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Der Bund rechnet wegen der Hochwasser-Katastrophe mit mindestens rund zwei Milliarden Euro Schäden bei der Deutschen Bahn sowie bei Straßen.

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    Hochwasser-Ticker: Milliarden-Schäden bei Bahn und Straßen

    Zerstörte Brücken, Gleise, Straßen und Mobilfunkmasten: In den Hochwasser-Katastrophengebieten rechnet der Bund mit mindestens rund zwei Milliarden Euro Schäden an der Infrastruktur. Am Mittwoch soll ein Aufbaufonds beschlossen werden.

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    • BR24 Redaktion

    Hinweis: Dieser Ticker gibt den Stand bis zum Montag, 19. Juli 2021 wieder. Aktuelle Entwicklungen und Nachrichten zum Unwetter finden Sie hier.

    Die wichtigsten Meldungen zum Hochwasser in Kürze:

    18.53 Uhr: Bund rechnet mit zwei Milliarden Euro Schäden bei Bahn und Straßen

    Der Bund rechnet wegen der Hochwasser-Katastrophe mit mindestens rund zwei Milliarden Euro Schäden alleine bei der Deutschen Bahn sowie bei Straßen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Montag aus Regierungskreisen. Alleine bei der Bahn gebe es einen Schaden von mindestens 1,3 Milliarden Euro.

    Zerstörte Brücken, Gleise, Straßen und Mobilfunkmasten in den Hochwasser-Katastrophengebieten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sollen schnellstmöglich wieder instandgesetzt werden, hatte es zuvor aus dem Bundesverkehrsministerium geheißen. Dazu tagte heute eine Taskforce, wie ein Sprecher von Ressortchef Andreas Scheuer (CSU) gesagt hatte. Daran hätten auch Vertreter der Deutschen Bahn und der Autobahngesellschaft des Bundes teilgenommen.

    Das Bundeskabinett will am Mittwoch über Bundeshilfen für die Hochwasser-Katastrophengebiete entscheiden.

    18.50 Uhr: Bundeskanzlerin kommt nach Bad Münstereifel

    Angela Merkel will sich am Dienstag ein Bild von der Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen machen. Zusammen mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet kommt die Bundeskanzlerin (beide CDU) nach Bad Münstereifel. Der Ort im Kreis Euskirchen ist von dem Unwetter der vergangenen Tage heftig betroffen. Merkel spricht mit Vertretern von Hilfsorganisationen sowie Helferinnen und Helfern. Nach einem Treffen mit betroffenen Bürgern steht ein Gang durch das Gebiet auf dem Programm.

    Merkel war am Wochenende in Rheinland-Pfalz und hatte sich dort mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) ein Bild von der Lage im Hochwassergebiet rund um Adenau gemacht.

    17.50 Uhr: Falsche Spendenaufrufe und Fake-Shops - Betrüger nutzen Hochwasser aus

    Mit gefälschten Internet-Shops und Spendenaufrufen haben Kriminelle offenbar die Hochwasserkatastrophe ausgenutzt und Menschen um Geld gebracht. In drei Fällen hätten mutmaßliche Betrüger etwa Bautrockner im Netz angeboten, wie die Polizei in Köln und Bonn berichtete. Nachdem Betroffene dort bestellt und vorab gezahlt hatten, seien die Firmen nicht mehr erreichbar gewesen. In einem anderen Fall hätte eine vermeintliche Elektrik-Firma Reparaturen angeboten, aber diese nach Zahlung nicht ausgeführt.

    In Köln sucht die Polizei den Angaben zufolge nach mutmaßlichen Betrügern, die ein auf Facebook veröffentlichtes Foto einer durch das Hochwasser zerstörten Wohnung kopiert hätten und in einem neuen Beitrag dann um Spenden gebeten hätten. Der Post sei gelöscht worden. In allen Fällen werde wegen des Verdachts auf Betrug ermittelt.

    Gefälschte Internet-Shops seien auf den ersten Blick schwer zu erkennen, so die Polizei: "Da die Täter aus dem Ausland agieren, ist das Löschen solcher Fake-Shops oft langwierig. Die Betrüger können daher über viele Wochen hinweg ahnungslose Online-Einkäufer um ihr Geld bringen."

    17.12 Uhr: Caritas zahlt 1,5 Millionen Euro Soforthilfe - "überwältigt" von Hilfsbereitschaft

    Die Caritas zahlt für die von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Menschen Spenden in Höhe von 1,5 Millionen Euro als Soforthilfe aus. Das Geld werde nach dem dringendsten Bedarf vor Ort verteilt, teilte der Sozialverband in Freiburg mit. Das könnten sowohl Soforthilfen in Form von Bargeldauszahlungen als auch psychologische Beratungsangebote oder Hilfen bei Unterstützungsanträgen sein.

    Aus den bereitgestellten Soforthilfen könnten unter anderem Evakuierungen, die Unterbringung und Versorgung von Flutbetroffenen, aber auch einmalige pauschale Geldzuwendungen in geringer Höhe unmittelbar bezahlt werden. Der Verband sei "überwältigt davon, wie groß bundesweit die Hilfsbereitschaft der Menschen ist", erklärte Caritas-Präsident Peter Neher.

    17.31 Uhr: NRW will Hochwasserschutz an kleinen Flüssen verbessern

    NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser will den Hochwasser-Schutz an den kleinen Flüssen von NRW verbessern. "Am Rhein können wir den Anstieg des Pegels sehr genau mehrere Tage im Voraus prognostizieren. Bei den kleineren Flüssen sind die Vorwarnzeiten für ein starkes Hochwasser bei extremen Wetterereignissen kürzer", sagte die CDU-Politikerin dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Man müsse sich das Hochwasserschutzsystem an den kleinen Flüssen genau ansehen und "prüfen, wie wir hier immer besser werden können", erklärte Heinen-Esser. "Wir müssen auch an den kleinen Flüssen Retentionsräume für Hochwasser schaffen und Vorbereitungen dafür treffen, wie Hochwasser im Notfall umgeleitet werden kann", so die Politikerin aus Köln.

    Die Ereignisse der vergangenen Tage zeigten, dass ein funktionierender Hochwasserschutz und ein funktionierender Schutz vor extremen Wetterereignissen "über Leben und Tod entscheiden" könne. Bei der Analyse und Bewertung der Hochwasser-Katastrophe werde auch zu fragen sein, ob und wie das Melde- und Warnsystem "optimiert" werden könne.

    16.44 Uhr: Noch rund 30.000 Menschen im Westen ohne Strom

    Im Westen Deutschlands waren nach dem verheerenden Unwetter der vergangenen Woche auch am Montagmittag noch rund 30.000 Menschen im Gebiet des Versorgers Westnetz ohne Strom. Die genaue Zahl der Betroffenen sei aufgrund der enormen Zerstörungen und Evakuierungen nur sehr schwer zu ermitteln, teilte der Westnetz-Mutterkonzern Eon mit. Der Konzern ist nach eigenen Angaben dabei, Mitarbeiter, Notstromaggregate und anderes technisches Gerät aus anderen Regionen in die Krisengebiete zu transportieren, um bei der Bewältigung der Krise zu helfen.

    16.52 Uhr: Bundeskanzlerin kommt am Dienstag nach Bad Münstereifel

    Angela Merkel (CDU) macht sich am Dienstag ein Bild von der Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen. Zusammen mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet kommt die Bundeskanzlerin am Mittag nach Bad Münstereifel, wie die Staatskanzlei mitteilte. Vor Ort im Kreis Euskirchen will sich Merkel ein Bild von der Lage machen, mit Vertretern von Hilfsorganisationen und Helferinnen und Helfern sprechen. Auch Treffen mit betroffenen Bürgern stehen auf dem Programm.

    Merkel war am Wochenende in Rheinland-Pfalz und hatte sich dort mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) ein Bild von der Lage im Hochwassergebiet rund um Adenau gemacht.

    16.32 Uhr: Dobrindt verspricht Flutopfern "Hilfen in Rekordhöhe"

    Nach der verheerenden Flutkatastrophe vor allem im Westen Deutschlands hat CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt den Opfern "volle Unterstützung" zugesichert. "Wir werden dafür Hilfen in Rekordhöhe bereitstellen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Berlin: "Wir brauchen jetzt eine Solidaritätsoffensive für Soforthilfe und Wiederaufbau für die Hochwassergebiete."

    Die Bundesregierung will bei der Kabinettssitzung an diesem Mittwoch über die Hilfen für die Hochwassergebiete vor allem in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen entscheiden. An der genauen Höhe und Ausgestaltung wird nach Angaben des Bundesfinanzministeriums vom Montag noch gearbeitet. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hatte am Sonntag gesagt, der Bund orientiere sich bei den Soforthilfen an der letzten Flut, also an etwa 400 Millionen Euro.

    15.50 Uhr: Seehofer - "Wir erleben eine unfassbare Tragödie"

    Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat sich bei einem Besuch des Katastrophengebietes im Norden von Rheinland-Pfalz betroffen gezeigt. "Wir erleben in diesen Tagen eine unfassbare Tragödie", sagte er im vom Hochwasser hart getroffenen Bad Neuenahr-Ahrweiler. "Ich habe in einem langen politischen Leben mit vielen Katastrophen in Bayern mit Wasser und Schnee so etwas noch nie erlebt", sagte der Minister.

    Es handele sich um eine Ausnahmesituation, "die wir auch bei aller Anstrengungen vor Ort nur in einem großen nationalen Kraftakt bewältigen können". In Begleitung von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) und dem rheinland-pfälzischen Innenminister Roger Lewentz (SPD) verschaffte sich Seehofer auch einen Eindruck von Hilfseinsätzen wie dem Aufbau mobiler Trinkwasseranlagen durch das Technische Hilfswerk (THW).

    15.12 Uhr: Offenbar 400 Millionen Soforthilfe für Hochwasserregionen geplant, Milliarden für Wiederaufbau

    Für die von den jüngsten Überschwemmungen betroffenen Regionen soll es Medienberichten zufolge eine Soforthilfe von Bund und Ländern in Höhe von mindestens 400 Millionen Euro geben. Dabei steuere der Bund 200 Millionen bei, die anderen 200 Millionen übernähmen die betroffenen Bundesländer, berichteten Medien unter Berufung auf Regierungskreise. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hatte am Wochenende von "deutlich mehr als 300 Millionen Euro" gesprochen.

    Bei Bedarf könnten die Mittel über 400 Millionen Euro hinaus aufgestockt werden, hieß es den Berichten zufolge aus Regierungskreisen. Die Soforthilfe soll demnach Teil eines Maßnahmenpakets rund um die Unwetterkatastrophe sein, mit dem sich der bisherigen Planung zufolge am Mittwoch das Bundeskabinett befasst.

    Dem Berichten zufolge soll auch ein milliardenschwerer Wiederaufbaufonds für zerstörte Infrastruktur in den Flutgebieten beschlossen werden. An diesem Fonds sollten sich neben dem Bund alle 16 Länder finanziell beteiligen. Im Gespräch sei, dass es dazu in den kommenden zwei bis drei Wochen eine virtuelle Ministerpräsidentenkonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gebe.

    16.07 Uhr: Zahl der Flut-Opfer in NRW steigt auf 47 - Fehleranalyse angekündigt

    Die Zahl der Hochwasser-Toten in Nordrhein-Westfalen ist weiter gestiegen. "Wir haben ein Todesopfer mehr", sagt NRW-Innenminister Herbert Reul in Düsseldorf. Insgesamt seien damit 47 Menschen in NRW in den Fluten umgekommen. Die Zahl der bestätigten Todesopfer der Flutkatastrophe steigt damit auf insgesamt 164.

    Reul kündigte in Zusammenhang mit der Flut-Katastrophe eine umfassende Analyse möglicher Fehler an. "Es wäre das erste Mal ... dass Menschen überhaupt keinen Fehler gemacht haben. Das wird alles analysiert - schonungslos und offen", sagte er. Das Wesen von Katastrophen sei aber, dass sie nicht vorhersehbar seien. Er kenne keinen Fall, in dem aufgrund einer zu späten Evakuierung Menschen zu Schaden gekommen seien.

    15.02 Uhr: Städtetag - Hochwasserschutz ist Daueraufgabe für alle Ebenen

    Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, sieht bei der Hochwasservorsorge und bei der Klimaanpassung auch die Kommunen in der Pflicht. Im Bayerischen Rundfunk sagte Landsberg: "Luft nach oben ist immer. Wir werden unsere Städte anders bauen müssen.   Man werde für den Hochwasserschutz Mittel bereit stellen müssen, sagte Landsberg. Dies sei Aufgabe von Bund und Ländern, "aber in Einzelfällen sicherlich auch von den Kommunen. Trotzdem wird ein Teil auch bei den betroffenen Eigentümern als Eigenvorsorge hängen bleiben."

    Die Städte und Gemeinden hätten in der Vergangenheit bereits einiges für den Hochwasserschutz getan, so Landsberg: "Wir haben ja in den letzten Jahren bundesweit Flüsse renaturiert." Künftig werde man in hochwassergefährdeten Gebieten "ganz sicher keine neuen Baugebiete ausweisen. Man wird auch, wenn man jetzt baut, darauf achten, dass man vielleicht höher baut". Ebenso müsse man an kleinen Flüssen, mehr Überschwemmungsgebiete schaffen, "Hochwasserschutz ist auch keine Momentaufgabe, sondern eine Daueraufgabe, und sie wird größer werden".

    14.52 Uhr: Bundesamt für Bevölkerungsschutz - "Unser Warnsystem hat funktioniert"

    Das Warnsystem des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hat sich seinem Chef Armin Schuster zufolge bei der Flut-Katastrophe bewährt. "Unser Warnsystem hat funktioniert in jedem einzelnen Fall", sagt Schuster bei einem Besuch mit Bundesinnenminister Horst Seehofer in Bad Neuenahr-Ahrweiler. 150 Warnmeldungen seien über das BBK-System geschickt worden. Er habe aber keinen Einfluss darauf, wie vor Ort mit den Warnungen seiner Behörde umgegangen werde. Er sei nicht der oberste Katastrophenschützer Deutschlands. Durchgriffsrechte bis in die Kommunen habe er nicht. Seehofer sagte, er glaube, der Katastrophenschutz sei gut aufgestellt: "Wir dürfen aber nicht in der Arroganz verharren, dass nichts verbessert werden kann."

    14.40 Uhr: Helfer von Spendenflut überwältigt

    Die Hilfsorganisationen in den Überschwemmungsgebieten können nach eigenen Angaben derzeit keine weiteren Sachspenden entgegennehmen. "Das Engagement und die Spenden seit dem Ende der letzten Woche waren so überwältigend, dass die Sichtung, Sortierung und auch die Logistik gerade die Kapazitäten der Verbände vor Ort übersteigen", teilte die "Aktion Deutschland Hilft", ein Bündnis aus 23 Hilfsorganisationen, mit.

    Sachspenden machen laut Christel Neff, stellv. Geschäftsführern des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI), vor allem Sinn, wenn die Hilfsorganisationen vor Ort diese erbitten. "Die Lager sind aber voll", sagte Caritas-Sprecher Lahrmann dem epd. Deshalb müssten Sachmittel, darunter zum Beispiel auch Paletten mit gespendeten Lebensmitteln, zurückgewiesen werden.

    Das DZI forderte die Bevölkerung zu Geldspenden für die Betroffenen der Unwetterkatastrophe in Deutschland auf. "Geldspenden können viel flexibler und effizienter eingesetzt werden als Sachspenden", sagte Christel Neff.

    14.27 Uhr: Seehofer - Bundeskabinett befasst sich am Mittwoch mit Hilfen: "Nationaler Kraftakt"

    Die Bundesregierung befasst sich Innenminister Horst Seehofer zufolge am Mittwoch mit finanziellen Hilfen für die Flutopfer. Es sei klar, dass es Unterstützung geben werde, sagte Seehofer bei einem Besuch in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Es gehe dabei um Hilfen für die Menschen, die nichts mehr hätten, und um den Wiederaufbau, der Milliarden Euro kosten werde. Drittes Feld sei die öffentliche Infrastruktur.

    14.35 Uhr: Helfer von Spendenflut überwältigt

    Die Hilfsorganisationen in den Überschwemmungsgebieten können nach eigenen Angaben derzeit keine weiteren Sachspenden entgegennehmen. "Das Engagement und die Spenden seit dem Ende der letzten Woche waren so überwältigend, dass die Sichtung, Sortierung und auch die Logistik gerade die Kapazitäten der Verbände vor Ort übersteigen", teilte die "Aktion Deutschland Hilft", ein Bündnis aus 23 Hilfsorganisationen, mit.

    Sachspenden machen laut Christel Neff, stellv. Geschäftsführern des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI), vor allem Sinn, wenn die Hilfsorganisationen vor Ort diese erbitten. "Die Lager sind aber voll", sagte Caritas-Sprecher Lahrmann dem epd. Deshalb müssten Sachmittel, darunter zum Beispiel auch Paletten mit gespendeten Lebensmitteln, zurückgewiesen werden.

    Das DZI forderte die Bevölkerung zu Geldspenden für die Betroffenen der Unwetterkatastrophe in Deutschland auf. "Geldspenden können viel flexibler und effizienter eingesetzt werden als Sachspenden", sagte Christel Neff.

