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Hotelbuchungen in Venedig sinken nach Hochwasser rapide | BR24

© dpa-Bildfunk / Andrea Merola

Helfer installieren auf dem überschwemmten Markusplatz einen Steg

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    Hotelbuchungen in Venedig sinken nach Hochwasser rapide

    Im November kam es in Venedig zu einer Rekordflut, mehrfach wurde die Stadt überschwemmt. Jetzt verzeichnen die Hoteliers der Stadt einen drastischen Einbruch bei den Buchungszahlen - und versuchen Missverständnisse über das Hochwasser aufzuklären.

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    Die Hoteliers der italienischen Lagunenstadt Venedig verzeichnen nach dem Hochwasser im November einen starken Einbruch der Reservierungen. In den vergangenen 30 Tagen seien 45 Prozent der Buchungen storniert worden, sagte der Chef des venezianischen Hotelier-Verbandes, Vittorio Bonacini.

    Nicht einmal nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001, als der Tourismus weltweit einbrach, seien die Rückgänge so eklatant gewesen, so Bonacini weiter.

    Offenbar Missverständnisse über Flut

    Mitte November war das Hochwasser in Venedig auf Rekordniveau gestiegen. Am 12. November erreichte es einen Pegel von 1,87 Metern über dem Meeresspiegel.

    Bonacini beklagte, dass es bezüglich dieser Zahl Missverständnisse gebe. Touristen aus den USA hätten angerufen und gefragt, ob ein Kind mit einer Körpergröße von 1,50 Metern in Venedig in Gefahr sei. Die Lagunenstadt liege aber mehr als einen Meter über dem Meeresspiegel, betonte Bonacini. Wenn von einer Flut von 1,30 Metern die Rede sei, bedeute dies, dass das Wasser in Venedig einen maximalen Pegel von 30 Zentimetern erreiche.

    Hinzu komme, dass das Rekordhoch am 12. November nur eineinhalb Stunden angedauert und sich die Situation binnen weniger Stunden normalisiert habe, sagte Bonacini.

    Hochwasserschutz frühestens ab 2021

    Venedig wurde vom schlimmsten Hochwasser seit über 50 Jahren heimgesucht. Auch der Markusplatz der Lagunenstadt war überflutet. Starke Winde hatten das Wasser in die Kanäle gedrückt. Angesichts des jüngsten Hochwassers hatte sich auch die UNESCO zu Wort gemeldet. Sie forderte Venedig auf, das Hochwasserschutzprojekt voranzutreiben. Venedig gehört seit 1987 zum Welterbe.

    Das Vorzeigeprojekt Mose, das bereits 1984 geplant wurde, stockte unter anderem wegen Korruptions- und Geldwäschevorwürfen. Der Bau soll mittlerweile zu 93 Prozent abgeschlossen sein und im Frühjahr 2021fertig werden. Zuletzt hatten Ingenieure entdeckt, dass Teile der Konstruktion verrostet waren.