist, und wir die Infrastruktur noch nicht haben."

    96 Impfzentren in Bayern

    Für Bayern bedeutet das: In kürzester Zeit müssen alle Landkreise und kreisfreien Städte je ein Impfzentrum und eine mobile Impfstation einrichten. Und auf den täglichen Betrieb vorbereiten. Insgesamt sind das mindestens 96 Impfzentren.

    Die Hoffnung dahinter: Wenn schnell genügend Menschen geimpft werden, könnten die verschärften Lockdown-Maßnahmen, Kontaktbeschränkungen und Ausgangsbeschränkungen wie aktuell in Passau demnächst der Vergangenheit angehören.

    Unter Hochdruck suchen die Landkreise deswegen geeignete Standorte. Container auf dem Volksfest-Platz, Sport-, Messe-, Konzert- und Theaterhallen, Kliniken und sogar ein Flugplatz sollen zu Impfzentren umgebaut werden. Einige Kreise haben ihre Standorte schon gefunden, andere suchen noch.

    Eishalle wird zum Impfzentrum

    Im Landkreis Regen steht bereits fest: Das Impfzentrum kommt in die Eishalle. Die zentrale Lage am Rand der Kreisstadt, genügend Parkplätze, ein beheizbarer Innenraum – laut Landratsamt die besten Voraussetzungen für ein Impfzentrum.

    Der Landkreis Regen ist in den vergangenen Tagen einer der bundesdeutschen Corona-Hotspots geworden. Laut Bayerischem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit liegt dort die Sieben-Tage-Inzidenz derzeit bei 391 (01.12., 12 Uhr). In den Aberlandkliniken in Regen ist das Personal deshalb aktuell am Rande der Belastungsgrenze, weil sie immer mehr Covid-19 Fälle haben. Zudem sind sie die Betreiber des Impfzentrums in der Eishalle.

    Bis zu 250 Menschen am Tag sollen in der Eishalle die Corona-Impfung bekommen können. Doch bis dahin ist noch viel zu tun: Im Moment taut die Eisfläche ab, das dauert voraussichtlich bis zum 6. Dezember. Erst dann können die Organisatoren mit dem Aufbau der Einrichtung beginnen, erklärt Heiko Langer, der Sprecher vom Landratsamt Regen: "Wenn abgetaut ist, müssen die Leitungen noch raus aus dem Boden. Dann kann man den Boden nutzen und mit den Aufbauarbeiten beginnen. Hinten in der Halle werden dann Container aufgebaut, in denen das Impf-Vorbereitungsgespräch stattfinden kann. Nach der ärztlichen Beratung wird geimpft. Und nach der Impfung können die Leute wieder rausgehen - und zwar kontaktlos in den Aufenthaltsraum."

    Wichtig dabei ist auch die Planung der Wege, also des Ein- und Ausgangs. Denn: Im Impfzentrum sollen sich die Menschen möglichst wenig begegnen.

    Probe-Impftag in der Messe Ulm

    Ortswechsel nach Baden-Württemberg. In Ulm steht schon seit zwei Wochen fest: Das Corona-Impfzentrum kommt in die Messe. Prof. Bernd Kühlmuß hat dafür das Konzept dafür entworfen. Und: Er hat ein provisorisches Zentrum mit einem Team vom Roten Kreuz innerhalb von vier Tagen für einen Probebetrieb aufgebaut: "Wir hatten das auf einem Stück Papier gezeichnet und wollten natürlich testen, ob das, was wir uns theoretisch überlegt haben, in der Praxis auch funktioniert."

    Eine Mammutaufgabe. In kürzester Zeit hat ein Team vom Deutschen Roten Kreuz das Muster-Impfzentrum mit Materialien wie Kreide und Absperrbändern aufgebaut. Und parallel dazu über 100 Helfer für den Probetag rekrutiert. Die viele Arbeit hat sich gelohnt. Denn der Testbetrieb hat dem Ulmer Team gezeigt, was noch verbessert werden muss, so Professor Kühlmuß: "Kleine Dinge müssen nachgearbeitet werden. Ein Beispiel: Wer unterschreibt das Impfbuch? Wird das bei der Aufklärung oder bei der Impfung gemacht? Wer schiebt die Rollstühle der gehbehinderten Menschen? Das muss alles geklärt werden."