    14.11 Uhr: Versicherungsbranche sichert schnelle Bearbeitung von Anträgen zu

    Nach der Hochwasserkatastrophe im Westen und Süden Deutschlands hat die Versicherungsbranche eine schnelle und unkomplizierte Bearbeitung von Anträgen versprochen. "Die Branche wird alles tun, um pragmatisch und effizient zu helfen", erklärte der Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Jörg Asmussen. Die Unternehmen verfügten über "krisenerprobte Abläufe: Personal wird versetzt, Prozesse verschlankt, externes Personal aus dem eigenen Netzwerk berufen".

    Eine erste Schätzung zu den versicherten Schäden will der GDV voraussichtlich am Mittwoch veröffentlichen. Dann berät auch das Kabinett über ein Sofortprogamm für die betroffenen Gemeinden. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hat es bereits auf über 300 Millionen Euro beziffert; für den langfristigen Wiederaufbau würden zudem Milliarden benötigt.

    Hausrat- und Gebäudeversicherungen übernehmen Schäden durch von außen eindringendes Wasser nur, wenn sogenannte Elementarschäden durch Naturkatastrophen oder Unwetter ausdrücklich mitversichert wurden. Nach Angaben der Verbraucherzentralen sind in Deutschland nur rund 45 Prozent aller Privathäuser gegen Schäden durch Naturgefahren wie Hochwasser und Überschwemmung versichert.

    13.27 Uhr: Rotes Kreuz - Versorgung mit Blutkonserven nach Flut gefährdet

    Der Blutspendedienst West des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) sieht nach der Hochwasserkatastrophe die ausreichende Versorgung mit Blutkonserven gefährdet. In den tendenziell blutspendefreundlichen ländlichen Gebieten von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sei die Infrastruktur dermaßen geschädigt, dass vielerorts auf absehbare Zeit keine Blutspendetermine mehr wahrgenommen werden könnten. Da es bereits seit längerem gravierenden Mangel gebe, schlage man nun Alarm und rufe die Bevölkerung dringend zum Blutspenden auf.

    "Wegen des geringen Blutspendeaufkommens können die Anforderungen der Kliniken über bestimmte Blutgruppen nur noch zur Hälfte erfüllt werden", hieß es in dem Appell. Zudem berichten laut DRK viele Krankenhäuser bereits über verschobene Therapien und Operationen.

    13.48 Uhr: Schwandorfer Johanniter erleben "erschreckende Eindrücke" in NRW

    Helfer der Johanniter aus dem Landkreis Schwandorf berichten von "erschreckenden Eindrücken" bei ihrem Flut-Einsatz in Nordrhein-Westfalen. 17 Einsatzkräfte haben im vom Hochwasser besonders stark geschädigten Erftstadt eine Notunterkunft betrieben. "Wir hatten etwa 50 bis 70 Betroffene, die ihre Häuser verloren hatten", berichtet Einsatzleiter Ulrich Pidrmann im BR-Interview. Häuser seien teilweise komplett unterspült und zerstört worden. "Man kann sich das gar nicht so vorstellen, wie das alles auf einen wirkt, wenn man das nah sieht, wie Autobahnen überflutet sind, LKWs im Wasser stehen, aber auch die Leute aus den Häusern noch ihre Sachen holen, bis zu den Knien im Schlamm stecken, versuchen, irgendwas noch was zu bergen."

    Die 17 Johanniter aus Schwandorf und Schwarzenfeld haben am Wochenende mit sechs Kollegen aus Nürnberg in einem Gymnasium in Erftstadt eine Notunterkunft betrieben. Nach 24 Stunden wurden sie von anderen Einsatzkräften abgelöst. Zudem hätten tonnenweise Kleiderspenden sortiert werden müssen, um sie an Betroffene ausgeben zu können. "Das hat natürlich alles sehr viel Arbeitskraft gefordert, auch von unseren Helferinnen und Helfern, die sich sehr gut eingesetzt haben", lobt Pidrmann.

    12.55 Uhr: Reform des Katastrophenschutzes soll schneller kommen

    Angesichts des verheerenden Hochwassers im Westen Deutschlands soll die geplante Reform des Katastrophenschutzes schneller umgesetzt werden als bisher geplant. Die Kompetenzen und Ressourcen des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) müssten künftig auch in Friedenszeiten genutzt werden können, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums in Berlin.

    Die stellvertretende Regierungssprecherin Martina Fietz erklärte auf Fragen zu möglicherweise verspäteten Warnungen an die Bevölkerung die geltende Rechtslage. Sie sagte: "Der Bevölkerungsschutz in Deutschland liegt nicht in einer Hand." Vielmehr seien die Aufgaben auf Bund, Länder und Kommunen verteilt. Beispielsweise stelle der Bund eine umfangreiche "Warn-Infrastruktur" zur Verfügung. "Diese technischen Instrumente haben während der Flutkatastrophe funktioniert und damit auch zum Schutz der Bevölkerung erheblich beigetragen", fügte Fietz hinzu.

    Die Erfahrungen mit dem Hochwasser in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz hätten aber gezeigt, "dass wir hier noch mehr tun müssen und besser werden müssen", räumte Fietz ein. Sie verwies auf die im März von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und BBK-Präsident Armin Schuster vorgestellten Pläne für ein neues "Kompetenzzentrum" beim BBK, in dem alle im Katastrophen- und Bevölkerungsschutz relevanten Akteure von Bund und Ländern zusammenarbeiten sollen.

    Daran, den Katastrophenschutz auch jenseits des Verteidigungsfalls generell dem Bund anzuvertrauen, wird bei dieser geplanten Reform allerdings nicht gedacht.

    12.47 Uhr: Bundesinnenministerium - "Es stellen sich keine Schuldfragen"

    Angesichts der Diskussion über Versäumnisse bei der Hochwasser-Katastrophe sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums: "In der gegenwärtigen Situation stellen sich keine Schuldfragen". Eine Regierungssprecherin bezeichnete derartige Diskussionen als verfrüht, weil man sich immer noch um die Rettung von Menschen kümmere. Danach werde man schauen, "ob weitere Schlussfolgerungen zu ziehen sind". Sie verwies auf die gemeinsame Zuständigkeit von Bund, Ländern und Gemeinden. Eine Sprecherin des Verkehrsministerin konnte zunächst nicht sagen, wann vergangene Woche Warnungen vor kommenden Hochwasser bei dem nachgeordneten Deutschen Wetterdienst eingegangen waren.

    12.33 Uhr: Seehofer will föderale Katastrophenschutz-Struktur beibehalten

    Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will nicht an der föderalen Struktur des Katastrophenschutzes rütteln. Diese sei richtig, und zwar seit Jahrzehnten", sagt Seehofer bei einem Besuch an der Steinbachtalsperre im nordrhein-westfälischen Kreis Euskirchen. "Zentralismus verbessert hier gar nichts." NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, der Seehofer begleitete, sagte, es müsse analysiert werden, wie Katastrophen-Meldungen besser gemacht werden könnten. Nach der Hochwasser-Katastrophe hatte es Kritik gegeben, die betroffenen Menschen seien unzureichend oder nicht früh genug gewarnt worden.

    12.01 Uhr: Baerbock fordert mehr Kompetenzen für den Bund bei Unwetterkatastrophen

    Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock spricht sich dafür aus, dem Bund bei Fragen der Vorsorge gegen Extremwetterereignisse mehr Kompetenzen zu geben. Es sei nötig, die Risikovorsorge "massiv" zu verstärken - "hier muss aus meiner Sicht auch der Bund eine viel stärkere, koordinierende Rolle spielen", sagte Baerbock im ARD-"Morgenmagazin".

    Bei überregionalen Ereignissen müsse die Bundesebene mehr tun können, sagte die Grünen-Vorsitzende. "Notsituationen wie diese Flut oder auch Waldbrände häufen sich und brechen oft an vielen Orten zur selben Zeit aus. Konkret schlug Baerbock im "Spiegel" vor, das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe mit einer Zentralstellenfunktion auszustatten, "wie wir sie in der Polizeiarbeit vom Bundeskriminalamt kennen". Es brauche "eine Instanz, die alle Kräfte bündelt, die schnellstmöglich aus ganz Deutschland oder EU-Nachbarstaaten Hubschrauber oder Spezialgeräte zusammenzieht".

    Insgesamt forderte Baerbock eine "dreifache nationale Kraftanstrengung": Neben besserer Risikovorsorge müssten mehr "Klimaanpassungsmaßnahmen" getroffen werden, verlangte sie in der ARD. Dazu gehöre etwa, Städte umzubauen und Flüssen "mehr Raum" zu geben. Schließlich müsse beim Klimaschutz mehr getan werden, forderte die Grünen-Vorsitzende.

    11.35 Uhr: Lewentz rechnet mit noch mehr Toten im Kreis Ahrweiler

    Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz rechnet mit noch mehr Toten durch die Überschwemmungen im Kreis Ahrweiler. Mit dem Ablaufen des Wassers und dem Leerpumpen der Keller würden immer Tote aufgefunden, sagt der SPD-Politiker dem Südwestrundfunk. "Und das werden auch noch mehr werden." Viele hundert Einsatzkräfte durchsuchten nun planmäßig Haus für Haus und Uferbereich für Uferbereich. Laut Polizei in Koblenz liegt die Zahl der in Rheinland-Pfalz geborgenen Toten mittlerweile bei 117.

    11.07 Uhr: Katastrophenschutzamt sieht Problem in Umgang mit Warnungen

    Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) sieht nach der Hochwasserkatastrophe vor allem im Westen Deutschlands das Problem weniger in Schwächen des staatlichen Warnsystems als im Umgang mit den Warnungen durch örtliche Behörden und Bevölkerung. "Die Warninfrastruktur ist nicht unser Problem gewesen, sondern die Frage, wie sensibel reagieren Behörden, aber auch die Bevölkerung", sagte BBK-Präsident Armin Schuster im Deutschlandfunk.

    Dies hänge auch damit zusammen, dass es Katastrophenlagen dieses Ausmaßes bislang nicht gegeben habe, sagte Schuster weiter. Die gesamte Warninfrastruktur selbst dagegen habe "vollständig funktioniert", hob er hervor. Dies gelte für die Alarmketten und auch die Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes seien "ziemlich gut" gewesen. Zwischen Mittwoch und Samstag seien rund 150 Warnmeldungen abgesetzt worden.

    Diese Warnungen hätten auch vielen Menschen das Leben gerettet und dazu beigetragen, das Schadensausmaß zu verringern, wandte sich Schuster gegen Vorwürfe, wonach viele Betroffene nicht rechtzeitig gewarnt worden seien. Als effektiv hätten sich dabei auch Warnungen per Lautsprecherwagen erwiesen. Schuster kündigte gleichwohl eine kritische Analyse der Abläufe in der vergangenen Woche an.

    10.22 Uhr: Soforthilfe von 400 Millionen Euro im Gespräch

    Für die geplanten Soforthilfen für Geschädigte der Überschwemmungen ist nach Angaben eines Vertreters der Bundesregierung eine Summe von etwa 400 Millionen Euro im Gespräch. Die Erwartung sei, dass sich Bund und Länder diese Summe je zur Hälfte teilten. Es sei nicht ausgeschlossen, dass das Volumen noch höher ausfalle. Ausgezahlt würde das Geld von den Ländern, die auch zu entscheiden hätten, wo die Hilfe benötigt werde. Die Soforthilfen sollten ebenso wie ein längerfristiges Wiederaufbauprogramm im Milliardenvolumen am Mittwoch vom Kabinett auf den Weg gebracht werden.

    09.43 Uhr: "Unkritischer Wasserstand in Steinbachtalsperre": Evakuierung wird aufgehoben

    Der Pegel der seit Tagen vom Hochwasser bedrohten Steinbachtalsperre hat nach Angaben des Rhein-Sieg-Kreises einen "unkritischen Wasserstand erreicht". Damit bestehe akut keine Gefahr mehr, dass die Staumauer brechen könnte, teilte der Kreis heute mit. Die unterhalb der Steinbachtalsperre evakuierten Ortsteile Schweinheim, Flamersheim und Palmersheim sollen im Tagesverlauf für die Einwohner wieder zugänglich sein. "Die Steinbachtalsperre ist sicher. Es besteht aber weiterhin ein Betretungsverbot für die Ortsteile", teilen Kreis und Stadt Euskirchen mit. "In Kürze informieren wir Sie darüber, wann die Bewohner im Laufe des Tages in ihre Ortschaften zurückkehren können." Die Ortschaften waren am Donnerstag geräumt worden, weil die vollgelaufene Talsperre nach Einschätzung der Bezirksregierung zu brechen drohte.

    09.27 Uhr: Zahl der Flut-Todesopfer im Kreis Ahrweiler auf 117 gestiegen

    Die Zahl der Todesopfer nach den verheerenden Überschwemmungen im Kreis Ahrweiler (Rheinland-Pfalz) ist auf 117 gestiegen. Zudem seien mindestens 749 Menschen verletzt worden, teilte eine Polizeisprecherin heute in Koblenz mit. Wie viele Menschen noch vermisst werden, ist weiterhin unklar. Am Sonntag war die Zahl der Flut-Toten in Rheinland-Pfalz mit 110 angegeben worden.

    Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) besucht im Tagesverlauf in Ahrweiler ein Krankenhaus. Nach Angaben des Technischen Hilfswerks (THW) will er sich vor Ort einen Eindruck von den Arbeiten in den besonders von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Gebieten verschaffen. Zuvor besucht er in Nordrhein-Westfalen Einsatzkräfte an der seit Tagen bedrohten Steinbachtalsperre.

    08.44 Uhr: Söder - Wir brauchen einen Klimaruck in Deutschland

    Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder fordert angesichts des Hochwassers mehr Tempo beim Klimaschutz. "Wir brauchen schon einen Klimaruck in Deutschland", sagt der CSU-Chef im ARD-Morgenmagazin. "Das war ja ein Weckruf." Am Mittwoch will Söder in einer Regierungserklärung ein Klimagesetz für den Freistaat vorstellen, das bereits vor den derzeitigen Überschwemmungen geplant war.

    08.30 Uhr: Katastrophenschutz-Amt weist Kritik an Warnsystem zurück

    Der Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Armin Schuster, weist Kritik zurück, es gebe kein ausreichendes Warnsystem. "Die Warninfrastruktur ist nicht unser Problem gewesen, sondern wie sensibel reagieren Behörden und Bevölkerung auf diese Warnungen", sagt Schuster im Deutschlandfunk und verweist auf 150 Warnmeldungen, die zwischen Mittwoch und Samstag abgesetzt worden seien. Derzeit werde für 90 Millionen Euro ein Sirenen-Kataster aufgebaut, um zu sehen, wo in Deutschland noch Sirenen vorhanden seien. Man habe sich in den vergangenen Jahren vor allem auf den Ausbau digitaler Warnsysteme konzentriert, was aber nicht ausreiche etwa beim Ausfall von Strom und Mobilfunk.

    08.09 Uhr: Damm der Steinbachtalsperre hat standgehalten

    Der Damm an der seit Tagen bedrohten Steinbachtalsperre in Nordrhein-Westfalen hat den Wassermassen bis zum Montagmorgen standgehalten. Die Feuerwehr Euskirchen trat Gerüchten entgegen, der Damm sei gebrochen. Tatsächlich seien bei einem Kontrollflug eines Hubschraubers der Bundespolizei keine Risse festgestellt worden.

    "Es wird weiterhin Wasser abgepumpt und abgelassen", sagte ein Sprecher der Feuerwehr der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf. Ob der Wasserstand bereits jenseits der kritischen Marke sei, solle eine abschließende Expertenbewertung am Montagmorgen ergeben.

    Aus der wegen des verheerenden Hochwassers bedrohten Talsperre wird Wasser abgelassen, um Druck von dem Damm zu nehmen. Erst wenn die Talsperre zu zwei Dritteln entleert sei, bestehe keine akute Dammbruchgefahr mehr, hatte die Bezirksregierung Köln mitgeteilt. Die Orte Swisttal und Rheinbach unterhalb der Steinbachtalsperre an der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz waren evakuiert worden.

    07.54 Uhr: Baerbock forderte Neuformation des Katastrophenschutzes

    Die Kanzlerkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock, hat nach einem Besuch im Hochwasser-Katastrophengebiet eine bessere Vorbereitung für kommende Extremwetterereignisse gefordert. "Mir haben Helfer in Rheinland-Pfalz von Familien erzählt, die tagelang auf dem Dach ausharrten, bis endlich die Retter kamen. Da zieht sich einem das Herz zusammen. Wir müssen uns besser gegen solche Extremwettereignisse wappnen, um Menschen zu schützen", sagte Baerbock in einem am Montagmorgen veröffentlichten "Spiegel"-Interview.

    Baerbock forderte zudem eine Neuformation des Katastrophenschutzes mit mehr Verantwortung für den Bund. Diese Notwendigkeit zeichne sich seit längerem ab. "Notsituationen wie diese Flut oder auch Waldbrände häufen sich und brechen oft an vielen Orten zur selben Zeit aus. Hilfe funktioniert nur, wenn alles ineinander greift. Dafür braucht es eine Instanz, die alle Kräfte bündelt, die schnellstmöglich aus ganz Deutschland oder EU-Nachbarstaaten Hubschrauber oder Spezialgeräte zusammenzieht." Die Kanzlerkandidatin sprach von einer schnelleren Koordinierung der verschiedenen Ebenen und Akteure. Das gelte insbesondere für Ereignisse, die mehrere Bundesländer betreffen oder nicht mehr durch die regionalen Einsatzkräfte bewältigt werden könnten. «Dazu muss das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe mit einer Zentralstellenfunktion ausgestattet werden, wie wir sie in der Polizeiarbeit vom Bundeskriminalamt kennen.»

