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Fragen rund um Impfungen beschäftigen die Bevölkerung

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    Impfzentren: Annäherung zwischen Spahn und Holetschek?

    In der Debatte um Impf-Ressourcen bahnt sich ein Kompromiss an: Bayerns Gesundheitsminister Holetschek will "Impfzentren 2.0" installieren, Jens Spahn ist bereit, über September hinaus deutschlandweit Impfzentren zu betreiben. Eine Analyse.

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    Von
    • Barbara Kostolnik

    Bund und Länder wissen, wo es brennt. Die Menschen nämlich bewegt flächendeckend die Frage nach dem Impfen. Und damit: Wo kann ich mich impfen lassen, wann endlich, und wie lange überhaupt noch? Was zu der Anschluss-Frage führt: Wie geht es weiter mit den Impfzentren? Was ändert sich, wenn die Finanzierung durch den Bund ausläuft? Müssen dann die Länder einspringen?

    Bund und Länder wollen Impf-Kompromiss

    Die Zeichen stehen nach dieser Konferenz auf Kompromiss, auch wenn es keinen konkreten Beschluss gab. Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek schweben "Impfzentren 2.0" vor: Sie sollen Impf-Ressourcen vorhalten, etwa wenn im Herbst Auffrischungsimpfungen notwendig werden sollten.

    Noch ist nicht sicher, ob es diese Nachimpfungen geben muss, aber wenn ja, dann bräuchte man neben mobilen Impfteams für gefährdete Gruppen und ältere Menschen auch noch die Impfzentren. Klaus Holetschek vertritt wie Ministerpräsident Markus Söder hier eine vorsichtige Haltung: lieber Ressourcen in Reserve halten als abbauen. Wenn der Bund nicht zahlt, könnte immer noch die bayerische Staatsregierung einspringen.

    Dilemma für Spahn: Impfen weiter finanzieren oder nicht?

    Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hingegen steht vor einem Dilemma. Werden die teuren Impfzentren weiter betrieben, ohne dass sie tatsächlich gebraucht werden, könnte schnell der Vorwurf laut werden, es würden Steuergelder verschwendet. Hält er keine Impfungen vor, würden die aber später gebraucht, müsste er es sich gefallen lassen, nicht vorausschauend gehandelt zu haben. Spahn stand in der Corona-Krise schon vor einer Reihe ähnlicher Zwiespalte, er ist vorsichtiger geworden und dürfte genau abwägen, was er tut.

    Ende September sollen die Impfzentren eigentlich schließen. Die Länder wollen nun in zwei Wochen ein Konzept vorlegen, wie die Zentren weiter geöffnet bleiben können. Grundsätzlich, das hat Jens Spahn erklärt, ist er bereit, die Länder auch über den September hinaus zu unterstützen.

    Neue Harmonie – Bund und Länder gemeinsam gegen Corona

    Wie zu hören war, haben sich die Länderministerinnen und -minister und ihr Kollege aus dem Bund kaum gestritten, an dieser neuen Harmonie mögen die niedrigen Inzidenz-Zahlen ihren Anteil haben.

    Zur neuen Verbundenheit zwischen Spahn und seinem bayerischen Kollegen, zwischen denen es in der Vergangenheit ebenfalls öfter geknirscht hatte, gehörte dann auch, dass Holetschek Spahn einen blauen Porzellan-Löwen überreichte. Bund und Länder, so könnte ein Signal dieser Konferenz lauten, haben begriffen, dass sie nur gemeinsam die Pandemie besiegen.

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