| BR24

 
 

Bild

Frauen und Kinder fliehen aus umkämpften Gebieten
© BR

Autoren

Claudia Steiner
© BR

Frauen und Kinder fliehen aus umkämpften Gebieten

Hunderte Zivilisten sind nach Angaben von Aktivisten vor Kämpfen um die wohl letzte Bastion der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) in Syrien geflohen. Rund 1.500 Menschen hätten in den vergangenen 24 Stunden den vom IS kontrollierten Ort Baghus verlassen können, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Bei den meisten handele es sich um Frauen und Kinder unterschiedlicher Nationalitäten. Unter ihnen seien auch Ausländerinnen, die zum Islam konvertiert sind.

Offensive seit dem Wochenende

Die Zivilisten sind demnach in ein Gebiet geflohen, das unter Kontrolle der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) ist. Die SDF stehen unter kurdischer Führung und hatten am Wochenende eine Offensive auf die letzte IS-Bastion begonnen. Die von den USA angeführte internationale Koalition unterstützt sie aus der Luft. Der IS sei auf ein Gebiet von etwa zwei Quadratkilometern zurückgedrängt worden. In Baghus sollen noch mehrere Hunderte IS-Anhänger ausharren, darunter Anführer und ausländische Kämpfer.

von der Leyen: Im Kampf gegen IS nicht nachlassen

Unterdessen rief Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen vor der Münchner Sicherheitskonferenz dazu auf, im Kampf gegen die IS-Terrormiliz nicht nachzulassen. "Wir wissen, dass der IS nicht geschlagen ist, aber dass er sein Gesicht, seine Vorgehensweise verändert", sagte die CDU-Politikerin der dpa. Von der Leyen begrüßte, dass die US-Regierung nach Abzugsplänen aus Syrien nun wieder auf die Bremse getreten ist. Es sei gut, dass die Amerikaner "von einem zunächst rein zeitgetriebenen Rückzug dazu übergangen sind, inhaltliche Grundbedingungen für einen Abzug zu formulieren". Der Kampf gegen den IS reiche weit über die syrische Frage hinaus, betonte die Ministerin.

In München werden von Freitag bis Sonntag insgesamt 600 Experten für Sicherheitspolitik erwartet, darunter rund 30 Staats- und Regierungschefs sowie rund 80 Außen- und Verteidigungsminister.