    07.35 Uhr: Prüftrupps zur Schadenserhebung stehen in Rheinland-Pfalz bereit

    In Rheinland-Pfalz stehen nach Angaben von Landeswirtschaftsministerin Daniela Schmitt die Fachleute bereit, die entstandenen Schäden zu begutachten. "Man hat begonnen die Schäden zu identifizieren und auch aufzunehmen", sagt die FDP-Politikerin im Deutschlandfunk. "Aber das ist wirklich der Anfang, an dem wir noch stehen." Man müsse warten, bis das Wasser vollständig zurückgehe, bis man die Bauwerke, die Straßen, die Brücken auch wirklich inspizieren könne. "Einen Überblick haben wir derzeit noch nicht."

    06.17 Uhr: Zivilschutzalarm im österreichischen Hallein ist aufgehoben

    Der Zivilschutzalarm in der Stadt Hallein in Österreich ist mittlerweile aufgehoben. Dieser war nach schweren Überschwemmungen und Erdrutschen in der Nacht zum Sonntag (17.07.2021) ausgelöst worden. Der sonst nur 15 bis 25 Zentimeter hohe Kothbach war nach den Unwettern zu einem reißendem Fluss geworden und hatte innerhalb weniger Minuten in der Altstadt von Hallein für Überschwemmungen gesorgt und Schlammassen zurückgelassen. Anwohner mussten vorsorglich ihre Wohnungen verlassen. Von Seiten der Stadt hieß es gestern Abend, dass nun doch kein weiterer Starkregen mehr zu befürchten sei und die Situation sich allmählich entspanne. Man sei sehr glücklich, dass es bisher keine Schwerverletzten und auch keine Toten gegeben habe.

    02.27 Uhr: Bürgermeisterin von Altenahr - Brauchen Notwasser-Versorgung über Monate

    Die Bürgermeisterin der von der Flutkatastrophe besonders hart getroffenen Verbandsgemeinde Altenahr, Cornelia Weigand, sieht die Existenz ihrer Gemeinde in Teilen gefährdet. "Es sieht so aus, als ob die Infrastruktur so stark zerstört ist, dass es in einigen Orten vielleicht über Wochen oder sogar Monate kein Trinkwasser geben wird", sagt Weigand im Politik-Talk der Zeitung "Bild". Es sei daher sehr wichtig, "eine Notwasserversorgung gegebenenfalls auch über Monate gewährleisten zu können". Gleiches gelte für eine Notstromversorgung. Wann es in Altenahr wieder Normalität gebe, sei für sie nicht absehbar. "Es ist klar, dass unsere Gemeinden anschließend anders aussehen werden, weil viele der Gebäude, die prägend waren, die dort über 50, 100 oder 150 Jahre gestanden haben, abgerissen werden müssen." Sie hoffe, dass es eine Zukunft für ihre Gemeinde gebe. "Wer zieht da wieder hin, wo ein Jahrhunderthochwasser um den Faktor 3 überstiegen wird. Das ist nicht berechenbar, das ist nicht planbar."

    02.10 Uhr: Reul: "Keine großen grundsätzlichen Probleme" bei Katastrophenschutz

    Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) räumt nach der Flut Verbesserungsbedarf beim Katastrophenschutz in seinem Bundesland ein, sieht hier aber keinen großen grundsätzlichen Probleme. Im "Bild live"-Politiktalk "Die richtigen Fragen" sagte der CDU-Politiker am Sonntagabend: "Es kann nicht alles 100prozentig funktioniert haben." Denn dann dürfte es keinen Toten gegeben haben. Aber: "Es gab nach meinem heutigen Erkenntnisstand keine großen grundsätzlichen Probleme." Man werde natürlich darüber nachzudenken haben, wie man Warnsysteme verbessern könne, etwa, wie man jene erreichen könne, die keine Warn-App vor Unwetter-Katastrophen hätten, sagte Reul.

    00.05 Uhr: NRW-Innenministerium - Hochwasser war absehbar

    Die Überflutungen kamen nach Angaben des nordrhein-westfälischen Innenministeriums nicht überraschend. Amtliche Warnungen vor extremem Unwetter hätten sich am vergangenen Montag um 10:28 Uhr konkretisiert, zitiert die "Bild" das Ministerium. Alle amtlichen Warnungen seien an die Leitstelle der Kreise und der kreisfreien Städte zugestellt worden. Die konkreten Vorbereitungen, die ein Kreis oder eine kreisfreie Stadt auf Grundlage der amtlichen Wetterwarnungen treffe, lägen aber in deren eigenen Ermessen. Da ein solches Ereignis abzusehen gewesen sei, sei am Dienstag ein "Landeslage" eingerichtet worden, um frühzeitig zu erkennen, ob in einem Kreis oder einer kreisfreien Stadt überörtliche Hilfe benötigt werde.

    Montag, 19. Juli

    23.15 Uhr: Linke fordern Rücktritt von Innenminister Seehofer

    Die Linkspartei fordert den Rücktritt von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU). Es gebe Berichte der Zeitung "The Times" und der "Bild", wonach die Bundesregierung trotz frühzeitig vorliegender Informationen die Menschen nicht ausreichend vor der drohenden Unwetter-Katastrophe gewarnt habe, erklärt Linkspartei-Chefin Susanne Hennig-Wellsow. Entweder habe die Regierung die Warnung nicht ernst genommen, oder sie sei nicht mit dem nötigen Nachdruck an die zuständigen Behörden weitergeleitet worden. "Beides wäre unverzeihlich und ein gravierender politischer Fehler. Und der wiegt angesichts der Ausmaße der Katastrophe so schwer, dass ein Rücktritt des zuständigen Ministers mehr als angemessen ist."

    20.35 Uhr: Solidarität mit Flutopfern: Tel Aviver Rathaus in deutschen Farben

    Die israelische Küstenmetropole Tel Aviv hat nach der Flutkatastrophe mit mehr als 150 Toten ein Zeichen der Solidarität mit Deutschland gesetzt. Das Tel Aviver Rathaus wurde am Sonntagabend in den Farben der deutschen Flagge angeleuchtet. Bürgermeister Ron Chuldai sprach "dem deutschen Volk und unseren vielen Freunden in unseren Partnerstädten in Deutschland" sein Beileid aus. "Im Namen der Einwohner Tel Avivs sende ich Wünsche für eine rasche Erholung von dieser furchtbaren Katastrophe."

    Israels neuer Präsident Izchak Herzog hatte zuvor sein Beileid ausgesprochen und Hilfe angeboten. In einem Brief an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier schrieb Herzog, er übermittle im Namen des Volkes Israel "in dieser Zeit der Zerstörung und des Verlusts unsere Freundschaft und Unterstützung des deutschen Volkes". Der Staat Israel stehe fest an Deutschlands Seite, "und wir sind bereit, in jeder möglichen Weise zu helfen".

    19.47 Uhr: Laschet: Wiederaufbau nach Flut-Katastrophe wird Jahre dauern

    Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet geht davon aus, dass sich der Wiederaufbau nach der Flut-Katastrophe lange hinziehen wird. "Der Wiederaufbau wird Monate, ja Jahre dauern", so Laschet.

    Der Kanzlerkandidat der Union forderte, dass der Bund alles tue, um das Land vor neuen Naturkatastrophen zu schützen. Dafür müssten Dämme, Rückhaltebecken und Wasserreservoirs gebaut und Flächen renaturiert werden. Die gelte nicht nur für den Rhein, sondern auch die vielen kleinen Flüsse im Land. Die Häufigkeit und die Wucht solcher Katastrophen seien auch eine Folge des Klimawandels: "Den müssen wir hier und weltweit schneller und konsequenter bekämpfen."

    18.48 Uhr: Mehr als 700 Vermisste aufgetaucht

    Bei der Suche nach Opfern der Unwetterkatastrophe in Nordrhein-Westfalen hat die Polizei mehr als 700 Vermisste telefonisch erreicht. Damit sei eine Vielzahl der Vermisstenmeldungen, die bei der Polizei Köln eingegangen waren, aufgeklärt worden, teilte die Polizei am Sonntag mit. In Rheinbach bargen die Einsatzkräfte am Mittag eine weitere Leiche, damit steigt die Zahl der Todesopfer im betroffenen Rhein-Sieg-Kreis auf neun.

    Rund 250 Einsatzkräfte der Polizei, Feuerwehr, Bundeswehr und des Technischen Hilfswerks waren am Sonntag im Rhein-Sieg-Kreis und im Kreis Euskirchen im Einsatz, um nach weiteren Vermissten zu suchen. Derzeit werden laut Polizei in der Region noch etwa 150 Menschen vermisst.

    17.09 Uhr: Erste Sachspenden-Lager wegen Überfüllung geschlossen

    Die Hilfsbereitschaft angesichts der Not der Anwohner in den Hochwasser-Gebieten ist groß, die Lager mit Sachspenden sind voll. Das Deutsche Rote Kreuz in Köln berichtete am Sonntag, weitere Sachspenden würden zunächst nicht mehr angenommen. Eine für 50 Wagen konzipierte Fahrzeughalle sei gut gefüllt. "Wir hatten nicht gedacht, dass wir innerhalb von zwei Tagen so viele Sachspenden entgegennehmen dürfen", sagte ein DRK-Mitarbeiter. Nun müssten die Gaben erst einmal sortiert und dafür Abnehmer gefunden werden.

    Auch die Kreise Euskirchen und Rhein-Erft in Nordrhein-Westfalen erklärten, Sachspenden gebe es derzeit genug. "Es besteht vielerorts das Problem, dass zusätzliche Spenden nicht verwaltet und gelagert werden können", erklärte der Kreis Euskirchen. Hilfsangebote sollten nicht unkoordiniert, sondern im direkten Kontakt mit Betroffenen erfolgen. Beide Kreise richteten Konten für Hochwasser-Hilfen ein und baten um Geldspenden.

    In Düsseldorf sammelte eine private Initiative in kurzer Zeit mehr als 2500 Kartons mit Sachspenden. Einen Abnehmer gebe es noch nicht, sagte die Initiatorin. Man wolle Kontakt zu Hochwassergebieten in Bayern aufnehmen.

    16.10 Uhr: Scholz und Söder versprechen Milliarden-Hilfe

    Bundesfinanzminister Olaf Scholz hält eine große Anstrengung von Bund und Ländern für den Wiederaufbau für nötig. "Es geht eher um Milliarden", sagt der SPD-Kanzlerkandidat bei einem Besuch in Berchtesgaden. "Es ist eine nationale Aufgabe." Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagt bei dem gemeinsamen Auftritt ebenfalls Hilfe für die Menschen in seinem Bundesland zu. Zudem müssen man beim Kampf gegen den Klimawandel und die Anpassung an die Folgen schneller vorankommen: "Wir haben die letzten Tage einen unglaublichen Weckruf der Natur erlebt."

    14.45 Uhr: Kanzlerin Merkel: "Kaum Worte für die Verwüstung"

    Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bei ihrem Besuch in den vom Hochwasser schwer getroffenen Gebieten in Rheinland-Pfalz schnelle Hilfe angekündigt. Am Mittwoch werde das Bundeskabinett ein Hilfspaket beschließen, versprach Merkel. "Deutschland ist ein starkes Land. Wir werden uns dieser Naturgewalt entgegenstemmen", sagt sie. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat hierfür bereits die Summe von 300 Millionen Euro genannt. Merkel bitte auch Bürger um Geldspenden für die Betroffenen.

    Merkel war ins rheinland-pfälzische Adenau gefahren, um sich ein reales Bild von den surrealen, "gespenstischen Bildern" vor Ort zu verschaffen, sagte sie. "Die deutsche Sprache kennt kaum Worte für die Verwüstung, die hier angerichtet ist."

    14.56 Uhr: 100.000 Euro Soforthilfe der Caritas München

    Der Caritasverband der Erzdiözese München und Freising stellt den Opfer der Hochwasser-Katastrophe in Oberbayern eine Soforthilfe in Höhe von 100.000 Euro zur Verfügung. Dies teilte der Wohlfahrtsverband am Sonntag in München mit.

    11.50 Uhr: Olympia-Mannschaft gedenkt Hochwasser-Opfern

    Die deutsche Mannschaft hat im olympischen Dorf in Tokio den Opfern der Hochwasserkatastrophe in der Heimat mit einer Schweigeminute gedacht. Ein Foto der Aktion twitterte der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) am Sonntag und schrieb auf dem offiziellen Kanal: "Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen." Auf einem Foto sind dazu die bereits nach Japan gereisten Athleten und andere Delegationsmitglieder vor der deutschen Unterkunft zu sehen.

    11.30 Uhr: Städte- und Gemeindebund fordert bessere Frühwarnsysteme

    Angesichts der Unwetterkatastrophe in Deutschland fordert der Städte- und Gemeindebund eine grundlegende Reform des Bevölkerungsschutzes. "Dabei sollte insbesondere das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe sowohl personell als auch was die inhaltliche Zuständigkeit angeht deutlich gestärkt werden", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntagsausgaben). Zudem müssten die Frühwarnsysteme verbessert werden.

    11.52 Uhr: Sinkende Pegelstände in Wassenberg

    Nach dem Bruch eines Damms der Rur gibt es noch keine Entwarnung im nordrhein-westfälischen Wassenberg. Zwar seien sinkende Wasserpegel in allen Ortsteilen zu beobachten und die Wassermassen könnten zunehmend wieder über die Kanalisation aufgenommen werden. Im teilweise unter Wasser stehenden Stadtteil Ophoven könnten aber weitere Dammbrüche noch nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden, teilte die Stadt am Sonntag mit.

    12.32 Uhr: Zugverkehr im südlichen Oberbayern beeinträchtigt

    Durch Hochwasser und Murenabgänge kommt es im Süden Oberbayerns zu Störungen im Zugverkehr. Die Strecke zwischen München und Innsbruck sei beeinträchtigt, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn.

    11.48 Uhr: Hochwasser im Südwesten klingt langsam ab

    Nach Hochwasser und Überschwemmungen in Baden-Württemberg entspannt sich die Lage allmählich. Die Wasserstände an Hoch- und Oberrhein und am Bodensee seien zwar weiter auf einem hohen Niveau, teilte die Hochwasservorhersagezentrale (HVZ) mit. Das Hochwasser klinge aber ab. Am Rhein-Pegel Maxau bei Karlsruhe wurde am frühen Samstagabend mit 8,65 Metern der Scheitelwert erreicht. Das entspricht einem Hochwasser, wie es im statistischen Mittel nur alle zehn Jahre vorkommt.

    10.18 Uhr: Menschen in Erfstadt suchen Angehörige

    In der vom Hochwasser besonders betroffenen Ortschaft Erftstadt westlich von Köln suchen zahlreiche Menschen nach ihren Angehörigen. Bisher wurden laut Angaben der Stadt bei der am Samstag eröffneten "Personenauskunftsstelle" 59 Menschen gemeldet, deren Aufenthaltsort ungewiss ist. 16 davon kämen aus Erftstadt.

    Unter den Gesuchten seien auch Bewohner einer Altenpflegeeinrichtung, die am Samstag evakuiert werden musste. Viele Menschen wüssten nicht, wo ihre Angehörigen sein könnten, weil etwa das Telefonnetz zusammengebrochen war, erklärte ein Sprecher des Rhein-Erft-Kreises am Sonntag. Den Angaben der Stadt zufolge konnten Einsatzkräfte bislang 70 Fahrzeuge bergen, 25 stünden noch im Wasser.

    11.14 Uhr: Spitzensport solidarisiert sich mit Flut-Opfern

    Die verstörenden Bilder der Verwüstungen haben dafür gesorgt, dass der deutsche Spitzensport zusammengerückt ist und sich mit den Opfern der Flut-Katastrophe solidarisiert. So kündigten der Deutsche Fußball-Bund (DFB), die Deutsche Fußball Liga (DFL), der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und zahlreiche Spitzenklubs umfangreiche Hilfsprogramme an.

    10.43 Uhr: Sächsisches Hochwasserzentrum gibt Entwarnung

    Nach heftigem Regen mit Überschwemmungen hat das Landeshochwasserzentrum in Sachsen Entwarnung für die Nebenflüsse der Oberen Elbe gegeben. "Mit dem Nachlassen der Niederschläge ab den Nachtstunden beruhigte sich die Lage, und die Wasserführung in den Fließgewässern fiel deutlich", teilten die Experten mit. Nur noch am Pegel der Wesenitz in Bischofswerda wurde demnach in der Region Alarmstufe 1 erreicht. In den Unterläufen von Kirnitzsch, Lachsbach und Wesenitz fielen die Wasserstände deutlich.

    Der Behörde zufolge hatte es in den Einzugsgebieten der Kirnitzsch, der Sebnitz, der Polenz und der Wesenitz lokal innerhalb von 24 Stunden mehr als 100 Liter pro Quadratmeter geregnet. Daraufhin war es am Samstagabend und in der Nacht zu Sonntag zu Überschwemmungen und Erdrutschen gekommen.

    10.50 Uhr: Lage in Hallein in Österreich weiter angespannt

    Die Lage in Hallein in Österreich ist nach den sintflutartigen Regenfällen weiter angespannt. Die Behörden seien dabei, tiefer gelegene Teile der Stadt gegen eine neuerliche Überflutung zu sichern, sagte ein Sprecher. Mehrere Dutzend Bewohner einer Siedlung in einem Stadtteil mussten vorsorglich ihre Wohnungen räumen.

