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Höhere Gewalt? Rechte von Bahnkunden sollen eingeschränkt werden | BR24

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Wenn es nach den Mitgliedstaaten der EU geht, sollen Bahnreisende künftig keine Entschädigung mehr erhalten, wenn ihr Zug etwa aufgrund eines Unwetters verspätet ist. Die Verkehrsminister einigten sich in Brüssel auf eine entsprechende Klausel.

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Höhere Gewalt? Rechte von Bahnkunden sollen eingeschränkt werden

Wenn es nach den Mitgliedstaaten der EU geht, sollen Bahnreisende künftig keine Entschädigung mehr erhalten, wenn ihr Zug etwa aufgrund eines Unwetters verspätet ist. Die Verkehrsminister einigten sich in Brüssel auf eine entsprechende Klausel.

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Ist der Zug zu spät, weil es zu heftig stürmt oder schneit, weil Bäume umgeknickt sind oder ein Erdrutsch die Gleise blockiert – dann sollen Bahnunternehmen von ihrer Entschädigungspflicht befreit werden. Das planen die europäischen Verkehrsminister. Neben "extremen Wetterbedingungen" geht es etwa auch um "Personen auf den Gleisen", nicht jedoch um Streiks des Bahnpersonals.

Eine entsprechende Klausel in der EU-Richtlinie zu Fahrgastrechten im Bahnverkehr wurde heute in Brüssel beschlossen. Damit würden die Regelungen bei der Bahn an die der Fluggesellschaften angeglichen.

Das heißt: Wenn höhere Gewalt im Spiel ist, gehen die Fahrgäste bei Verspätungen leer aus.

Verkehrsminister beschließen auch Erleichterungen für Bahnreisende

Vorgesehen ist auch, dass die Bahnkonzerne die Passagiere über ihre Rechte informieren, zum Beispiel mit entsprechenden Hinweisen auf dem Fahrschein. Und dass die Betreuung von Fahrgästen mit Behinderungen verbessert wird. Außerdem soll es künftig in Schnell- und Fernzügen leichter möglich sein, Fahrräder mitzunehmen.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) spricht von einem guten Ausgleich zwischen den Interessen der Fahrgäste und denen der Bahnunternehmen.

Verbraucherschützer üben scharfe Kritik

Verbraucherschützer überzeugt die Regelung nicht: "Es ist sehr bedauerlich, dass das Reisen mit dem Zug auf europäischer Ebene unattraktiver gemacht werden soll", sagte Marion Jungbluth vom Verbraucherzentrale Bundesverband. Die EU-Staaten hätten sich gegen die Interessen der Verbraucher gewandt.

Beschlossen ist aber noch nichts. Die EU-Institutionen müssen sich jetzt auf eine gemeinsame Position einigen, damit die Richtlinie verabschiedet werden kann. Vor allem die Abgeordneten im EU-Parlament wollen die Fahrgastrechte eher stärken.