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Hungerbekämpfung erleidet erheblichen Rückschlag durch Corona | BR24

© picture alliance / Mika Schmidt

Die Corona Pandemie hat schwere Auswirkungen auf die weltweite Hungerbekämpfung.

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    Hungerbekämpfung erleidet erheblichen Rückschlag durch Corona

    Die Welthungerhilfe hat heute ihren Jahresbericht vorgelegt. Die Corona-Pandemie hat schwere Auswirkungen auf den weltweiten Kampf gegen Hunger. Hauptursachen bleiben Kriege, Konflikte und der Klimawandel.

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    Von
    • Sophie Timmermann

    Die Welthungerhilfe hat heute ihren Jahresbericht 2019 in Berlin vorgestellt. Im Vordergrund stand aber die Corona-Pandemie 2020 und deren aktuelle Auswirkungen auf die Hungerbekämpfung. "Corona ist der Brandbeschleuniger der sowieso vorhandenen Krisen", sagte Marlehn Thieme, Präsidentin der Hilfsorganisation. In Ländern, die von Kriegen, Konflikten und dem Klimawandel sowieso schon schwer betroffen sind, wirkt sich die Pandemie erheblich aus.

    Die Pandemie habe deutlich größere Konsequenzen in den Ländern des Südens, wie Indien, Brasilien und Länder südlich der Sahara. Nach Einschätzungen der Weltbank werden 70 bis 100 Millionen Menschen bis Ende des Jahres in extreme Armut gedrängt. Außerdem gehen Millionen Arbeitsstellen verloren. Besonders betroffen seien Menschen, die im Ernährungssystem arbeiten. 450 Millionen Jobs würden verloren, eine ganze Infrastruktur ginge kaputt, so Thieme.

    Klimawandel bleibt einer der Hauptursachen

    Eine der Hauptursachen von Armut bleibt der Klimawandel. Seit 1990 hat sich die Anzahl von Katastrophen verdoppelt. Ernteausfälle und auch die anhaltenden Heuschreckenplagen in mehreren afrikanischen Ländern wirken sich erheblich auf die Situation aus.

    Auch wirtschaftlich gibt es bei Direktinvestitionen aus anderen Ländern einen Rückgang. Es gebe einen "dramatischen Anstieg von Notleidenden", sagte die Präsidentin. Die Zahl der von Hungertod bedrohten Menschen könnte sich bis Ende des Jahres auf 270 Millionen verdoppeln: "Krieg und Konflikt machen in der Pandemie keine Pause".

    Internationale Solidarität gefordert

    Das Jahr 2020 sei auch entscheidend im Hinblick auf die Ziele der nachhaltigen Entwicklung. Bis 2030 soll es eine Welt ohne Hunger geben. Thieme sieht dabei die "internationale Solidarität auf dem Prüfstand" und appellierte an die Bundesregierung, die EU-Ratspräsidentschaft, deren Vorsitz Deutschland seit diesem Monat hält, aktiv zu nutzen.

    Die durch Armut entstehende Perspektivlosigkeit sei nämlich auch gefährlich, da sie die Anfälligkeit für radikale Gruppierungen erhöhe, sagte die Präsidentin der Hilfsorganisation.

    Spenden leicht gestiegen

    Insgesamt hatte die Hilfsorganisation im vergangenen Jahr 249,7 Millionen Euro Einnahmen und konnte damit 10,5 Millionen Menschen in 36 Ländern helfen. Die Hilfsorganisation hat etwa 190 Millionen an institutionellen Zuschüssen erhalten, wobei das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit größter Geber war.

    Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl von Privatspenden leicht auf 56,6 Millionen Euro gestiegen. Dieser positive Spendentrend setzte sich momentan fort, sagte Generalsekretär Matthias Mogge. Der Förderschwerpunkt der Hilfsorganisation lag in Afrika und Asien.

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