    Zugleich seien Aufräumarbeiten in der Altstadt im Gange. "Wir gehen von einem Millionenschaden aus", so der Stadtsprecher. Einige Gebäude sowie Teile der Infrastruktur seien schwer beschädigt. Zum Glück werde nach bisherigen Erkenntnissen niemand vermisst oder sei verletzt worden.

    Wassermassen hatten am Samstagabend Teile der Altstadt von Hallein nahe Salzburg überflutet. Ein Bach hatte sich zu einem reißenden Strom entwickelt. Auch in Kufstein in Tirol standen am Sonntag Teile der Stadt unter Wasser.

    06.49 Uhr: Zahl der Toten auf 156 gestiegen

    Die Zahl der Todesopfer durch die Unwetterkatastrophe in Deutschland ist nochmals deutlich gestiegen und liegt nun bei 156. Wie das Polizeipräsidium in Koblenz am frühen Sonntagmorgen mitteilte, erhöhte sich die Zahl der Todesopfer in Rheinland-Pfalz um weitere zwölf auf 110. Die Behörde äußerte die Befürchtung, "dass noch weitere Todesopfer hinzukommen". Zahlreiche Menschen in Rheinland-Pfalz sowie in Nordrhein-Westfalen galten weiterhin als vermisst.

    In NRW waren bis Samstagabend 45 Tote gezählt worden. Zudem kam mindestens ein Mensch bei Überschwemmungen im oberbayerischen Landkreis Berchtesgadener Land ums Leben.

    07.35 Uhr: Scholz kündigt Soforthilfen von mehr als 300 Millionen Euro an

    Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat für die von der Flutkatastrophe betroffenen Menschen Soforthilfen in dreistelliger Millionenhöhe in Aussicht gestellt. "Es braucht einen nationalen Kraftakt", sagte der SPD-Politiker der "Bild am Sonntag". Am Mittwoch im Kabinett wolle er zwei Dinge auf den Tisch legen. "Erstens eine Soforthilfe, bei der letzten Flut waren dafür deutlich mehr als 300 Millionen Euro nötig. Da wird jetzt sicher wieder so viel gebraucht", erläuterte Scholz. "Zweitens müssen wir die Grundlage für ein Aufbauprogramm schaffen, damit die zerstörten Häuser, Straßen und Brücken zügig repariert werden. Wie wir von der vorherigen Katastrophe wissen, geht es um Milliarden Euro."

    07.03 Uhr: Karliczek will Forschung zu Extremwetter-Phänomenen ausweiten

    Nach der Hochwasserkatastrophe fordert Bundesforschungsministerin Anja Karliczek, die Vorsorge für solche Wetterextreme mithilfe der Forschung zu verbessern. "Auch als Lehre aus der Unwetter-Katastrophe im Westen Deutschlands muss die Forschung zu solchen Extremwetter-Ereignissen in den nächsten Jahren weiter ausgebaut werden", sagte die CDU-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Ziel muss eine Verbesserung der Vorhersage und Vorsorge sein."

    22.10 Uhr: Regenmassen sorgen für Überflutungen in der Sächsischen Schweiz

    Extreme Regenfälle von teils mehr als 100 Litern pro Quadratmeter haben am Samstag in der Sächsischen Schweiz zu Überflutungen geführt. Einzelne Ortslagen seien nicht mehr erreichbar, teilte das Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge am Abend mit. Besonders betroffen seien Neustadt, Sebnitz, Bad Schandau, Reinhardtsdorf-Schöna und Gohrisch. Die Behörde mahnte dringend, Keller, Tiefgaragen und Unterführungen zu meiden. Zudem könnten überflutete Straßen und Wege große Gefahren darstellen. Nach Angaben des Landeshochwasserzentrums wurde am Abend am Pegel Neustadt 1 an der Polenz die Alarmstufe 4 überschritten. In den Unterläufen der Kirnitzsch, der Sebnitz und des Lachsbaches habe es einen "extremen Wasserstandsanstieg" gegeben. "Es sind starke Überschwemmungen zu erwarten", warnte das Hochwasserzentrum.

    20.42 Uhr: Ökumenische Feier für Flutopfer in Trier

    Mit einem gemeinsamen Gottesdienst haben die katholische und die evangelische Kirche am Abend in Trier der Betroffenen der Flutkatastrophe gedacht. Den ökumenischen Klage-Gottesdienst in der Konstantinbasilika gestalteten der katholische Trierer Bischof Stephan Ackermann und der evangelische rheinische Präses Thorsten Latzel gemeinsam mit Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorgern. Der Gottesdienst wolle Raum geben, Ratlosigkeit und Ohnmacht auszudrücken, hieß es. Etwa 60 Besucher nahmen teil, darunter auch die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD), der Trierer Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) und der Landrat des Kreises Trier-Saarburg, Günther Schartz (CDU).

    21.05 Uhr: 170 Einsatzkräfte aus Unterfranken in Rheinland-Pfalz angekommen

    170 Einsatzkräfte aus Unterfranken sind heute (17.07.2021) mit 50 Fahrzeugen am Nürburgring in Rheinland-Pfalz angekommen, um dort in den Hochwassergebieten zu helfen. Wie das Bayerische Rote Kreuz (BRK) mitteilt, rücken sie vom Nürburgring aus heute Nacht oder morgen zu den ersten Einsätzen aus. Florian Kristek vom Vorauskommando des BRK aus Unterfranken sagt, dass die Lage vor Ort sehr unübersichtlich sei. Es gebe viele Einsatzschwerpunkte, die nur über weite Umwege zu erreichen seien. Die Infrastruktur sei teilweise zerstört und überschwemmt. Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte aus verschiedenen Kreisverbänden in Unterfranken sind am Samstagmorgen (17.07.2021) alarmiert worden, nachdem Rheinland-Pfalz in einem Hilfeersuchen umfassende Einheiten aus Bayern angefordert hatte.

    23.05 Uhr: Kanzlerin Merkel besucht Katastrophengebiet

    Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) besucht zusammen mit der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Sonntag das schwer von der Unwetterkatastrophe getroffene Eifeldorf Schuld. Nach Angaben der Landesregierung in Mainz sind im Anschluss an den Besuch um 14.30 Uhr Pressestatements geplant. In Schuld im Landkreis Ahrweiler waren mehrere Häuser komplett von den Wassermassen fortgerissen worden, zahlreiche weitere wurden stark beschädigt. Der Ort mit 660 Einwohnern liegt im Ahrtal; im Kreis Ahrweiler kamen in der Hochwasserkatastrophe nach Angaben der Polizei vom Samstagnachmittag 98 Menschen ums Leben. In Nordrhein-Westfalen lag die Zahl der Todesopfer am Samstag bei 43. Kanzlerin Merkel hat bereits Unterstützung des Bundes für die von der Katastrophe betroffenen Kommunen zugesichert.

    18.20 Uhr: Lachender Laschet in Erftstadt sorgt für Empörung

    Ein lachender Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) beim Besuch im vom Unwetter heimgesuchten Erftstadt in Nordrhein-Westfalen hat bei der SPD für empörte Reaktionen gesorgt. "Ich bin wirklich sprachlos", schrieb SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil am Nachmittag auf Twitter und verlinkte auf ein in den Online-Netzwerken kursierendes Video. Darin lacht Laschet im Hintergrund zusammen mit Umstehenden, während ein sichtlich betroffener Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den Betroffenen in der Katastrophenregion Solidarität und Hilfe verspricht.

    SPD-Vizechef Kevin Kühnert schrieb auf Twitter: "eine Frage des Charakters". Steinmeier und Laschet, der sich für die Union um die Kanzlerschaft bewirbt, hatten sich zuvor gemeinsam ein Bild von der Lage im schwer getroffenen Ort Erftstadt gemacht. Beide dankten dort den Einsatzkräften. Laschet versprach, das Land Nordrhein-Westfalen werde "alles dafür tun", um Direkthilfe für die Betroffenen zu organisieren.

    18.54 Uhr: Lage an der Steinbachtalsperre immer noch gefährlich

    An der Steinbachtalsperre bei Euskirchen droht trotz des sinkenden Wasserstands weiterhin ein Bruch des Staudamms. Der Damm sei "äußerst instabil", große Teile des Bauwerks seien weggebrochen, teilte die Bezirksregierung Köln mit. Es bestehe weiterhin akute Überflutungsgefahr für die Orte unterhalb der Talsperre. Weitere Evakuierungen seien deshalb geplant.

    Zwischenzeitlich hatte es Hoffnung auf eine Entspannung gegeben: Am Freitagabend war der Grundablass der zuvor von Geröll verstopften Sperre geöffnet worden, Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks pumpten Wasser ab. Laut Bezirksregierung kann eine Entwarnung aber erst bei einer Zweidrittel-Entleerung gegeben werden. Nach vorsichtiger Schätzung könne diese am Sonntagnachmittag erreicht sein.

    19.40 Uhr: Polizei Berlin verstärkt Einsatz in Hochwassergebieten

    Auch die Polizei Berlin unterstützt die Rettungsarbeiten in den Hochwassergebieten. Nach einem Unterstützungsersuchen des Landes Rheinland-Pfalz befinde sich die 36. Einsatzhundertschaft auf dem Weg ins Krisengebiet, teilt die Senatsverwaltung für Inneres und Sport mit. Dort solle sie insbesondere bei der Suche nach Vermissten unterstützen.

    16.40 Uhr Belgien beginnt mit Aufräumarbeiten nach Zerstörung

    Nach den heftigen Überschwemmungen im Osten Belgiens ist am Samstag nach und nach das ganze Ausmaß der Zerstörung sichtbar geworden. Die Zahl der bestätigten Todesopfer stieg auf 24, doch wurden noch immer zahlreiche Menschen vermisst. Regierungschef Alexander De Croo und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen besuchten die betroffenen Gebiete, wo die Aufräumarbeiten anliefen.

    18.42 Uhr: Zahl der Todesopfer in Nordrhein-Westfalen steigt weiter

    In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Toten im Zusammenhang mit der Unwetterkatastrophe auf 45 gestiegen. Das teilte eine Sprecherin des NRW-Innenministeriums am Abend mit. Damit hat sich die Zahl der Todesopfer gegenüber Freitag um zwei erhöht.

    Keine Toten wurden bislang bei der Bergung der Fahrzeuge auf der überfluteten Bundesstraße 265 bei Erftstadt gefunden, wie ein Sprecher des Rhein-Erft-Kreises berichtete. Bei der Überprüfung der insgesamt 28 Autos und Lastwagen, die von den Wassermassen überspült worden waren, kamen auch Taucher der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) zum Einsatz.

    17.12 Uhr: Mehr als 140 Tote in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen

    Die Zahl der Todesopfer bei der Unwetterkatastrophe in Rheinland-Pfalz und in Nordrhein-Westfalen hat sich auf 141 erhöht. Im rheinland-pfälzischen Kreis Ahrweiler seien 98 Tote bestätigt, teilte die Polizei Koblenz am Samstagnachmittag mit. Aus Nordrhein-Westfalen wurden bislang 43 Opfer gemeldet.

    Die Anzahl der Verletzten in Ahrweiler liege bei 670, fügte die Polizei Koblenz hinzu. Zahlreiche Menschen werden noch vermisst.

    18.01 Uhr: Kuh wird 100 Kilometer von Hochwasser mitgetrieben

    Eine in den Niederlanden von der Hochwasser führenden Maas mitgerissene Kuh ist rund 100 Kilometer weiter aus dem Fluss gerettet worden. "Es ist für uns sehr überraschend, dass die Kuh so eine Strecke überstanden hat", sagte ein Feuerwehrmann dem Sender "Omroep Brabant" am Samstag. "Ob das Tier die ganze Zeit mitgetrieben wurde, ober ob es auch Abschnitte gab, wo es mit den Füßen den Boden berührte, wissen wir nicht."

    19.02 Uhr: Großteil der gefluteten Häuser in Trier leergepumpt

    In dem vom Hochwasser massiv betroffenen Trierer Stadtteil Ehrang sind die Aufräumarbeiten ein gutes Stück vorangekommen. "Den Feuerwehren und dem THW gelang es, rund 650 von 700 betroffenen Häuser leer zu pumpen", teilte die Stadt am Abend mit. Derzeit werde davon ausgegangen, dass keines der Häuser einsturzgefährdet sei, diese Einschätzung könne sich aber noch ändern.

    In Trier-Ehrang war am Donnerstag die Kyll über die Ufer getreten und hatte große Teile des Stadtteils überschwemmt. Etwa 1.000 Einwohner waren nach Angaben der Stadt Trier in Sicherheit gebracht worden. Zudem mussten ein Altenheim und ein Krankenhaus evakuiert werden. Am Samstag konnten die ersten Bewohner wieder in ihre Wohnungen zurückkehren.

    Aus Anlass des Leids der Menschen in den Hochwassergebieten sollte es am Abend einen Klage-Gottesdienst in der Konstantin-Basilika in Trier geben. Nach Angaben der Evangelischen Kirche im Rheinland wollte auch Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) daran teilnehmen.

    17.30 Uhr: Mindestens 4 tote Feuerwehrleute in Nordrhein-Westfalen

    Mindestens vier Feuerwehrleute sind bei den Hochwassereinsätzen in Nordrhein-Westfalen gestorben. "Wir haben bisher Kenntnis von vier Todesfällen von Feuerwehrangehörigen und wissen nicht, ob diese Zahl stehen bleiben wird", erklärte der stellvertretende Vorsitzende des Verbandes der Feuerwehren in NRW (VdF NRW), Bernd Schneider. Aktuell seien im Land noch fast 20.000 Feuerwehrleute im Land im Einsatz.

    15.44 Uhr: Habeck fordert schnelle Katastrophen-Hilfe

    Nach der Hochwasser-Katastrophe im Westen Deutschlands fordern die Grünen schnelle Hilfe für die Betroffenen – und dann eine gemeinsame Kraftanstrengung für mehr Klimaschutz. Über allem stehe aber jetzt immer noch die Rettung von Menschenleben, sagte der Bundesvorsitzende Robert Habeck am Samstag in einem Grußwort für einen kleinen Online-Parteitag der bayerischen Grünen.

    15.46 Uhr: Probleme für Kohlekraftwerk Weisweiler

    Kraftwerke des Versorgers RWE sind von den Folgen des Hochwassers im Westen Deutschlands erfasst worden. Wasser sei in den Braunkohle-Tagebau Inden eingedrungen, das angeschlossene Kraftwerk Weisweiler sei betroffen, teilte RWE mit. Wie lange es dauern werde, bis der Betrieb des Tagebaus und die Stromerzeugung am Standort Weisweiler vollständig wiederhergestellt seien, werde derzeit ermittelt. Zahlreiche Wasserkraftwerke seien zudem außer Betrieb. "Nach einer ersten Bestandsaufnahme beläuft sich der Schaden für RWE insgesamt auf einen bis zu mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag", teilte der Konzern weiter mit.

    15.52 Uhr: Polizei warnt vor unzulässigem Drohneneinsatz

    Die Polizei im nordrhein-westfälischen Euskirchen hat Neugierige davor gewarnt, in die Hochwassergebiete zu kommen. Zudem sollten Privatleute keine Drohnen über Einsatzgebieten von Polizei und Rettungsdienst fliegen lassen. "Sie behindern dadurch die Drohnen der Rettungskräfte!", schrieb die Polizei, die unter anderem für das Gebiet an der bedrohten Steinbachtalsperre zuständig ist, auf Twitter. Zudem sei der Drohneneinsatz unzulässig und stelle eine Ordnungswidrigkeit dar.

    11.55 Uhr: Unwetter-Opfer brauchen laut Käßmann Zuwendung und Anteilnahme

    Die evangelische Theologin Margot Käßmann hat dazu aufgerufen, für die Opfer der Flutkatastrophe da zu ein. Seelsorge bedeute, für die Seele zu sorgen: Das sei jetzt wichtig, weil viele Menschen andere Menschen zu betrauern hätten, betonte Käßmann im WDR. Wichtiger als die Frage nach den Ursachen sei es jetzt, erst einmal "den Menschen die Ruhe geben, mit diesem Schock fertig zu werden".

    13.30 Uhr: Laschet verspricht unbürokratische Hilfe

    Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sind gegen Mittag im Rhein-Erft-Kreis in Nordrhein-Westfalen eingetroffen. In der dortigen Feuerwehrzentrale sprachen sie mit Helfern über deren schwierigen Einsatz in den vergangenen Tagen.

    Vor der Presse betonte Steinmeier im Anschluss: "In Zeiten der Not steht unser Land zusammen." Das Schicksal der Menschen in den betroffenen Gebieten "zerreißt uns das Herz".

    Und Laschet versprach, es werde "sehr unbürokratisch Geld ausgezahlt". Danach werde man zusammen mit dem Bund "strukturell" den Städten helfen müssen, den Wiederaufbau zu bewerkstelligen.

    13.15 Uhr: Niederländer kämpfen gegen Hochwasser der Maas

    Im Süden der Niederlande kämpfen die Anwohner entlang der Maas mit Sandsäcken und anderen Schutzmaßnahmen gegen das Hochwasser. In Venlo an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen war am Freitag ein Krankenhaus mit 200 Patienten vorsorglich evakuiert worden. In der Stadt und in umliegenden Orten wurden Tausende Menschen zum Verlassen ihrer Wohnungen aufgerufen. Zwar richteten die Fluten erhebliche materielle Schäden an, Berichte über Verletzte gibt es bisher aber nicht.

