BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Höchststand der Corona-Neuinfektionen seit April erreicht | BR24

© BR

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen steigt. Heute leider ein Rekord: Deutschland hat den höchsten Tageswert seit April erreicht, mit exakt 2.194 neuen gemeldeten Fällen.

3
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Höchststand der Corona-Neuinfektionen seit April erreicht

Es werden wieder mehr Corona-Fälle in Deutschland gemeldet. Ist das eine wenig aufregende Schwankung - oder eine gefährliche Entwicklung? Ein Blick auf die Infektionslage.

3
Per Mail sharen
Von
  • BR24 Redaktion

Die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen hat den höchsten Tageswert seit vier Monaten erreicht. Das geht aus Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Donnerstagmorgen hervor. "Das, was man im Moment sieht, also heute Morgen zum Beispiel - 2.200 neue Fälle -, das ist schon nicht so eine beliebige Schwankung. Sondern wir sind jetzt wieder im Anstieg", sagte dazu der Virologe Christian Drosten auf einem Kommunikationskongress in Berlin.

Bisheriger Höchststand lag bei rund 6.000 Neuinfektionen

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland laut RKI 2.194 neue Corona-Infektionen gemeldet. Der bisherige Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6.000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Im August lag die Zahl der Fälle dann einmal bei knapp über 2.000 (2.034).

Laut RKI treten weiterhin bundesweit zahlreiche kleinere Corona-Ausbrüche auf, zum Beispiel in Verbindung mit Reiserückkehrern und im Zusammenhang mit Feiern im Familien- und Freundeskreis. Der Anteil der Coronavirus-Fälle unter Reiserückkehrern sei jedoch seit Mitte August deutlich zurückgegangen. Laut RKI stecken sich zunehmend wieder Menschen in Deutschland an.

Drosten sieht Beginn einer Inzidenzzunahme

Drosten unterscheidet die jetzige Situation von der Lage im August. Damals sei das kurze An- und Abschwellen der Zahl der Neuinfektionen mit großer Sicherheit auf aus dem Ausland importierte Fälle zurückzuführen gewesen, "die in Deutschland nicht weitergegangen sind", sagte Drosten. Die jetzt neu diagnostizierten Fälle seien aber in Deutschland aufgetretene Infektionen.

Diese Unterscheidung ist laut Drosten wichtig. Denn ein jetzt diagnostizierter Fall sei in erster Linie ein Hinweis auf das Cluster, in dem der Mensch sich vor einer Woche angesteckt hat. Ein Cluster kann beispielsweise eine Gruppe von Menschen bei einer Familienfeier oder eine Bürogemeinschaft sein. Bei Reiserückkehrern liege dieses Cluster im Ausland. Anders bei den aktuellen Fällen: "Und da ist im Hintergrund ein unerkanntes Cluster. Das heißt, wir müssen uns eigentlich jetzt so drauf einstellen, dass das, was wir sehen, der Beginn einer Inzidenzzunahme ist, die man irgendwann auch dann wieder kontrollieren muss."

Aktuelle Situation nicht mit der im März vergleichbar

Drosten betonte, dass die Situation nicht mit der im März vergleichbar sei. Selbst wenn demnächst - wie damals Ende März/Anfang April - mehr als 6.000 Neudiagnosen pro Tag gemeldet würden, sei das nicht dasselbe, weil viel mehr getestet werde. Man müsse dann nicht wie im März einen "Lockdown" machen, "aus mehreren Gründen".

"Wir zählen viel empfindlicher", sagt Drosten. Es dürften also mehr Infektionen erkannt werden als im Frühjahr. Zum anderen sind jetzt mehr jüngere Leute infiziert, die nicht schwer krank werden. Trotzdem könne es aber keine Entwarnung geben, sagte Drosten, der auf dem Kongress für seine Aufklärungsarbeit in der Pandemie einen Ehrenpreis des Bundesverbandes der Kommunikatoren erhielt.

Beim Coronavirus sorgen die meisten Infizierten laut früheren Ausführungen von Drosten für relativ wenige Ansteckungen, während einzelne Infizierte - die sogenannten Superspreader - unter bestimmten Umständen sehr viele Folgefälle auslösten, beispielsweise in einem Cluster.

Todesrate sinkt wegen niedrigerem Alter der Infizierten

Aktuell sterben laut RKI immer weniger der gemeldeten Corona-Infizierten. "Dies liegt hauptsächlich daran, dass relativ viele junge Menschen neu diagnostiziert werden, von denen relativ wenige schwer erkranken und versterben", schreibt das RKI. Es müsse nun insbesondere verhindert werden, dass wieder vermehrt ältere und besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen erkranken. Seit der vergangenen Woche sei allerdings ein leichter Anstieg der Fallzahlen in den höheren Altersgruppen zu sehen, dieser Verlauf sollte aufmerksam beobachtet werden. Die Situation auf den Intensivstationen ist laut DIVI-Intensivregister weiterhin entspannt.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich laut RKI mindestens 265.857 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 17.9., 0.00 Uhr) infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9.371. Seit dem Vortag wurden drei Todesfälle mehr gemeldet. Bis Donnerstagmorgen hatten etwa 237.300 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!