BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

"Hört endlich auf die Wissenschaft" - Greta Thunberg ist zurück | BR24

© Foto: Aaron Chown/PA Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk

ARCHIV - 28.02.2020, Großbritannien, Bristol: Greta Thunberg, Klimaschutzaktivistin aus Schweden, nimmt an einem Klima-Streik teil.

1
Per Mail sharen

    "Hört endlich auf die Wissenschaft" - Greta Thunberg ist zurück

    Greta Thunberg ist zurück und bleibt im Radio bei ihrer Botschaft: Die Klimakatastrophe sei eine unstrittige Bedrohung, die einen radikalen und sofortigen Wandel im Lebensstil nötig mache. Entschlossenes Handeln wie in der Corona-Krise sei gefragt.

    1
    Per Mail sharen

    Natürlich habe die Corona-Tragödie keinen langfristig positiven Klimaeffekt. Mit einer Ausnahme: Sie zeige, wir man auf eine Notlage reagieren sollte: Mit schnellen, schwerwiegenden und entschlossenen Schritten. Das ist die Kernaussage von Greta Thunberg, die als Gast in der traditionellen "Sommar"-Reihe des öffentlichen schwedischen Radios auftrat und über sich und ihre Sache sprach.

    Mehr als eine Million Menschen hören das Interview

    Die Pandemie hat Thunbergs "Fridays For Future"-Klimainitiative an den Rand der öffentlichen Wahrnehmung gedrängt. Mit ihrem Radioauftritt, den inzwischen auch online und auf Englisch mehr als eine Million Menschen gehört haben, meldete sich die 17-Jährige kraftvoll zurück. Stark, entschlossen, nüchtern und ernüchternd.

    Sie bleibt bei ihrer Botschaft: Danach ist die Klimakatastrophe eine unstrittige Bedrohung, die einen radikalen und sofortigen Wandel im Lebensstil der Menschen nötig macht. Sie selbst will nach ihren Worten dabei nicht im Mittelpunkt stehen, ihr neuer alter Appell an Politik und Gesellschaft: "Hört endlich auf die Wissenschaft – und handelt!" Und zwar mindestens so entschlossen wie seit Ausbruch der Corona-Pandemie.

    "Ich habe mich von meinen Gefühlen leiten lassen"

    Es war einer der Höhepunkte ihrer USA-Reise im vergangenen Herbst. Greta Thunberg sprach vor den Vereinten Nationen und knöpfte sich die Staats- und Regierungschef vor: "Wir stehen am Anfang eines Massensterbens, und alles, worüber ihr reden könnt, sind Geld und Märchen vom ewigen Wirtschaftswachstum. Wie könnt ihr es wagen!"

    Im schwedischen Radio erzählte sie jetzt, was sie sich dabei gedacht hat. Dass die Rede doch eigentlich ein Appell war, endlich auf die Wissenschaft zu hören, viel mehr als drei Worte. "Das Einzige, was hängen geblieben ist, ist dieses 'Wie könnt ihr es wagen'. Ich war noch nie in der Öffentlichkeit böse und eigentlich auch nicht privat. Aber ich wollte das Beste aus der Rede machen und Dinge sagen, hinter denen ich für den Rest meines Lebens stehen kann. Also habe ich mich von meinen Gefühlen leiten lassen."

    Gretas Merkel-Moment

    Hinterher gab es viel Schulterklopfen in New York, berichtete Greta mit ihrer typisch trockenen Skepsis. Und es gab einen Merkel-Moment. Alles leere Routine? "Der UN-Generalsekretär kommt ‘rein, wir machen Smalltalk, so wie ich es gelernt habe. Dann ist die Kanzlerin an der Reihe, um zu gratulieren, sich mit mir fotografieren zu lassen und zu fragen, ob sie das Bild in sozialen Medien posten darf."

    Greta mit ihrer Forderung nach einer radikalen Umkehr in unserer Art, auf Kosten des Ökosystems Erde zu leben, hält nicht viel von Politikern, aber auch nicht viel von den Gesellschaften, an deren Spitze sie stehen. "Moral, Wahrheit, langfristiges und ganzheitliches Denken, das scheint uns nichts zu bedeuten. Die Kaiser dieser Welt sind nackt und unsere Gesellschaft ist auch nur eine große Nudistenparty."

    Greta schildert Privates

    Selten machte Greta in den 90 Minuten das, wofür diese Radioserie auch bekannt ist, schilderte Privates, private Sorgen und Ängste. Wie sie in New York ihre Hündin Roxy vermisst hat zum Beispiel, oder was aus ihrer Botschaft, ihrer Mission gemacht wird mit welchen Konsequenzen: "Alles, was ich tue und sage, wird verändert und auf den Kopf gestellt. Das führt zu Spott, Verschwörungstheorien und organisierte Hasskampagnen bis hin zu Morddrohungen an meine Adresse und die meiner Familie.

    Die Medien sollten sich nicht auf sie konzentrieren

    Die Medien spielen dabei in ihren Augen eine wichtige Rolle, weil sie nicht wiedergäben, was sie fordere, eben "hört auf die Wissenschaft, nicht auf mich", sondern sie in den Mittelpunkt stellten. "Die Leute wollen etwas Einfaches, Konkretes. So wollen mich böse, naiv, kindisch und emotional. Das ist die Story, die sich verkauft und Klicks generiert."

    Sie wollen nichts verpassen, worüber Bayern spricht? Dann abonnieren Sie jetzt den neuen BR24-Newsletter. Er fasst für Sie das Wichtigste vom Tag auf einen Blick zusammen – immer montags bis freitags zum Feierabend. Hier geht es zur Anmeldung.