    10.53 Uhr: Bürgermeisterin von Erftstadt nennt Ausmaß der Zerstörung verheerend - Steinmeier gegen Mittag erwartet

    Die Bürgermeisterin des vom Unwetter stark getroffenen Ortes Erftstadt in Nordrhein-Westfalen, Carolin Weitzel, hat das Ausmaß der Zerstörung als "verheerend" bezeichnet. Sie sei sehr froh, dass man bislang keine Todesopfer gefunden habe, betonte Weitzel im Deutschlandfunk. Viele hundert Menschen seien aber unmittelbar betroffen; sie benötigten jetzt unbürokratische und einfache Hilfe.

    Am Mittag besuchen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) Erftstadt. Sie wollen sich ein Bild von den Zerstörungen vor Ort machen und mit Helfern sprechen.

    11.16 Uhr: Polizei räumt überflutete Fahrzeuge von Bundesstraße bei Erftstadt

    Auf der B 265 bei Erftstadt in Nordrhein-Westfalen hat die Bundeswehr begonnen, die von den Fluten eingeschlossenen Fahrzeuge mit Radpanzern zu bergen. Menschen seien in den Lastwagen und Autos bisher nicht entdeckt worden, teilte die Feuerwehr am Vormittag mit.

    Zahlreiche Fahrzeuge waren in der Region überspült worden. Eine Sprecherin des Rhein-Erft-Kreises hatte am Freitag gesagt, es sei unklar, ob alle Insassen es rechtzeitig aus ihren Wagen geschafft hätten.

    14.16 Uhr: Mehr als 23.000 Kräfte in NRW im Einsatz

    In Nordrhein-Westfalen sind nach Angaben des Innenministeriums rund 22.000 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Hilfsorganisationen wie dem Technischen Hilfswerk (THW) an den Rettungsarbeiten beteiligt. Hinzu kämen 700 Beamte der Landespolizei und Kräfte der Bundespolizei sowie Einsatzkräfte aus Hessen, Niedersachsen und Hamburg. Die Bundeswehr ist nach Angaben vom Freitag mit weiteren 900 Soldaten vor Ort.

    Die Koordinierungsgruppe des Krisenstabs Nordrhein-Westfalen tausche sich rund um die Uhr zur aktuellen Lage bei der Hochwasserkatastrophe aus und helfe landesweit bei der Koordinierung, hieß es am Samstagmorgen in Düsseldorf.

    10.47 Uhr: Polizei in Koblenz warnt vor freiliegenden Stromleitungen

    Nach der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz hat die Polizei vor den Gefahren freiliegender Stromleitungen gewarnt. Unter Umständen könnten Stromleitungen auch noch aus mehreren Metern Entfernung lebensgefährlich sein, ohne direkten Kontakt. Menschen in der betroffenen Region sollten großen Abstand halten und sich nicht in Gefahr bringen. Ein Hubschrauber mit Fachleuten an Bord solle die Gefahr nun prüfen, sagte ein Sprecher.

    11.47 Uhr: Auch in Bayern drohen Dauerregen und Überschwemmungen

    Die Bilder aus den Flutgebieten im Westen Deutschlands sorgen bei uns in Bayern für Bestürzung und Trauer. Etliche bayerische Helfer sind vor Ort im Einsatz. Derweil brauen sich auch im Freistaat Gewitterwolken zusammen, Dauerregen und Überschwemmungen drohen.

    Passau warnt bereits seit Freitag vor Hochwasser. Am meisten regnen soll es laut Deutschem Wetterdienst (DWD) aber in den Berchtesgadener Alpen: Hier könnte es bis zu 100 Liter pro Quadratmeter abregnen, in Staulagen noch mehr.

    11.23 Uhr: Etwa 670 Häuser sind in Trier vom Hochwasser betroffen

    In dem vom Hochwasser massiv betroffenen Trierer Stadtteil Ehrang sind nach der Flut die Aufräumarbeiten in vollem Gang. Ein Sprecher der Stadt erklärte am Vormittag: "Da stapeln sich die Berge von Sperrmüll". Erste Anwohner gingen zurück in ihre Häuser. Betroffen sind der Stadt zufolge 670 Häuser, bei denen im Keller und Erdgeschoss fast alles zerstört wurde.

    In Trier-Ehrang war am Donnerstag die Kyll über die Ufer getreten und hatte große Teile des Stadtteils überschwemmt. Der Wasserstand des kleinen Flüsschens war von knapp einem auf bis zu acht Meter angeschwollen. Etwa 1000 Einwohner waren nach Angaben der Stadt Trier in Sicherheit gebracht worden. Zudem mussten ein Altenheim und ein Krankenhaus evakuiert werden.

    10.49 Uhr: Zahl der Hochwasser-Toten in Belgien steigt auf 27

    Auch Belgien ist schwer vom Hochwasser getroffen: Mittlerweile gibt es dort 27 bestätigte Todesopfer, wie der belgische Rundfunksender RTBG berichtet.

    Mancherorts werde bereits aufgeräumt, in anderen Regionen gehe es aber noch darum, Menschen und Ortschaften vor den Fluten zu schützen.

    12.52 Uhr: Merkel besucht am Sonntag die Hochwassergebiete in Rheinland-Pfalz

    Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird am Sonntag die vom Hochwasser betroffenen Gebiete in Rheinland-Pfalz besuchen. Das hat die Mainzer Staatskanzlei auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur bestätigt. Unter anderem wird Merkel in der schwer verwüsteten Ortschaft Schuld erwartet.

    Zur Stunde machen sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Laschet in Erftstadt-Blessem ein Bild von der Lage.

    09.43 Uhr: Helfer bringen 170 Menschen in Erftstadt-Blessem in Sicherheit

    Im schwer vom Hochwasser bedrohten nordrhein-westfälischen Erftstadt-Blessem südlich von Köln ist die Rettungsaktion für Anwohner abgeschlossen. Das teilte ein Sprecher des Rhein-Erft-Kreises mit. Nach seinen Worten wurden 170 Menschen - teils mit Hilfe von Hubschraubern - aus dem überfluteten Gebiet gerettet.

    Bislang sei nichts über Schwerverletzte oder Tote bekannt. Es sei aber nicht auszuschließen, dass die Retter bei den Aufräumarbeiten noch Tote finden. Die Bundeswehr beteilige sich an den Arbeiten und sei mit Bergungspanzern im Einsatz. Die Lage im Kreis insgesamt habe sich leicht entspannt, der Pegel der Erft sei leicht gesunken.

    Gegen Mittag wollen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) nach Erftstadt kommen und sich ein Bild von der Lage dort machen.

    09.58 Uhr: Dreyer beklagt Versäumnisse beim Klimaschutz

    Angesichts der Unwetterkatastrophe im Westen Deutschlands hat die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) Versäumnisse beim Klimaschutz beklagt. "In den vergangenen Jahren haben wir in Deutschland vieles nicht umgesetzt, was notwendig gewesen wäre. Davon bin ich fest überzeugt", sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

    Dreyer betonte: "Wir erleben schon mehrere Jahre hintereinander extreme Dürren, Starkregen- und Hochwasserereignisse - gerade auch in unserem Bundesland. Der Klimawandel ist nichts Abstraktes mehr. Wir erleben ihn hautnah und schmerzhaft."

    Am Abend will Dreyer eine Fernsehansprache halten. Diese werde um 19.55 Uhr im SWR übertragen, teilte die Landesregierung am Vormittag mit.

    10.24 Uhr: Deutsche Bank spendet halbe Million für Flutopfer

    Die Deutsche Bank greift den Betroffenen der Flutkatastrophe finanziell unter die Arme. Mitarbeiter des größten deutschen Geldhauses hätten in den vergangenen 24 Stunden mehr als 30.000 Euro für das Deutsche Rote Kreuz gesammelt, erklärte Vize-Chef Karl von Rohr bei LinkedIn. Die Bank selbst werde darüber hinaus 500.000 Euro spenden. Den betroffenen Privat- und Firmenkunden werde man in den Filialen vor Ort zur Seite stehen.

    Von Rohr wörtlich: "Es gab immer wieder Momente in unserem Land, in denen wir eng zusammenstehen mussten, um gemeinsam das Leid und die Folgen einer Naturkatastrophe zu überwinden. Dieses ist einer dieser Momente."

    09.30 Uhr: BRK Unterfranken hilft in Rheinland-Pfalz

    Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) Unterfranken bricht am späten Vormittag mit 120 Einsatzkräften und 50 Fahrzeugen in die Hochwassergebiete in Rheinland-Pfalz auf. Mit dabei sind mehrere Krankenwagen, Transport-Einheiten, Logistik-Einheiten und Funk-Einheiten.

    10.41 Uhr: Nach Dammbruch Teile von Ophoven unter Wasser

    Nach dem Bruch eines Damms der Rur steht im nordrhein-westfälischen Wassenberg der Stadtteil Ophoven teilweise unter Wasser. Das teilte ein Feuerwehrsprecher mit. In der Nacht hatten etwa 700 Bewohner von Ophoven ihre Häuser und Wohnungen verlassen müssen. Den Behörden zufolge wäre es zu gefährlich, sich in dem Stadtteil aufzuhalten.

    Weiterhin gefährdet sind die Stadtteile Effeld und Steinfeld. Unklar ist noch, ob auch sie evakuiert werden müssen.

    09.05 Uhr: Zeitungen in Europa kommentieren Hochwasser-Katastrophe

    Die spanische Zeitung "El País" sieht in der Hochwasser-Katastrophe einen weiteren "Beweis für die Herausforderungen, mit denen uns der Klimawandel konfrontiert". Das Geschehen zeige, dass selbst entwickelte Gesellschaften mit hervorragender Infrastruktur und gutem Katastrophenschutz von den verheerenden Auswirkungen solcher Extremwetter nicht verschont blieben.

    Auch die Londoner "Times" spricht von einer "Warnung". Die Regierungen müssten erkennen, dass sie ihre Anstrengungen zur Anpassung an den bereits stattfindenden Klimawandel verstärken müssten.

    Der italienische "Corriere della Serra" schätzt, dass die Katastrophe einen entscheidenden Einfluss auf den Ausgang der Bundestagswahl im September haben wird: "Klimaschutz steigt auf Platz eins der Sorgen der Menschen. Und die Folgen für die Ausgänge der Wahl könnten unvorhersehbar sein."

    08.13 Uhr: Bisher keine Todesopfer in Erftstadt-Blessem entdeckt

    In der besonders vom Hochwasser betroffenen nordrhein-westfälischen Ortschaft Erftstadt-Blessem gibt es bislang keine bestätigten Todesopfer. Allerdings könne man nicht ausschließen, noch Tote zu finden, da die Arbeiten der Rettungskräfte noch in vollem Gange seien, teilte ein Behördensprecher in der Früh mit. Die Lage in Blessem sei weiter angespannt.

    Mindestens drei Wohnhäuser und ein Teil der historischen Burg sind in Erftstadt-Blessem infolge von Unterspülungen eingestürzt. "Wir gehen von mehreren Toten aus, wissen es aber nicht", hatte der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) am Freitag in Düsseldorf gesagt.

    Gegen Mittag will Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zusammen mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) Erftstadt besuchen.

    09.29 Uhr: Mehr als 19.000 Einsatzkräfte bei Rettungsarbeiten in NRW

    In Nordrhein-Westfalen sind aktuell mehr als 19.000 Einsatzkräfte an den Rettungsarbeiten beteiligt. Das teilte die Landesregierung am Morgen mit. Die Mitglieder der Koordinierungsgruppe des Krisenstabs Nordrhein-Westfalen tauschten sich rund um die Uhr zur aktuellen Lage aus.

    08.32 Uhr: Ministerin Schulze rechnet mit schneller finanzieller Hilfe

    Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) geht nach eigenen Worten davon aus, dass die vom Hochwasser Betroffenen zügig finanzielle Hilfe bekommen. Ein Datum könne sie aber nicht nennen, sagte Schulze im WDR. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (ebenfalls SPD) sei da in der Abstimmung mit den Ländern. Schulze weiter: "Wir werden eine Lösung finden."

    10.09 Uhr: CSU-Politiker Mayer fordert im BR mehr Investitionen in den Hochwasser-Schutz

    Nach Meinung des parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesinnenministerium Stephan Mayer (CSU) muss das Thema Hochwasser-Vorsorge künftig deutlich mehr Bedeutung bekommen. Spätestens jetzt nach dieser dramatischen Katastrophe müsse allen klar sein, dass mehr getan werden muss, betonte Mayer im Interview mit dem BR.

    Deutschland ist nach den Worten des CSU-Politikers in Sachen Katastrophenschutz allerdings "nicht allzu schlecht aufgestellt": "Also wir haben schon die Möglichkeit, vor allem mit großem Gerät, Hochleistungspumpen mit Notstrom-Aggregaten den Menschen zu helfen. Wir haben insgesamt 1,7 Millionen Menschen, die sich im Bevölkerungsschutz engagieren. So eine Struktur gibt es vergleichbar in keinem anderen Land der Welt."

    00.25 Uhr: Im Kreis Heinsberg bricht ein Damm der Rur

    Kritisch ist die Lage aktuell in Ophoven, einem Ortsteil der Stadt Wassenberg im Kreis Heinsberg. Weil ein Damm der Rur gebrochen ist, droht die Überflutung des Ortsteils. Rettungskräfte haben die rund 700 Bewohner aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen. Die Evakuierung lief offenbar nicht ganz reibungslos: Einige Bewohner hatten sich erst einmal geweigert, ihre Häuser und Wohnungen und damit ihr Hab und Gut zu verlassen.

    Samstag, der 17. Juli 2021

    06.20 Uhr: Zahl der Todesopfer erhöht sich auf über 130

    Die Polizei Koblenz hat in der Früh mitgeteilt, dass im rheinland-pfälzischen Kreis Ahrweiler insgesamt mehr als 90 Menschen ums Leben gekommen sind. Es sei zu befürchten, dass noch weitere Todesopfer hinzukommen. Die Zahl der Verletzten liegt laut dem Koblenzer Polizeipräsidium allein im Kreis Ahrweiler bei 618. Auch diese Zahl könne sich noch weiter erhöhen, heißt es.

    Damit ist die Zahl der bestätigten Todesopfer in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen zusammen auf über 130 gestiegen.

    Was die Zahl der Vermissten angeht, zeigen sich die Behörden weiter zurückhaltend: Weil in mehreren Gegenden das Mobilfunknetz und die Telefonleitungen ausgefallen sind, gibt es keine Möglichkeit, Kontakte nachzuverfolgen.

    07.57 Uhr: Angespannte Lage nach Dammbruch an der Rur

    Die Lage nach dem Dammbruch an der Rur im nordrhein-westfälischen Wassenberg (Kreis Heinsberg) ist weiter kritisch. Wie die Stadtverwaltung von Wassenberg in der Früh mitteilte, stagnierten die Wasserpegel derzeit. Wie groß der Schaden durch den Dammbruch ist, könne noch nicht abgeschätzt werden. Rund 700 Bewohner des Stadtteils Ophoven hatten in der Nacht ihre Häuser und Wohnungen verlassen müssen. Für zwei weitere Stadtteile - Effeld und Steinkirchen - gibt es eine Vorwarnung, dass es zur Evakuierung kommen könnte.

    Laut WDR sieht Wassenbergs Bürgermeister Marcel Maurer (CDU) einen möglichen Grund für den Dammbruch auf niederländischer Seite: Dort seien Schleusenklappen geschlossen worden, so dass es zum Rückstau der Wassermassen gekommen sei.

    19.20 Uhr: BRK-Sprecher: "Not lässt sich im Moment nicht messen"

    Er würde sich positivere Rückmeldungen aus den Überschwemmungsgebieten in Westdeutschland wünschen, aber die Helfer berichteten von katastrophalen Ausmaßen vor Ort. Das sagte Sohrab Taheri, der Sprecher vom Bayerischen Roten Kreuz (BRK) in der BR24 Rundschau am Abend. "Die Not lässt sich im Moment nicht messen. Sie ist unermesslich groß. Menschen haben ihr Hab und Gut verloren, ihre gesamte Existenz wurde weggeschwemmt. Insofern ist es auch sehr wichtig, dass die Leute die Hilfe bekommen, die sie brauchen. Einerseits die Rettungshilfe, die ja unterwegs ist und vor Ort ist, aber dass sie andererseits auch unterstützt werden beim Wiederaufbau und sich auch helfen lassen, um das Erlebte und das Gesehene zu verarbeiten." Momentan sei es sehr schwierig, einen Überblick zu erlangen, wo man überhaupt noch Hilfe leisten kann und wie groß die Not tatsächlich ist.

    20.52 Uhr: Merkel informiert sich per Videoschalte über Lage in NRW

    Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich am Freitagabend in einer Videokonferenz von der Koordinierungsgruppe des nordrhein-westfälischen Innenministeriums über die aktuelle Lage im Katastrophengebiet informieren lassen. Laut Mitteilung einer Sprecherin der Bundesregierung waren auch Ministerpräsident Armin Laschet und Innenminister Herbert Reul (beide CDU) beim Gespräch mit der Kanzlerin dabei. Merkel sicherte dabei kurz- und langfristige Unterstützung durch den Bund für die betroffenen Menschen in den Hochwassergebieten zu.

