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Offenerer Umgang mit der sexuellen Identität | BR24

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Hand tippt Zahlen in Taschenrechner

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    Offenerer Umgang mit der sexuellen Identität

    Die Zahl der Lesben und Schwulen, die am Arbeitsplatz offen mit ihrer sexuellen Identität umgehen, hat sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt. 2007 waren es nur 12,7 %. Jetzt sind es knapp ein Drittel der Befragten.

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    Das sind die Ergebnisse der Studie „Out im Office?!“ zur Arbeitssituation lesbischer, schwuler, bisexueller und transsexueller (LSBT) Beschäftigter in Deutschland. Erhoben vom Institut für Diversity- & Antidiskriminierungsforschung in Kooperation mit der Hochschule Fresenius. Vorgelegt heute, gemeinsam mit der Antidiskriminierungsstelle des Bundes. Auch gegenüber Führungskräften wächst die Offenheit.

    Akzeptanz der sexuellen Identität fördert Arbeitsqualität

    "Wenn die LSBT Beschäftigten offen sein können, bezüglich der sexuellen Identität, hat das positive Auswirkungen auf die Arbeitszufriedenheit, auf die Verbundenheit mit dem Arbeitgeber und letztlich auch auf die Ressourcen. Wenn sie ständig überlegen müssen, was sie wann, wo sagen können, das kostet Energie." Dominic Frohn, Studienleiter „Out im Office?!“, Institut für Diversity- & Antidiskriminierungsforschung, im Notizbuch

    Gleichzeitig liegt aber die Zahl der Beschäftigten, die angeben, bereits Diskriminierung am Arbeitsplatz erlebt zu haben, mit 76,3 Prozent unverändert hoch.

    Drei von vier Homo- oder Transsexuellen berichten von Diskriminierung im Beruf.

    "Die Befragung zeigt leider deutlich: LSBT-Personen erleben am Arbeitsplatz Ausgrenzung, Mobbing und Belästigungen. Wir sehen aber auch: Das gewandelte gesellschaftliche Klima schlägt sich in den Unternehmen nieder. Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können heute offener mit ihrer sexuellen Orientierung umgehen als noch vor zehn Jahren. Unternehmen können und sollten das unterstützen – indem sie Diskriminierung sichtbar ahnden und eine offene Unternehmenskultur fördern, zum Beispiel durch mehr Diversity-Trainings." Christine Lüders Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, bei der Vorstellung der Ergebnisse in Berlin.

    Am wenigsten akzeptiert: Transsexualität

    69 Prozent der transsexuellen Personen gehen nicht oder nur gegenüber wenigen Kolleginnen oder Kollegen offen mit ihrer Geschlechts- Identität um. Auch erleben transgeschlechtliche Beschäftigte wesentlich häufiger arbeitsplatzrelevante Diskriminierung als lesbische, schwule und bisexuelle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.