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Hofreiter hält Masterplan Schienenverkehr für Show | BR24

© Bayern 2 radioWelt

Vor der Präsentation des Masterplans Schienenverkehr durch den Bundesverkehrsminister hat Grünen-Fraktions-Chef Anton Hofreiter eine echte Strukturreform der Bahn gefordert. So sei der Masterplan nur eine "große Showveranstaltung".

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Hofreiter hält Masterplan Schienenverkehr für Show

Vor der Präsentation des Masterplans Schienenverkehr durch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat Grünen-Fraktions-Chef Anton Hofreiter eine echte Strukturreform der Bahn gefordert. So sei der Masterplan nur eine "große Showveranstaltung".

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Der Grünen-Fraktions-Chef Anton Hofreiter fordert eine Strukturreform der Bahn. Man müsse die Probleme mit der Bahn systemisch angehen, sagte er im Interview mit der radioWelt auf Bayern 2. Der Bahn sei ein äußerst komplizierter, in sich zersplitterter Konzern. Für Bahnhöfe, Gleise und Oberleitungen seien unterschiedliche Sparten zuständig, das sorge für eine große Ineffizienz. "An solche Dinge müsste man sich halt mal herantrauen."

Den Masterplan, den Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) heute vorstellen will, bezeichnet der ehemalige Vorsitzende des Verkehrsausschusses als "schöne, große Showveranstaltung." Ein Großteil der Inhalte sei bereits seit Jahren bekannt.

Bundesweiter Deutschlandtakt fehlt

Er vermisse in dem Plan einen echten Deutschlandtakt, den die Grünen schon sehr lange forderten.

"Aber, wenn man halt dann liest, es gibt einen Deutschlandtakt auf der Strecke Berlin-Hamburg, dann ist das eine Absurdität." Anton Hofreiter

Ein Deutschlandtakt bedeute nicht, dass die Züge auf einzelnen Strecken im Takt fahren, so der Grünen-Politiker, sondern insgesamt.

Als Vorbild für eine funktionierende Bahn nannte Hofreiter die Schweiz. Dort seien Züge des Fernverkehrs, des Nahverkehrs und Busse miteinander vertaktet.

Zusätzliche Investitionen nötig

Um die Bahn zu modernisieren, müsse deutlich mehr Geld ausgegeben werden, als bisher geplant. Hofreiter bezifferte die Kosten auf zusätzlich mehrere Milliarden Euro, weil das Bahnsystem in der Vergangenheit auf "Verschleiß gefahren worden ist." Aber trotz der Corona-Pandemie müsse in die Bahn investiert werden.

"Wir geben im Moment sehr, sehr viel Geld aus, um unsere Wirtschaft zu erhalten, und ich glaube, wenn wir das Geld nicht ausgeben, dann wird es uns nicht gelingen, ein zukunftsfähiges Mobilitätssystem zu schaffen." Anton Hofreiter

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