    20.49 Uhr: Bedrohte Steinbachtalsperre - Grundablass nicht mehr verstopft

    Die Lage an der Steinbachtalsperre entspannt sich nach Auskunft des Kreises Euskirchen (Nordrhein-Westfalen) weiter. Nach Informationen der Bezirksregierung Köln ist der bislang nach der Hochwasserkatastrophe verstopfte Grundablass der Talsperre jetzt freigelegt, wie es in einer Mitteilung von Freitagabend hieß. Über diese Öffnung kann jetzt Wasser kontrolliert abgelassen werden, um den Druck auf dem Bauwerk zu senken.

    Das Technische Hilfswerk (THW) pumpte zusätzlich Wasser ab. Am Nachmittag hatte der Kreis gemeldet, dass eine Drohne keine kritischen Risse an dem Bauwerk entdeckt hatte. Der Kreis schätzte die Lage aber weiterhin kritisch ein.

    00.00 Uhr: Städte- und Gemeindebund fordert "nationalen Kraftakt"

    Nach der Unwetterkatastrophe im Westen Deutschlands fordert der Deutsche Städte- und Gemeindebund schnelle Hilfen. Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg sagte dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland", der Wiederaufbau müsse schnell und unbürokratisch organisiert und finanziert werden. In den betroffenen Gebieten sei die Infrastruktur weitgehend zerstört. Nach seinen Worten braucht es einen nationalen Kraftakt, um den Wiederaufbau zu finanzieren.

    23.49 Uhr: Zahl der bestätigten Todesopfer erhöht sich auf 108

    Die Opferzahlen nach den verheerenden Unwettern in Rheinland-Pfalz und Nordrein-Westfalen haben sich am späten Abend weiter erhöht: In Rheinland-Pfalz sind mittlerweile offiziell 65 Todesopfer registriert, Nordrhein-Westfalen hat 43 Tote zu beklagen. Damit liegt die offizielle Gesamtzahl aktuell bei 108.

    Unter den Todesopfern sind auch zwölf Bewohner eines Behindertenwohnheims im rheinland-pfälzischen Sinzig, die hilflos ertranken.

    18.12 Uhr: Baerbock zu Gesprächen ins Hochwassergebiet gereist

    Nach dem Abbruch ihres Urlaubs wegen der schweren Unwetter in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ist Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock ins Krisengebiet gereist. Wie eine Sprecherin am Freitagabend mitteilte, will sich Baerbock vor Ort über die Lage der Menschen im Krisengebiet informieren. Dabei verzichte sie bewusst auf Pressebegleitung oder öffentliche Auftritte, erklärte die Sprecherin. Aus Parteikreisen hieß es, die Lage im Katastrophengebiet sei zu ernst, um sie für Wahlkampfauftritte zu nutzen. Zunächst hatte der "Spiegel" über die Reise der Grünen-Chefin berichtet.

    Den Angaben zufolge traf Baerbock am Freitag in Mainz ein, wo sie sich mit der rheinland-pfälzischen Umweltministerin Anne Spiegel persönlich ausgetauscht haben soll. Für Samstag sind weitere Termine in Nordrhein-Westfalen angesetzt. Angaben zu möglichen Gesprächspartnern machte die Sprecherin zunächst nicht.

    16.29 Uhr: Bonner Bürger bieten Hochwasser-Opfern Unterkünfte an

    Nach einem Aufruf der Stadt Bonn, Menschen aus Hochwassergebieten eine Unterkunft anzubieten, sind bei der Verwaltung Hilfsangebote für mehr als 1.000 Betroffene eingegangen. Viele Privatpersonen wollten bis zu drei Menschen aufnehmen, und Hotels stellten bis zu 50 Doppelzimmer zur Verfügung, teilte die Stadt mit. "Wir sind überwältigt von der Vielfalt und der Fülle der Angebote. Weitere brauchen wir im Moment nicht mehr", erklärte Oberbürgermeisterin Katja Dörner.

    Ab jetzt sollten die Telefonleitungen für Hilfesuchende frei gehalten werden. Zudem suche ein Mitarbeiter der Stadt vier große Sammelunterkünfte auf, um die Menschen dort über das Angebot zu informieren. Angesprochen seien Hochwasser-Geschädigte aus Bonns stark betroffenen Nachbarkreisen Ahrweiler, Euskirchen und Rhein-Sieg.

    16.37 Uhr: Drohne findet keine Risse an der Steinbachtalsperre

    An der möglicherweise von einem Durchbrechen bedrohten Steinbachtalsperre ist nach Auskunft des Kreises Euskirchen die Lage stabil, "aber nicht unkritischB. Bei der Überprüfung des Dammes mit einer Drohne seien keine kritischen Risse gefunden worden, so eine Kreissprecherin. Nach wie vor sei das Grundabflussrohr der Talsperre verstopft. Um Druck aus der Anlage zu nehmen, werde weiterhin das Wasser mit Hochleistungspumpen aus der Talsperre geholt.

    Mehrere Orte unterhalb der Steinbachtalsperre waren in den vergangenen Tagen wegen der Gefahr eines Durchbrechens der Staumauer evakuiert worden. Der Kreis Euskirchen appelliert an die Bewohner, noch nicht in die Häuser zurückzukehren. Die Gefahr sei noch nicht gebannt.

    17.26 Uhr: Belgien ruft Staatstrauertag für Dienstag aus

    Wegen der verheerenden Unwetter im Osten Belgiens wird am Dienstag ein Staatstrauertag begangen. Das kündigte Ministerpräsident Alexander De Croo auf Twitter an. Er schrieb, es sei "ein Tag zum Gedenken an die zahlreichen verlorenen Menschenleben. Aber auch als Dank für die gelebte Solidarität, Nähe und Verbundenheit". Auch in Belgien hatten Starkregen und Überschwemmungen zahlreiche Todesopfern gefordert und massive Schäden angerichtet.

    Während Innenministerin Annelies Verlinden nach Angaben der Nachrichtenagentur Belga am späten Nachmittag von 20 Toten und 20 Verletzten sprach, gab es einige Stunden zuvor Berichte über mindestens 23 Tote unter Berufung auf den Gouverneur der Provinz Lüttich. Laut Innenministerin Verlinden wurden noch 20 Menschen vermisst.

    22.07 Uhr: Steinbachtalsperre - Rückkehr in Ortschaften am Sonntag

    Die Lage an der Steinbachtalsperre entspannt sich nach Auskunft des Kreises Euskirchen (Nordrhein-Westfalen) weiter. Es werde aktuell davon ausgegangen, dass im Laufe des Sonntags eine Rückkehr in die evakuierten Ortschaften möglich ist, heißt es in einer Mitteilung vom Freitagabend. Voraussetzung sei eine gleichbleibende Wetterlage.

    Die Orte Swisttal und Rheinbach unterhalb der Talsperre an der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz waren evakuiert worden. Der Kreis warnte die Bewohner davor, in die Häuser zurückzukehren. "Wenn Sie Ihr Zuhause noch nicht verlassen haben, tun Sie dies unbedingt", hieß es in der Mitteilung.

    17.37 Uhr: Lage in Hochwasser-Gebieten bleibt angespannt

    Die Lage in den deutschen Hochwasser-Gebieten bleibt trotz teilweise fallender Pegel angespannt. Das Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz meldete in seinem Frühwarnsystem bis Samstagmorgen zwar für fast das ganze Bundesland eine nur geringe Hochwassergefährdung. In der Region rund um Altenahr sowie in Teilen der Eifel seien aber noch immer vereinzelte Überflutungen möglich. In Nordrhein-Westfalen wird mit fallenden Wasserständen gerechnet, dies werde aber teils nur langsam geschehen. Die Pegelstände bewegten sich oft noch oberhalb der Warnschwellen, etwa an Erft, Ruhr, Rur, Sieg und Weser, so das Landesumweltamt.

    Der Zugverkehr in NRW und Rheinland-Pfalz ist noch immer stark beeinträchtigt. Zahlreiche Strecken sind nach Angaben der Deutschen Bahn komplett gesperrt oder nur eingeschränkt befahrbar.

    Am Oberrhein wird das anhaltend starke Hochwasser die Schiffe nach Einschätzung des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts (WSA) in Freiburg noch mehrere Tage lang ausbremsen. "Nach derzeitiger Lage ist mit einer Freigabe für die Schifffahrt erst ab Anfang nächster Woche zu rechnen", teilte die Behörde mit.

    19.43 Uhr: Bundespräsident Steinmeier besucht am Samstag Erftstadt

    Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kommt am Samstag in den von der Unwetterkatastrophe besonders getroffenen Rhein-Erft-Kreis. Nach Angaben der NRW-Staatskanzlei besucht das Staatsoberhaupt am Mittag zusammen mit Ministerpräsident Armin Laschet Erftstadt, wo zahlreiche Häuser und Autos weggespült worden waren. Steinmeier will sich in der Feuerwehrleitzentrale ein Bild von der aktuellen Lage machen und mit Rettungskräften sprechen.

    15.45 Uhr: Katastrophenhilfe-Amt fordert mehr Geld für Krisenvorsorge

    Der Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Armin Schuster, hat angesichts der Hochwasserkatastrophe mit mehr als 100 Toten massive Investitionen in die Krisenvorsorge gefordert. "Durch Corona und die jüngsten Unwetter ist in sehr kurzer Zeit sehr klar geworden, dass Fragen der akuten Krisenvorsorge mit der gleichen Priorität behandelt werden müssen wie der Kampf gegen den Klimawandel", sagte er dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland".

    Das Problem des Klimawandels könne Deutschland allein "ohnehin nicht lösen. Und so lange wir keine Lösungen haben, müssen wir mit voller Kraft in Bevölkerungsschutz, Resilienz und Krisenvorsorge investieren", sagte er. Schuster fügte hinzu: "Die Erwartungen an das BBK und das Technische Hilfswerk sind gerade immens. In diesem Verhältnis sind nun auch unsere Erwartungen an den Bundesfinanzminister immens."

    17.54 Uhr: Unwetter überschwemmt Straßen in Deggendorf

    Ein kurzes, aber kräftiges Unwetter hat am Nachmittag im Stadtgebiet von Deggendorf Straßen überschwemmt, Gullideckel hochgedrückt, Bäume umgeworfen und Keller volllaufen lassen. Auch Landkreisgemeinden waren betroffen. Laut der Kreisbrandinspektion sind zwölf Feuerwehren ausgerückt.

    Auch am Wochenende sind Unwetter mit starken Regenfällen vorhergesagt. In Passau wird am Wochenende Hochwasser erwartet. In einer aktuellen Meldung der Stadt von heute ist von einem "sehr markanten Anstieg der Pegel von Inn und Donau" die Rede. In der Nacht auf Sonntag werde aus derzeitiger Sicht die zweithöchste Meldestufe 3 erreicht.

    16.04 Uhr: Merkel nimmt an Videokonferenz des Krisenstabs Rheinland-Pfalz teil

    Nach der Unwetterkatastrophe im Westen Deutschlands hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Freitagnachmittag an einer Videokonferenz des Landeskrisenstabs Rheinland-Pfalz teilgenommen. Sie habe sich im Gespräch mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und Vertretern der Einsatzkräfte über die aktuelle Lage in den Katastrophengebieten und den Stand der Rettungsarbeiten informiert, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit.

    Die Bundeskanzlerin sicherte demnach den betroffenen Menschen in Rheinland-Pfalz die "kurz- ebenso wie langfristige Unterstützung des Bundes" zu. Merkel sei mit der Landesregierung auch im Gespräch über einen "baldigen Besuch im Katastrophengebiet".

    18.49 Uhr: FC Bayern, 1. FC Köln und Telekom spenden für Flutopfer

    Der deutsche Fußball-Rekordmeister FC Bayern München, der 1. FC Köln und die Deutsche Telekom spenden gemeinsam 100.000 Euro für die Opfer der Hochwasserkatastrophe in Deutschland. Die Summe wird unter den Partnern gedrittelt, der Spendenscheck für die Aktion Lichtblick e.V. soll vor dem Testspiel der Bayern mit ihrem neuen Trainer Julian Nagelsmann gegen Köln an diesem Samstag (16.00 Uhr/MagentaTV) in Villingen übergeben werden.

    16.20 Uhr: Menschen in Ahrweiler droht langer Ausfall der Gasversorgung

    Den Menschen im Kreis Ahrweiler droht nach der Unwetterkatastrophe ein langer Ausfall ihrer Gasversorgung. Nach der ersten Einschätzung des Schadensbilds müssten "mehrere Kilometer Gasleitungen komplett neu gelegt werden", teilte die Netzgesellschaft der Energieversorgung Mittelrhein in Koblenz mit. Dies werde mehrere Wochen, wenn nicht sogar Monate dauern.

    Dem Unternehmen zufolge bedeutet dies für die betroffenen Bürger, dass sie kein warmes Wasser mehr beziehen können. Für Unternehmen, die Erdgas benötigen, bedeute dies den Ausfall ihrer Produktion. Nach Angaben des Versorgers ist eine Leitung im Bereich der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler gerissen, weshalb das gesamte Stadtgebiet und die umliegenden Orte kein Erdgas mehr haben.

    15.00 Uhr: Fridays for Future kündigt "in Solidarität" Klimastreiks an

    Angesichts der schweren Unwetter im Westen Deutschlands hat die Klimaschutzbewegung Fridays for Future Streiks in mehr als 40 Orten angekündigt. "Das Ausmaß der Zerstörung macht sprachlos", schrieb die Klimaaktivistin Luisa Neubauer auf Twitter. Die Streiks fänden auch in Solidarität mit denen statt, "die so viel verloren haben".

    "Diese Katastrophen müssen politische Konsequenzen haben", schrieb Neubauer weiter. Als Reaktion auf die schweren Unwetter in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz mit inzwischen mehr als hundert Todesopfern hatten auch Politiker mehrerer Parteien verstärkten Klimaschutz gefordert.

    15.38 Uhr: Deichbruch in Niederlanden - Wohnhäuser evakuiert

    In der niederländischen Stadt Meerssen und ihrer Umgebung müssen Familien wegen eines Deichbruchs ihre Häuser verlassen. Notfalldienste warnten, die Wassermassen drohten mehrere Dörfer zu überschwemmen. Menschen sollten sich umgehend in Sicherheit bringen. Ministerpräsident Mark Rutte erklärte das Hochwasser in der Provinz Limburg im Süden des Landes zu einer nationalen Katastrophe.

    14.54 Uhr: Zahl der Toten in Belgien steigt auf mindestens 23

    In Belgien steigt die Zahl der Toten in Zusammenhang mit den schweren Unwettern weiter. Wie die Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf den Gouverneur der Provinz Lüttich berichtet, kamen mindestens 23 Menschen in Wallonien ums Leben. Bislang seien in der Provinz Lüttich nur sechs von 20 dort gefundenen Leichen identifiziert worden. Es gebe immer noch Menschen, die seit 36 Stunden ohne Essen und Trinken auf Dächern ausharrten. Nach Informationen des öffentlich rechtlichen Sender RTBF wurden in der Provinz Lüttich zudem am Mittag noch 13 Menschen vermisst.

    15.29 Uhr: DFB und die Deutsche Fußball Liga richten Hilfsfonds für Flutopfer ein

    Der Deutsche Fußball-Bund und der Bundesliga-Verband DFL richten einen drei Millionen Euro schweren Hilfsfonds für die Opfer der Flutkatastrophe ein. Wie schon nach dem Hochwasser im Jahr 2013 wolle man gemeinsam einen finanziellen Beitrag zur Flutopferhilfe leisten, teilen der DFB und der Verband der 36 Clubs der 1. Bundesliga und 2. Bundesliga mit. "Dies wird das menschliche Leid nicht mildern können. Wir hoffen aber, damit gemeinsam wenigstens an einigen Stellen unterstützen zu können. Solidarität in dieser Krisensituation halten wir für selbstverständlich", heißt es in einer Erklärung. Darüber hinaus habe der DFB auch den europäischen Fußballverband Uefa kontaktiert, der ebenfalls Unterstützung zugesagt habe.

    15.50 Uhr: Zwei Festnahmen wegen Einbruch im Katastrophengebiet

    Im Unwetterkatastrophengebiet im Kreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz sind am Donnerstag zwei Personen wegen des Verdachts des Einbruchdiebstahls festgenommen worden. Die Beschuldigten seien dem Haftrichter vorgeführt worden, aber kein Haftbefehl erlassen worden, weil ein dringender Tatverdacht fehlte, teilte die Staatsanwaltschaft in Koblenz mit. Die Ermittlungen dauerten an. Darüber hinaus hätten einige die Lage für Diebstähle ausgenutzt, hieß es bei der Polizei. Zahlen dazu waren zunächst nicht bekannt.

    14.43 Uhr: WMO - Beispielloser Sommer 2021 mit Extremwetter in vielen Regionen

    Nicht nur Westdeutschland, sondern weite Teile der nördlichen Welthalbkugel werden laut Weltwetterorganisation (WMO) derzeit von Extremen heimgesucht. Die Hochwasserkatastrophe in Westeuropa habe in diesen Sommer bislang die meisten Todesopfer gefordert, sagte WMO-Sprecherin Clare Nullis in Genf.

    Zusätzlich erlebe Skandinavien eine andauernde Hitzewelle, Rauchschwaden von sibirischen Waldbränden breiteten sich bis Alaska aus, und Nordamerika kämpfe ebenfalls mit Flächenbränden. "Wir haben wieder einen Sommer mit beispielloser Hitze, Dürre, Kälte und Nässe", sagte Nullis.