    Personal fürs Impfzentrum

    Klären müssen die Organisatoren auch: Wo halten sich die Menschen nach der Impfung auf? Denn da der Impfstoff so neu ist, soll jeder nach der Impfung mit einem m-RNA-Impfstoff zur Beobachtung noch 30 Minuten vor Ort bleiben.

    Im Moment setzt ein Messebauer die geplanten Module für die Räume um. Fehlt nur noch das Personal. Die Ulmer suchen 150 Mitarbeiter, wie Schreib- und Verwaltungskräfte, Ärzte und medizinisches Fachpersonal. Über einen Aufruf bei Facebook haben sie bereits 50 Bewerbungen erhalten.

    Ehrenamtliche im Einsatz

    Mithelfen im Impfzentrum möchte auch Steffi Ludwar. Sie war in der Coronakrise bisher schon 250 Mal an Teststellen im Einsatz – alles ehrenamtlich. "Ich habe während der Pandemie jetzt circa 40.000 Abstriche gemacht. Das erfüllt mich mit Stolz, wenn ich weiß, ich kann Menschen in dieser Zeit unterstützen und helfen. Im Impfzentrum möchte ich mitarbeiten, um das Ganze schnell in den Griff zu kriegen. Nur gemeinsam schaffen wir das! Ich selbst werde mich auf jeden Fall impfen lassen. Aber natürlich erst, wenn alle Risikopatienten geimpft sind."

    Klinik betreibt Impfzentrum

    Zurück im Landkreis Regen. Hier steht fest, dass die Arberlandkliniken das Impfzentrum betreiben werden. Auf Klinikvorstand Christian Schmitz und sein Team kommt damit viel zusätzliche Arbeit zu. Der Klinikalltag läuft gleichzeitig weiter. Spritzen, Schutzkleidung und Desinfektionsmittel bewahrt die Klinik im Moment im Zentrallager auf. Für das Impfzentrum werden diese zentral beschafft. Doch das hat Auswirkungen, sagt Klinikvorstand Christian Schmitz: "Was wir schon gemerkt haben, dass diese Beschaffung auf zentralem Weg im Freistaat Bayern und auch vom Bundesgesundheitsministerium, gerade was das Thema Kanülen anging, dazu geführt hat, dass der Markt leergeräumt war. Und wir abwarten müssen, wie die Firmen, die in diesem Bereich produzieren, tatsächlich auch nachliefern können."

    Kühlung des Impfstoffs

    Sollte der Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer zuerst kommen, gilt es eines zusätzlich zu beachten: die Kühlung. Denn der Impfstoff muss in Spezialkühlschränken bei minus 70 Grad gelagert werden. Christian Schmitz erklärt: "So wie uns das mittlerweile bekannt ist, sind für diesen Impfstoff acht Verteilzentren in Bayern geplant, die tatsächlich diese minus 70 Grad Kühlung gewährleisten können. Wenn man den Impfstoff aus diesen Kühlschränken rausnimmt, ist er zwischen zwei und acht Grad lagerbar. Er ist dann aber innerhalb von vier Tagen zu verbrauchen. Das bedeutet, wir werden in unserem Impfzentrum ganz normale Arzneimittel-Kühlschränke haben."

    Mobile Impfstationen

    Einen normalen Kühlschrank benötigen deswegen auch die mobilen Impfstationen. Menschen in Alten- und Pflegeheimen sind zum Beispiel auf solche Stationen angewiesen. Günther Aulinger vom Roten Kreuz in Regen hat dafür eine mobile Sanitätsstation zur Impfstation umgewandelt: "Wir können damit Senioren- oder Behinderteneinrichtungen besuchen. Wo es gewünscht ist, können wir sowohl das Personal als auch die Bewohner entsprechend mit diesen mobilen Impfteams erreichen. Aber auch Hausbesuche sind möglich. Viele Menschen werden auch über ambulante Pflegedienste versorgt. Sie haben oft nicht die Möglichkeiten, selbst zu einem Impfzentrum zu kommen."

    Das Gute: Die mobile Impfstation ist quasi einsatzbereit. Und auch viel Personal steht schon bereit, wie Ärzte im Ruhestand. Als letzte große Herausforderung sehen Ärzte und Organisatoren jetzt noch: Möglichst schnell viele Menschen von der neuen Corona-Impfung zu überzeugen.

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