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Hohes Suchtrisiko durch Alkohol, Tabak und Glücksspiel | BR24

© pa / dpa / Kai Remmers

Ein Mann spielt ein Online-Pokerspiel

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Hohes Suchtrisiko durch Alkohol, Tabak und Glücksspiel

Alkohol und Tabak sind weiter die Suchtmittel Nummer 1 in Deutschland - so steht es im "Jahrbuch Sucht 2019". Eine hohe Gefahr der Abhängigkeit geht demnach auch von Online-Casinos aus. Die sind zwar verboten, viele Anbieter ignorieren das aber.

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Nach wie vor sind es die legalen Drogen Alkohol und Tabak, die die meisten Menschen süchtig machen. Zu diesem Ergebnis kommt die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. in ihrem "Jahrbuch Sucht 2019".

Demnach haben im Jahr 2018 zwar weniger Menschen geraucht als im Vorjahr und im Durchschnitt haben die Deutschen auch etwas weniger Alkohol getrunken. Die Suchtexperten warnen aber, pro Jahr würden etwa 74.000 Todesfälle durch Alkohol oder den kombinierten Konsum von Tabak und Alkohol verursacht. Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. fordert deshalb Preiserhöhungen und zudem, die Werbung für Alkohol zu beschränken.

Hohes Risiko durch Online-Casinos

Ein weiteres Problem sieht der Verein im illegalen Glücksspiel via Onlinecasino. Das Risiko, süchtig zu werden, sei hoch, denn die Onlinecasinos seien rund um die Uhr verfügbar. Die Spieler könnten so unauffällig, zum Beispiel über das Handy, teilnehmen und unkompliziert und nahezu unbegrenzt einzahlen.

Das Bundesverwaltungsgericht hatte zwar bereits 2017 in einem Urteil bestätigt, dass Casino- und Pokerspiele im Internet verboten sind. Ilona Füchtenschnieder vom Fachverband Glücksspielsucht e.V. sagt jedoch, dieses Urteil werde nach wie vor von vielen Anbietern ignoriert - und die Glücksspielaufsicht sei mit der Kontrolle überfordert.

Automaten locken mit hohen Gewinnen

Der Suchtforscher Gerhard Meyer warnt zudem vor legalem Glücksspiel an Automaten. Auch in diesem Bereich sei das Suchtpotenzial hoch. Die Anbieter würden mit hohen Gewinnen locken, die "einen erheblichen Vermögenswert darstellen".

Eigentlich schreibt die Spielverordnung vor, dass der maximale Gewinn pro Stunde auf 400 Euro begrenzt werden muss. Laut dem Suchtforscher haben die hohen Gewinne aber eine unmittelbar stimulierende Wirkung und führen dazu, dass die Spieler aus der Alltagsrealität abtauchen. Spieler an Geldspielautomaten sind seinen Angaben zufolge unter allen Glücksspiel-Fans die größte Gruppe, die in der ambulanten Suchtberatung Hilfe sucht.

© BR

Viele Arbeitnehmer haben ein Suchtproblem - und das wirkt sich auf das Arbeitsleben aus. Das sind Erkenntnisse aus dem DAK-Gesundheitsreport, der am 16.4.19 vorgestellt wurde. Jeder zehnte Arbeitnehmer hat demnach einen riskanten Alkoholkonsum.