    Derzeit laufen laut Nullis mehrere Forschungsprojekte, um einen möglichen Zusammenhang zwischen der Eisschmelze in der Arktis, Windströmungen und sogenannten blockierten Wetterlagen zu finden. Als Beispiel nannte die Sprecherin der UN-Organisation das über Westeuropa festsitzende Tief, das eine relativ kleinen Region innerhalb von zwei Tagen mit Regenmengen überflutete, wie sie sonst in zwei Monaten fallen.

    Aus Sicht der WMO verfügen der Deutsche Wetterdienst (DWD) und ähnliche Einrichtungen in anderen europäischen Ländern über hoch entwickelte Frühwarnsysteme. Insgesamt sei Europa gut auf Wetterextreme vorbereitet, sagte Nullis. Extreme Regenfälle wie in den vergangenen Tagen seien jedoch nur sehr schwer zu bewältigen.

    15.23 Uhr: Wahlforscher - Flut ohne großen Einfluss auf Bundestagswahl

    Die Hochwasser-Katastrophe mit mehr als 100 Toten wird nach Einschätzung von Wahlforschern die Bundestagswahl kaum beeinflussen. "Mein Hypothese ist, dass der Einfluss minimal ist", sagte Manfred Güllner vom Meinungsforschungs-Institut Forsa der Nachrichtenagentur Reuters. Offen sei, ob die meisten Menschen die Katastrophe wirklich direkt auf die Erd-Erwärmung zurückführten. Grundsätzlich könne das Thema zwar den Grünen helfen. "Aber selbst wenn die Menschen das mit dem Klimawandel unmittelbar in Verbindung bringen - die Grünen können ja nichts dagegen machen", sagte Güllner. Darauf wies auch Matthias Jung von der Forschungsgruppe Wahlen hin: NRW-Ministerpräsident und Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet könnte sich hier womöglich etwas besser in Szene setzen. Aber er gab auch zu Bedenken: "Ob von solchen Bildern jetzt ein nachhaltiger Eindruck bleibt, kann man bezweifeln." Auf einen Umschwung allein durch die Überschwemmungen könnten die Grünen wohl nicht hoffen, erläuterte Jung.

    14.02 Uhr: Gewerkschaft der Polizei warnt vor Katastrophentourismus - "Lieber helfen"

    Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) warnt angesichts der dramatischen Lage vor "Katastrophentourismus" in die vom Hochwasser betroffenen Regionen. "Wichtigste Aufgabe der Polizistinnen und Polizisten in den überschwemmten Gebieten ist es, diese Regionen abzusperren, Menschen aus den Gefahrenzonen zu bergen und verlassene Häuser vor möglichen Plünderungen zu schützen", erklärte der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende Jörg Radek.

    Er verwies darauf, dass unbelehrbare Schaulustige die Rettungsarbeiten in der Vergangenheit bei vergleichbaren Katastrophen schwer behindert hätten. "Statt Handyvideos aufzunehmen, sollten Gaffer sich lieber informieren, wo sie helfen können", betonte der Gewerkschafter.

    14.19 Uhr: Laschet - fast alle Staudämme "stabil und unbeschädigt"

    Die Staumauern und Dämme der Talsperren in Nordrhein-Westfalen haben der Belastung durch den extremen Regen der vergangen Tage Stand gehalten. "Die Staudämme der Talsperren in Nordrhein-Westfalen sind, mit Ausnahme der Steinbachtalsperre, stabil und unbeschädigt", sagte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) nach einer Kabinettssitzung in Düsseldorf. An der Steinbachtalsperre im Kreis Euskirchen droht ein Durchbrechen des Staudamms. Mehrere Ortschaften im Bereich des Sees sind deshalb evakuiert worden.

    Auch die Situation an der Rurtalsperre in der Eifel entspanne sich leicht, sagte Laschet. In der Nacht zu Freitag war die Rurtalsperre übergelaufen. Der Anstieg des Hochwassers der Rur fiel weniger extrem aus, als zunächst befürchtet. Im Jülich konnten deshalb Menschen in ihre Wohnungen zurück.

    Das Hochwasser sei vor allem ein Problem der kleinen Flüsse, sagte Laschet: "«Der Rhein ist Hochwasser gewöhnt." In den Städten am Rhein gebe es Schutzvorkehrungen für steigende Wasserstände. Die großen Schäden seien an den Nebenflüssen entstanden, die große Wassermassen aufnehmen mussten.

    15.33 Uhr: Mindestens 362 Verletzte im Kreis Ahrweiler

    Bei der Unwetterkatastrophe im Kreis Ahrweiler sind mindestens 362 Menschen verletzt worden. Diese Zahl könne sich aber noch weiter erhöhen, teilte die Polizei in Koblenz mit. Dies gelte auch für die Toten, die das Innenministerium zuletzt mit 63 angegeben hatte.

    Infolge des Unwetters sind weiterhin die Bundesstraße 257 ab Hönningen bis Ahrbrück sowie mehrere Land- und Kreisstraßen nicht befahrbar. Die Polizei ruft die Bevölkerung auf, die vom Hochwasser betroffenen Ortschaften nicht aufzusuchen, sondern weiträumig zu umfahren, damit Platz für die Rettungskräfte ist.

    14.47 Uhr: Macron bietet Hochwassergebieten Unterstützung an

    Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat angesichts der verheerenden Unwetter in Deutschland und weiteren Ländern Hilfe angeboten. "Frankreich ist während dieses Unglücks solidarisch", schrieb er auf Twitter. Unterstützung habe man bereits nach Belgien geschickt. Seine Gedanken seien bei den Opfern in Deutschland, Belgien, Luxemburg und den Niederlanden, schrieb Macron.

    14.50 Uhr: Mindestens 63 Tote in Rheinland-Pfalz

    Die Hochwasserkatastrophe an Ahr und Mosel in Rheinland-Pfalz hat mindestens 63 Menschen das Leben gekostet. Die Zahl werde vermutlich noch steigen, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) nach einer Sondersitzung des Kabinetts in Mainz. Eine nicht genau bekannte Zahl von Menschen wird noch vermisst. Allein in der Verbandsgemeinde Adenau (Kreis Ahrweiler) waren dies etwa 30 Bewohner.

    Die Mindestzahl der Toten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen insgesamt erreicht damit 106.

    13.47 Uhr: Umweltministerin fordert stärkeren Ausbau erneuerbarer Energien

    Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) hat bei einem Besuch im stark vom Hochwasser betroffenen Solingen vermehrte Anstrengungen bei den erneuerbaren Energien gefordert. "Da werden wir noch mehr tun müssen", sagte Schulze. Es gehe darum, "aktiv etwas gegen diese Klimaveränderungen zu tun". Die Ereignisse häuften sich, es gebe mehr Trockenheit und mehr Starkregen.

    Schulze verwies auf die Notwendigkeit, neben dem forcierten Ausbau der erneuerbaren Energien auch den Verkehr zu verändern und in die Gebäude zu investieren. Da sich Unwetterkatastrophen auch in Zukunft nicht komplett verhindern ließen, müsse Vorsorge getroffen werden, dass künftig möglichst wenig passiere. Die Kommunen müssten dabei unterstützt werden, ihre Anpassungen an diejenigen Klimaveränderungen weiter voranzutreiben.

    Im nordrhein-westfälischen Solingen habe es "ein hervorragendes Hochwasserkonzept" gegeben, die Kommunikation habe gut funktioniert, "trotzdem gab es massive Schäden". Bund und Land müssten den Kommunen helfen, die Hilfe müsse schnell vor Ort ankommen, so Schulze.

    14.11 Uhr: Unwettergefahr nimmt am Wochenende allmählich ab

    In den von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Gebieten Deutschlands dürften die Menschen sehnsüchtig auf diese Prognose des Deutschen Wetterdienstes (DWD) gewartet haben: Die Unwettergefahr nimmt am Wochenende von Nordwesten her allmählich ab. Unwetter treten im Vergleich zu den vergangenen Tagen nur lokal auf, hieß es. Im Südwesten wurden aber am Freitag noch Schauer oder Gewitter mit Starkregen um 20 Liter pro Quadratmeter und Stunde erwartet.

    Am Wochenende bringt das Hoch "Dana" von Nordwesten her zögerlich Wetterbesserung ins Landesinnere. Die Stark- oder Dauerregenfälle sind dann noch in der Südosthälfte zu erwarten. An den Alpen könne es allerdings zu Dauerregen kommen. Bis Sonntagabend sind dort 70 bis 90, an den östlichen Alpen um 120 Liter pro Quadratmeter in 48 Stunden möglich. Am Sonntag sollen die Regenfälle auch an den Alpen im weiteren Tagesverlauf allmählich nachlassen.

    14.40 Uhr: Steinmeier fordert entschiedenen Kampf gegen Klimawandel

    Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den Opfern der Flutkatastrophe seine Anteilnahme ausgesprochen und entschiedene Maßnahmen gegen den Klimawandel gefordert: "Nur wenn wir den Kampf gegen den Klimawandel entschieden aufnehmen, werden wir Extremwetterlagenwie wir sie jetzt erleben, in Grenzen halten können", sagte Steinmeier.

    13.56 Uhr: Städtetag - Bund muss beim Klimaschutz mutiger werden

    Der Deutsche Städtetag hat den Bund angesichts der Hochwasserkatastrophe aufgefordert, beim Klimaschutz mutigere Entscheidungen zu treffen. Städtetagspräsident Burkhard Jung sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Wir dürfen keine Zeit verlieren. Wir müssen das Ziel der Klimaneutralität so schnell wie möglich erreichen, um den Schäden durch Extremwetter-Katastrophen besser begegnen zu können."

    Jung sagte weiter: "Nicht zum ersten Mal erleben wir die Folgen von Starkregen und Hochwasser. Aber diesmal hat es unser Land besonders hart getroffen. Weil der Klimawandel voranschreitet, müssen wir leider damit rechnen, dass Extremwetter-Ereignisse in Zukunft noch häufiger vorkommen werden." Dazu gehörten auch Dürreperioden oder Stürme: "Klimafolgen wie Hitzewellen, Dürren und Starkregen sind nicht mehr wegzureden. Sie sind Realität."

    13.14 Uhr: Wetterdienst warnt vor Überschwemmungen in Bayern

    Angesichts einer Warnung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vor Starkregen im Südosten Bayerns sind am Wochenende Überschwemmungen nicht ausgeschlossen. Vom Sonntagmorgen an werde vor allem an der Donau im Bereich Passau mit Hochwasser und Überschwemmungen gerechnet, teilte der Hochwassernachrichtendienst mit. Es sei dabei nicht ausgeschlossen, dass auch bebaute Grundstücke oder Keller überflutet werden, sagte eine Sprecherin: "Dieser Trend ist aber noch mit Unsicherheit behaftet."

    Konkrete Vorhersagen kündigte die Sprecherin für Samstag und Sonntag an. Wegen des angekündigten Starkregens kann es demnach auch an Salzach und Inn am Sonntag zu Überschwemmungen kommen. Der DWD rechnet bis Sonntagabend vor allem im östlichen Alpenraum mit Regenmengen von bis zu 100 Litern pro Quadratmeter, in Staulagen seien sogar rund 150 Liter pro Quadratmeter möglich. Mit Starkregen rechnet der DWD auch weiter westlich im Allgäu und an der Isar: Dort sind demnach 60 bis 70 Liter pro Quadratmeter möglich.

    13.20 Uhr: Laschet - Unwetterkatastrophe erfordert finanzielle Kraftanstrengung

    Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat ein mehrstufiges Hilfsprogramm für die Opfer der Unwetterkatastrophe in Nordrhein-Westfalen angekündigt. "Wir werden große finanzielle Kraftanstrengungen brauchen", sagte Laschet nach einer Sondersitzung des Landeskabinetts. Die bisher für Soforthilfen bei Starkregenereignissen zu Verfügung stehenden Mittel würden "bei weitem nicht ausreichen".

    Das Land werde den Menschen, die nach der Regenkatastrophe "ohne alles auf der Straße stehen", schnell helfen, sagte Laschet. Daneben seien Hilfen für Härtefälle bei Privatleuten und Unternehmen nötig. Für die Kommunen seien Strukturhilfen für beschädigte Straßen und Anlagen nötig. Gespräche über eine Beteiligung des Bundes liefen bereits. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe ihn angerufen und Hilfe zugesagt, Finanzminister Olaf Scholz (SPD) ebenso.

    13.52 Uhr: Meteorologe mahnt mehr mobilen Hochwasserschutz und veränderte Bauvorschriften an

    Der Meteorologe Harald Kunstmann fordert, mit mobilem Hochwasserschutz, neuen Bauvorschriften und privaten Maßnahmen auf ein steigendes Risiko für Hochwasserlagen zu reagieren. Das Klima verändere sich im Moment massiv, sagte Kunstmann dem Bayerischen Rundfunk und erklärte: "Das Risiko, dass eine Überflutung kommt und dass die Dimensionierung der Schutzmaßnahmen nicht ausreicht, wird natürlich immer höher."

    Man könne nicht jedes einzelne Unwetterereignis der erhöhten CO2-Konzentration in der Atmosphäre zuordnen, sagte Kunstmann, betonte aber: "Wir wissen, dass mit der erhöhten CO2- und auch Methan-Konzentration in der Atmosphäre diese extremen Ereignisse immer wahrscheinlicher werden. Und damit werden Sie auch häufiger."

    Kunstmann fordert deshalb den mobilen Hochwasserschutz, also etwa Barrieren für Haustüren und die Verfügbarkeit von Sandsäcken zu verbessern. Da sei noch viel zu tun, erklärte der Meteorologe, der als Professor für Regionales Klima und Hydrologie an der Uni Augsburg sowie als stellvertretender Leiter des Instituts für Meteorologie und Klimaforschung des KIT-Campus Alpin in Garmisch-Partenkirchen tätig ist. Kunstmann sprach sich außerdem dafür aus, das gestiegene Unwetter-Risiko beim Wohnungsbau zu berücksichtigen. Er verwies auf das Verbot von Wohnräumen im Erdgeschoss von Gebäuden in Teilen von Passau.

    13.22 Uhr: Polizei Köln - Rund 60 Menschen weiterhin vermisst

    Im Raum Euskirchen sucht die Polizei weiterhin nach 40 vermissten Menschen. Im Raum Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis werden ebenfalls noch 19 Menschen vermisst, wie die Polizei Köln mitteilte. Bei der Hotline für vermisste Personen des Rhein-Sieg-Kreises seien mehr als 300 Nachfragen eingegangen. Viele der Anrufe seien auf das zusammengebrochene Mobilfunknetz zurückzuführen.

    Am Freitagmorgen hatte die Polizei Köln von 24 Toten im Kreis Euskirchen und sechs Toten im Rhein-Sieg-Kreis berichtet. Noch immer seien nicht alle der Leichen geborgen, hieß es in der Mitteilung. Die Überprüfung der Vermisstenmeldungen laufe.

    13.42 Uhr: Einwohner von Schuld berichten

    Schuld an der Ahr ist besonders stark von der Unwetter-Katastrophe getroffen worden. Viele Einwohner stehen vor dem Nichts und berichten über traumatische Erinnerungen an die Stunde als das Hochwasser kam. Manche klagen über ausbleibende Unterstützung von außen, doch die Helfer tun, was sie können.

    13.06 Uhr: Klöckner will unbürokratische Hilfen für Landwirte in Hochwasser-Gebieten

    Von der Unwetterkatastrophe sind auch zahlreiche landwirtschaftliche Höfe und Felder betroffen. "Ernten, Maschinen, Scheunen, Keller sind überflutet, Winzerinnen und Winzer können nicht in ihre Weinberge", erklärte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU), komplette Ernteverluste drohten.

    "Hier bedarf es jetzt unkonventioneller Hilfen und unbürokratischer Organisation, zum Beispiel die schnelle Genehmigung des Einsatzes von Hubschraubern, um den Pilzbefall in den Griff zu bekommen", erklärte Klöckner. Den einzelnen Weingütern sei die Schädlingsbekämpfung selbst gar nicht mehr möglich. "Straßen sind weitgehend unbefahrbar. Hier geht es um Stunden." Auch für die Anliegen der Landwirtschaft setze sie sich ein, fügte Klöckner hinzu, denn deren Arbeit sei die Grundlage für die regionale Versorgung der Bevölkerung.

    13.35 Uhr: Evakuierung von 2.000 Menschen im Swisttal abgeschlossen

    Die Evakuierung von etwa 2.000 Menschen in Swisttal im Süden von Nordrhein-Westfalen ist abgeschlossen. Das teilte der Rhein-Sieg-Kreis am Freitag mit. Die Gefahr von Hochwasser durch ein Durchbrechen der Staumauer der Steinbachtalsperre bestehe weiterhin.

    Im Ortsteil Odendorf seien zwei Seniorenheime evakuiert worden. Mehr als 80 Bewohnerinnen und Bewohner seien in andere Heime oder in Krankenhäuser gebracht worden. Zurzeit werde die Verlegung der rund 2000 betroffenen Menschen aus den Betreuungsstationen in andere Einrichtungen organisiert, in denen ein längerere Aufenthalt möglich ist.

    13.17 Uhr: Drei Häuser und Teil der Burg in Erfstadt eingestürzt

    Im besonders schwer von der Unwetterkatastrophe betroffenen Erftstadt-Blessem sind nach aktuellem Stand drei Wohnhäuser und ein Teil der historischen Burg eingestürzt. "Wir gehen von mehreren Toten aus, wissen es aber nicht", sagte der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) in Düsseldorf. Im bisher durchforsteten östlichen Teil des Ortes gebe es keine Todesopfer, alle dort lebenden Menschen seien in Sicherheit: "Aber das ist noch nicht die ganze Stadt." Die Lage in Erftstadt sei zurzeit "ganz besonders kritisch" und noch sehr unübersichtlich.

