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Personal auf einer Corona-Intensivstation

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    Corona trifft Menschen in Gesundheitsberufen besonders häufig

    Die Gefahr einer schweren Covid-19-Erkrankung ist für Ärzte, Pflegekräfte und Sanitäter einer britischen Studie zufolge wesentlich höher als in anderen Berufsgruppen. Ein großes Problem angesichts des Personalmangels.

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    • BR24 Redaktion

    Während in Deutschland die Corona-Zahlen in die Höhe gehen und immer mehr Kliniken vor Kapazitätsengpässen warnen, beschreibt eine britische Studie ein besonderes Erkrankungsrisiko für medizinisches Personal.

    Siebenmal höheres Risiko in Großbritannien

    Die Gefahr einer schweren Covid-19-Erkrankung ist laut der Untersuchung der Universität Glasgow für Menschen in Gesundheitsberufen in Großbritannien siebenmal höher als für Menschen in sogenannten nicht-essenziellen Berufsgruppen. Bei medizinischem Hilfspersonal war dieses Risiko sogar neunmal höher. Die Forscher verglichen dabei nicht die Zahlen der Corona-Infektionen, sondern nur die der Covid-19-Patienten in britischen Kliniken inklusive der Gestorbenen, also der schweren Krankheitsverläufe.

    Die Studie umfasste gut 120.000 Menschen im Alter zwischen 49 und 64 Jahren. Über 35.000 (29 Prozent) übten dabei einen sogenannten "essenziellen" Beruf aus, arbeiteten also im Gesundheitswesen (neun Prozent), im Sozial- und Erziehungswesen (elf Prozent) sowie in den Bereichen Polizei, Transport und Lebensmittelzubereitung (neun Prozent). Dabei stellten die Forscher zunächst fest, dass in diesen Bereichen überdurchschnittlich viele Frauen sowie überproportional viele Schwarze und aus Asien stammende Menschen beschäftigt sind.

    Gesundheitspersonal unter Erkrankten stark überrepräsentiert

    Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte bereits im September berichtet, dass 14 Prozent aller weltweit gemeldeten Corona-Infektionen auf Menschen in Gesundheitsberufen entfielen. In manchen Ländern liege die Quote gar bei 35 Prozent, obwohl deren Anteil an der Bevölkerung insgesamt in den meisten Ländern bei unter 3 Prozent liege.

    Keine verlässlichen Daten für Deutschland

    Wie viele Angehörige von Gesundheitsberufen in Deutschland genau erkrankt sind und das insbesondere mit schwerer Symptomatik, lässt sich indes nicht genau beziffern. So gibt es hierzulande kein zentrales Melderegister dafür. Bei registrierten Corona-Fällen fehlen oftmals die Angaben zum Beruf. Mehr und mehr Meldungen über erkrankte Angestellte wie zuletzt etwa aus dem Uniklinikum Augsburg deuten aber auf eine steigende Zahl hin.

    Versorgung mit Schutzausrüstung offenbar verbessert

    In Deutschland scheint zumindest die Versorgung mit Schutzkleidung für medizinisches Personal mittlerweile besser zu sein als noch im Frühjahr. Das ergaben Mitgliederbefragungen einiger Landesverbände des Marburger Bundes. Diese stellten aber auch fest, dass etwa regelmäßige Pausen für zwei Drittel der Befragten oder mehr gar nicht oder nicht ausreichend möglich seien, so die Befragungen in Bayern, Sachsen und dem Saarland. Hinzu komme wachsende Personalnot. Jener Stress schade der Gesundheit des medizinischen Personals, wobei Infektionen eine zusätzliche Belastung darstellten.

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