BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Ibiza-Video in Österreich: Ermittler suchen den Lockvogel | BR24

© Links: unbekannt, Mitte und rechts: BKA Österreich

Angebliche Oligarchen-Nichte

10
Per Mail sharen

    Ibiza-Video in Österreich: Ermittler suchen den Lockvogel

    Das österreichische Bundeskriminalamt hat bei Ermittlungen zum Ibiza-Video stundenlange Aufnahmen sicherstellen können - und sucht nun mit Fahndungsfotos nach der angeblichen "Oligarchen-Nichte" aus dem Video, die als Lockvogel für Strache diente.

    10
    Per Mail sharen

    Ein Video hatte vergangenes Jahr eine schwere Regierungskrise in der Alpenrepublik ausgelöst - weil sich der damalige FPÖ-Chef und Vizekanzler Heinz-Christian Strache auf den Aufnahmen offen für Korruption zu zeigen scheint.

    Fahndung nach junger Frau läuft

    Um den Lockvogel zu finden, der sich Strache gegenüber als russische Oligarchen-Nichte ausgab, haben die Ermittler am Mittwoch mehrere Fahndungsfotos veröffentlicht. Zu sehen ist eine junge Frau mit langen Haaren, schmalem Gesicht und spitzer Nase.

    Ein von der "Süddeutschen Zeitung" und dem "Spiegel" im Mai 2019 veröffentlichte Zusammenschnitt der Aufnahmen beendete vorerst die politische Karriere von Strache. Aufgenommen wurde das Video im Sommer 2017 auf Ibiza, Strache war damals schon FPÖ-Chef. Im Gespräch mit der vermeintlichen Oligarchen-Nichte mit dem Aliasnamen Alyona Makarov zeigte er sich offen für verschiedene Geschäfte, etwa den Einstieg der vermeintlich reichen Russin bei der "Kronen Zeitung" mit einer anschließenden positiven Berichterstattung über seine Partei.

    Video führte zur Regierungskrise in Österreich

    Einen Tag nach der Veröffentlichung trat Strache als Parteichef und Vizekanzler zurück. Die rechtskonservative Regierung zerbrach, Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) rief Neuwahlen aus. Seit Januar wird die Alpenrepublik nun von der konservativen ÖVP und den Grünen regiert.

    "In den letzten 365 Tagen wurden 139 Anlassberichte über die Zwischenergebnisse erfasst, 55 Hausdurchsuchungen, zehn freiwillige Nachschauen und 259 förmliche Vernehmungen geführt", teilte das Österreichische Bundeskriminalamt zu den Ermittlungen mit. "Im Zuge der Ermittlungen gelang es unter anderem, sowohl das sogenannte 'Ibiza-Video' (in der Länge von 12 Stunden, 32 Minuten, 38 Sekunden) als auch Equipment und Audiodaten (in der Länge von 8 Stunden, 14 Minuten, 3 Sekunden) sicherzustellen."

    Strache am Donnerstag im Untersuchungsausschuss

    Die Veröffentlichung des Ermittlungsstandes erfolgt wenige Tage vor Beginn eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses zur Ibiza-Affäre, in deren Rahmen auch ein mutmaßliches Postengeschacher während der ÖVP-FPÖ-Regierungszeit in den Fokus gerückt ist. Strache ist für den Auftakt am Donnerstag geladen.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!