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Ibiza-Affäre: Foto-Fahndung nach angeblicher Oligarchennichte | BR24

© Links: unbekannt, Mitte und rechts: BKA Österreich

Angebliche Oligarchen-Nichte

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    Ibiza-Affäre: Foto-Fahndung nach angeblicher Oligarchennichte

    Ein Jahr nach der Ibiza-Affäre um Ex-FPÖ-Chef Strache hat die Polizei zwar umfangreiches Videomaterial sichergestellt. Noch immer ist aber unklar, wer der Lockvogel war. Das österreichische Bundeskriminalamt hat nun Fahndungsfotos veröffentlicht.

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    Das österreichische Bundeskriminalamt hat nach eigenen Angaben das sogenannte Ibiza-Video in seiner Gesamtlänge sichergestellt. Zugleich veröffentlichte das BKA in Wien auf seiner Internetseite mehrere Fahndungsfotos der jungen Frau, die sich beim Zustandekommen des Treffens im Juli 2017 gegenüber dem damaligen FPÖ-Chef Heinz Christian Strache und seinem Parteifreund Gudennus als angebliche Oligarchennichte ausgegeben haben soll.

    "Nun versuchen wir Informationen zu generieren über die Identität der unbekannten Täterin, die sich mit Aliasnamen Alyona Makarov bezeichnet hat. Sprich, das ist die Person, die im Volksmund oder in den Medien oft als Lockvogel betitelt wird." sagt BKA Sprecher Vincenz Kriegs-Au.

    Zwölf Stunden heimliches Video-Material

    Ende April habe die Sonderkommission "Tape" im BKA das Video in Österreich bei einem Bekannten des mutmaßlichen Drahtziehers, eines Anwalts, sichergestellt, wie die Austrian Presse Agentur den Leiter der Sonderkommission zitiert. Das beschlagnahmte Material – zwölf Stunden Video- und acht Stunden Audio-Aufnahmen – habe sich auf einer Mikrospeicherkarte befunden und sei "sehr gut" versteckt gewesen.

    Auf den Mann sei man im Zuge der Ermittlungen und zahlreicher Vernehmungen aufmerksam geworden. Der gesamte Abend sei "nahtlos" aufgenommen worden.

    „Wir haben eine Dokumentation des gesamten Abends auf der Finca.“ Dieter Csefan, Leiter Soko "Tape" gegenüber der Austrian Presse Agentur.

    Falle von einer "kriminellen Vereinigung" gestellt

    Nach bisherigem Ermittlungsstand könne eine "Fremdfinanzierung" oder ein "nachrichtendienstlicher Hintergrund" ausgeschlossen werden, sagte der Soko-Leiter. Vielmehr handele es sich bei der Gruppe, die dem damaligen FPÖ-Chef auf Ibiza eine Falle gestellt habe, um eine "kriminelle Vereinigung", die das Video anschließend habe weiterverkaufen wollen. Seit der Beschlagnahme des gesamten Video- und Audiomaterials werte die Sonderkommission "Tape" die Aufnahmen aus. Es seien mehr als 40 Ermittlungsverfahren eingeleitet worden.

    Dazu sagt BKA Sprecher Vincenz Kriegs-Au: "Einerseits geht es darum, die Aufklärung der Hintergründe zur Entstehung des Ibiza-Videos aufzuklären, und andererseits um die Überprüfung der im Video getätigten Aussagen und ob hier strafbare Hintergründe festgestellt werden können. Wurden in dem Video strafrechtlich relevante Aussagen getätigt?"

    Untersuchungen im Parlament ab Anfang Juni

    Am 4. Juni nimmt ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss im österreichischen Parlaments die Ibiza-Affäre unter die Lupe. In einer ersten Reaktion schrieb der ehemalige FPÖ-Chef Heinz Christian Strache, der einen Tag nach Veröffentlichung des Videos von dem Amt des Vize-Kanzlers und Parteivorsitzenden zurückgetreten war, auf Facebook: Es freue ihn der Ermittlungserfolg. Nun könnten die Ermittler auf "ein objektives Beweismittel" zurückgreifen und seien nicht auf die Angaben von Hintermännern und Journalisten angewiesen.

    Die im österreichischen Nationalrat vertretenden Parteien verlangten, dass dem Untersuchungsausschuss das gesamte Ibiza-Video zugänglich gemacht werden müsse.