    13.27 Uhr: Verteidigungsministerium löst militärischen Katastrophenalarm aus

    Das Verteidigungsministerium hat wegen der Unwetterkatastrophe im Westen Deutschlands einen militärischen Katastrophenalarm ausgelöst. Ministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) habe die Entscheidung getroffen, sagte ein Sprecher des Ministeriums am Freitag in Berlin.

    "Das bedeutet, dass die Entscheidungsinstanzen weit nach vorn, nämlich genau dorthin verrückt werden, wo sie gebraucht werden. Als Beispiel kann jetzt eine Verbandsführerin vor Ort entscheiden, ob der Bergepanzer, ob der militärische Lkw, ob das Stromaggregat bereitgestellt wird, wenn es denn verfügbar wird", sagte der Offizier: "Ich denke, bei solchen Lagen ist Dezentralität ganz wichtig und auch für den Erfolg der Maßnahmen ganz ausschlaggebend."

    Nach Angaben des Verteidigungsministeriums sind mehr als 850 Soldaten im Einsatz, und die Zahl steige. Die Bilder aus dem Katastrophengebiet erfüllten mit Bestürzung. Der Sprecher sagte: "Die Bundeswehr steht natürlich an der Seite der anderen Helfer, ob das THW, Feuerwehr, Polizei und andere sind." Es werde nun dafür gesorgt, bundesweit verfügbares Material für die Hilfe vor Ort zur Verfügung zu stellen. Bundesweit seien alle Kräfte angewiesen, nötiges Großgerät verfügbar zu machen.

    12.48 Uhr: Laschet - "Flut-Katastrophe von historischem Ausmaß"

    Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat die dramatischen Unwetterfolgen als "Flut-Katastrophe von historischem Ausmaß" bezeichnet. Mindesten 43 Menschen hätten in NRW ihr Leben verloren, sagte er am Freitag nach einer Sondersitzung des Landeskabinetts in Düsseldorf. Es stehe zu befürchten, dass die Opferzahlen weiter steigen werden. Besonders dramatisch sei die Situation in Erftstadt. "Die Fluten haben vielen Menschen buchstäblich den Boden unter den Füßen weggezogen." Laschet dankte allen Rettungskräften für ihren Einsatz.

    12.49 Uhr: A44 bei Jülich nach Vollsperrung wieder frei

    Nach einer Vollsperrung der Autobahn 44 bei Jülich wegen einer überschwemmten Fahrbahn ist die Strecke wieder frei. Das hat die Autobahn GmbH Rheinland am Freitagmittag per Twitter mitgeteilt. Die Strecke zwischen den Anschlussstellen Jülich-Ost und Jülich-West war am Freitagmorgen zunächst in beide Richtungen nicht befahrbar.

    12.52 Uhr: Teile von A1-Standstreifen brechen ab und stürzen in die Erft

    In der Nähe der vom Hochwasser heimgesuchten Ortschaft Erftstadt-Blessem sind Teile der gesperrten Autobahn 1 in den Fluss Erft gestürzt. Dies berichtete ein dpa-Reporter als Augenzeuge. Nach seinen Angaben brachen schätzungsweise mehr als 40 Meter des Standstreifens in mehreren Stücken mit einem Knacken ab und fielen in den Fluss. Auf den Abschnitten hätten sich keine Fahrzeuge befunden. Auch ein Stück Lärmschutzwand sei eingestürzt.

    12.44 Uhr: Zwölf Menschen in Wohnheim für Menschen mit Behinderung ertrunken

    Unter den Todesopfern der Flutkatastrophe sind auch zwölf Bewohner einer Einrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung. Nach dem Unwetter in der Nacht zum Donnerstag wurden dort 13 Menschen vermisst. Einer von ihnen sei lebend gerettet und ins Krankenhaus gebracht worden, teilte am Freitag eine Sprecherin des Innenministeriums in Rheinland-Pfalz mit. Am Donnerstagabend waren zunächst neun Todesopfer in der Einrichtung bestätigt worden.

    "Das Wasser drang innerhalb einer Minute bis an die Decke des Erdgeschosses", sagte der Geschäftsführer des Landesverbands der Lebenshilfe Rheinland-Pfalz, Matthias Mandos. Die Nachtwache habe es noch geschafft, mehrere Bewohner in den ersten Stock des an der Ahr gelegenen Wohnheims zu bringen. "Als er die nächsten holen wollte, kam er schon zu spät." Die Wassermassen seien so rasant in das Gebäude eingedrungen, dass es keine Chance gegeben habe.

    12.46 Uhr: Bundesregierung entscheidet kommende Woche über Hochwasserhilfe

    Die Bundesregierung will in der kommenden Woche über Aufbauhilfen für Bürger und Kommunen in den Überschwemmungsgebieten entscheiden. Eine schnelle Lösung sei wichtig, sagte ein Sprecher des Finanzministeriums am Freitag. Deshalb solle das Thema am Mittwoch im Kabinett aufgerufen werden. Zur Höhe möglicher Hilfen machte er keine Angaben.

    12.05 Uhr: Zahl der Toten in Rheinland-Pfalz auf mindestens 60 gestiegen

    Die Zahl der Todesopfer bei der Hochwasserkatastrophe im nördlichen Rheinland-Pfalz ist auf 60 gestiegen. Dies teilte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Freitag nach einer Sondersitzung des Kabinetts in Mainz mit. Zuvor hatte Nordrhein-Westfalen 43 Tote gemeldet. Damit steigt die Gesamtzahl der Toten, die das Unwetter gefordert hat, auf mindestens 103 an.

    12.37: Überschwemmte Fahrbahn - Strecken auf A1 und A61 gesperrt

    Wegen überschwemmter Fahrbahnen sind mehrere Abschnitte auf der Autobahn 1 und der Autobahn 61 gesperrt. Betroffen sei etwa die Strecke zwischen der Anschlussstelle Wermelskirchen und dem Autobahnkreuz Leverkusen, teilte die Autobahn GmbH Rheinland am Freitag auf Twitter mit. Das Kreuz Leverkusen sei voll gesperrt. In Fahrtrichtung Dortmund werde der Verkehr auf die A3 abgeleitet. Auch die Strecke zwischen den Kreuzen Köln-West und Bliesheim ist laut Polizei in beide Richtungen nicht befahrbar. Auf der A61 gebe es eine Vollsperrung zwischen den Autobahnkreuzen Kerpen und Meckenheim.

    12.42 Uhr: Landkreis Hof schaltet Hotline für betroffene Bürger frei

    Nach den schweren Unwettern im Landkreis Hof hat das Landratsamt heute Mittag kurzfristig eine Hotline eingerichtet. Unter der Telefonnummer 09281/ 57-473 gibt es Unterstützung für die vom Hochwasser betroffenen Bürgerinnen und Bürger. Dabei können unter anderem Themen wie die Entsorgung des Überschwemmungsmülls, versicherungsrechtliche Fragen oder Infos zu Straßensperren geklärt werden, teilt das Landratsamt Hof mit. Die Hotline ist zunächst heute von 12 bis 16 Uhr und morgen von 8 bis 12 Uhr erreichbar.

    In vielen Orten des Landkreises Hof laufen noch die Aufräumarbeiten. Besonders betroffen ist die Kleinstadt Selbitz. Dort ist zum Beispiel noch völlig unklar, wann eine Chemiefaser-Firma und ein Kunststoff-Hersteller wieder die Produktion aufnehmen können, da zahlreiche Maschinen und andere Unternehmenstechnik durch die Wassermassen zerstört wurden.

    12.08 Uhr: Bayerische Einsatzkräfte helfen nach Unwettern in NRW

    Die Schweinfurter Wasserwacht des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) hilft im nordrhein-westfälischem Erftstadt bei der Bekämpfung des Hochwassers. 35 Ehrenamtliche seien in der Nacht angekommen, sagte Thomas Lindörfer, Sprecher des BRK am Freitag. Die Helferinnen und Helfer aus Unterfranken unterstützten bei der Rettung auch mit zwei Tauchtrupps, zwei Boottrupps und Logistik. Das Team sei autark und mit Booten aus Unterfranken ausgestattet. Zunächst sei der Einsatz über das Wochenende geplant, wie es danach weitergeht, hänge vom Wetter ab, sagte Lindörfer.

    Auch das bayerische Technische Hilfswerk (THW) hat Helferinnen und Helfer in das von Unwettern betroffene Gebiet in NRW entsandt. Eine Einheit von 60 Frauen und Männern bekämpfe das Hochwasser im Raum Köln mit Großpumpen, teilte Sprecher Dominik Helms am Freitag mit. Fünf Pumpen könnten mehr als 45 000 Liter Wasser pro Minute bewegen, sagte er, außerdem würden Tauchpumpen eingesetzt.

    Zwölf ehrenamtliche Helferinnen und Helfer des THW Erlangen sind außerdem mittlerweile an der vom Dammburch bedrohten Steinbachtalsperre im nordrhein-westfälischen Euskirchen eingetroffen. Dort hätten sie sich bei der Einsatzleitung vor Ort gemeldet und würden sich nun an den Hilfsmaßnahmen beteiligen, teilte Karl Fleisch vom THW in Erlangen mit.

    11.37 Uhr: Schifffahrt auf Rhein bleibt wohl noch tagelang eingestellt

    Das anhaltend starke Hochwasser bremst die Schiffe auf dem Rhein nach Einschätzung des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts (WSA) Oberrhein noch mehrere Tage lang aus. "Nach derzeitiger Lage ist mit einer Freigabe für die Schifffahrt erst ab Anfang nächster Woche zu rechnen", teilte die Behörde am Freitag in Freiburg mit. Sie betreut die Wasserstraße zwischen Weil am Rhein an der Grenze zur Schweiz und dem Bereich zwischen Mainz und Ginsheim (Hessen).

    12.20 Uhr: Rheinland-Pfalz richtet Stabsstelle Wiederaufbau ein

    Die Landesregierung in Rheinland-Pfalz richt eine Stabstelle Wiederaufbau ein. "Inzwischen ist die Einschätzung von uns allen, dass die Schäden so dramatsich und gewaltig sind, dass wir noch eine lange Zeit mit diesem Thema zu tun haben werden, auch mit dem Wiederaufbau der Kommunen," sagt Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Aktuell gebe es stündlich Hiobsbotschaften. "Wir haben noch nicht den Stand, dass wir sagen können, die Lage entspannt sich", erklärt die SPD-Politikerin. Es sei zu befürchten, dass die Zahl der Opfer weiter steigen wird. Viele Ortschaften seien immer noch schwer oder gar nicht zugänglich. "Es ist eine nationale Katastrophe", so Dreyer.

    11.52 Uhr: Schulze - Anpassung an Klimawandel gesetzlich verankern

    Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) schlägt gesetzliche Änderungen als Konsequenz der Unwetterkatastrophe vor. Die Anpassung an den Klimawandel müsse als Gemeinschaftsaufgabe von Bund und Ländern auch gesetzlich verankert werden, sagt ein Sprecher der SPD-Politikerin. Zwar gebe es immer wieder Hilfsprogramme für die Kommunen. Sie bräuchten dafür aber eine verlässliche Finanzgrundlage. Die bestehende Anpassungsstrategie müsse immer wieder angepasst werden. "Das sei eine staatliche Daueraufgabe."

    11.57 Uhr: Jugendlicher im Hochwasser aus Gully gerettet

    Bei der Hochwasserkatastrophe ist ein Jugendlicher in Baden-Württemberg nach Feuerwehrangaben in einen offenen Gully gesogen worden. Dies sei auf einer vom Wasser gefluteten Straße in Inzlingen im Kreis Lörrach passiert. Der Vater des Jungen und ein benachbarter Feuerwehrmann hätten den 17-Jährigen in der lebensgefährlichen Lage festhalten können, sagte Feuerwehrkommandant Thomas Muck am Freitag. Weitere Einsatzkräfte hätten geholfen, den Teenager zu retten. Er habe einen Schock erlitten, sei aber nach kurzem Aufenthalt im Krankenhaus wieder von dort entlassen worden.

    12.21 Uhr: Deutscher Wetterdienst - abnehmende Unwettergefahr am Wochenende

    Die Unwettergefahr in Deutschland nimmt nach einer Prognose des Deutschen Wetterdiensts (DWD) dank Hoch "Dana" am Wochenende allmählich ab. Das Sturmtief "Bernd" werde allerdings noch am Freitag und teils auch am Samstag Teile des Landes mit Schauern, Gewittern und örtlichen Unwettern im Griff haben, erklärte der DWD am Donnerstag in Offenbach.

    Demnach soll in den von Hochwasser betroffenen Regionen "allmählich Entspannung" einziehen. Nur im Südwesten könne es tagsüber erneut Starkregen mit Niederschlagsmengen um 20 Liter pro Quadratmeter und örtlich auch etwas darüber gaben.

    11.52 Uhr: Schulze - Anpassung an Klimawandel gesetzlich verankern

    Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) schlägt gesetzliche Änderungen als Konsequenz der Unwetterkatastrophe vor. Die Anpassung an den Klimawandel müsse als Gemeinschaftsaufgabe von Bund und Ländern auch gesetzlich verankert werden, sagt ein Sprecher der SPD-Politikerin. Zwar gebe es immer wieder Hilfsprogramme für die Kommunen. Sie bräuchten dafür aber eine verlässliche Finanzgrundlage. Die bestehende Anpassungsstrategie müsse immer wieder angepasst werden. "Das sei eine staatliche Daueraufgabe."

    11.25 Uhr: Noch 1.200 Haushalte in Leverkusen ohne Strom

    Im vom Hochwasser getroffenen Leverkusen haben am Freitag die Aufräumarbeiten begonnen. Noch immer seien rund 1.200 Haushalte ohne Strom, teilte die Stadt mit. Beim Leerpumpen der unzähligen vollgelaufenen Keller hätten diese Häuser Vorrang, damit die Stromversorgung wieder hergestellt werden könne. Zur Unterstützung der Feuerwehr würden im Laufe des Tages rund 200 Bundeswehrsoldaten in der Stadt erwartet.

    11.40 Uhr: Leichte Entspannung bei Hochwasserlage in Rheinland-Pfalz

    In Rheinland-Pfalz ist eine leichte Entspannung der Hochwasserlage in Sicht. Das Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz meldet in seinem Frühwarnsystem bis Samstagmorgen (7.00 Uhr) für fast das ganze Bundesland eine geringe Hochwassergefährdung. Nur im Norden des Landes könne es in Teilen der Eifel bei kleinen und mittleren Flüssen rund um Prüm sowie zwischen Andernach und Mayen zu vereinzelten Überflutungen kommen. Eine hohe Hochwassergefährdung besteht demnach nur noch für den Bereich rund um Altenahr: Hier könnten noch Grundstücke und Keller überflutet werden.

    11.19 Uhr: Unwetterschäden sorgen weiter für Behinderungen im Bahnverkehr

    Die Flutkatastrophe hat weiterhin etliche Zugausfälle und Verspätungen zur Folge. Wie die Deutsche Bahn mitteilte, ist die Strecke Köln - Düsseldorf - Essen - Dortmund aktuell nur eingeschränkt befahrbar. Es komme zu Umleitungen mit Verspätungen und Zugausfällen. Der Abschnitt Köln - Wuppertal - Hagen - Dortmund sei derzeit noch blockiert. Noch nicht befahrbar ist außerdem die Strecke Köln - Koblenz über Bonn-Hauptbahnhof.

    Unterbrochen ist laut DB auch der internationale Fernverkehr von und nach Brüssel. Die Fernzüge zwischen Köln und Bruxelles-Midi fallen aus. Der internationale Fernverkehr Frankfurt - Köln - Amsterdam verkehre jedoch planmäßig.

    11.29 Uhr: Lage an Steinbachtalsperre weiter angespannt

    Die Situation an der Steinbachtalsperre im Kreis Euskirchen bleibt weiter angespannt. "Die Lage ist stabil, aber nicht unkritisch", teilte der Kreis am Freitagvormittag mit. Der Pegelstand habe sich über Nacht bis zum Einsetzen des Regens um etwa zwei Zentimeter abgesenkt und danach gehalten werden können. Der Grundablass der Steinbachtalsperre sei aber weiterhin nicht in Funktion. Ein Überlaufrohr werde freigepumpt, um weiteres Wasser abzulassen. Die Evakuierung der gefährdeten Gebiete sei vollständig abgeschlossen, teilte der Kreis weiter mit. "Wie lange die Situation anhält, lässt sich zur Zeit nicht sagen."

    11.36 Uhr: Bundesregierung - Menschen können auf Katastrophenhilfe vertrauen

    Die Bundesregierung versichert den Menschen im Katastrophengebiet, dass auch weiterhin alles zur Hilfe in Bewegung gesetzt wird. "Sie können darauf vertrauen, dass die Kräfte unseres Staates, alles gemeinsam daran setzen, Leben zu retten", sagt Vize-Regierungssprecherin Martina Fietz. Die Regierung sei zuversichtlich, dass die Hilfe der bewährten Organisationen greife. Die Bundeswehr ist nach Angaben des Verteidigungsministeriums mit mehr als 800 Soldaten im Einsatz.

    10.44 Uhr: Zahl der Vermissten ist schwer abzuschätzen

    In Rheinland-Pfalz ist weiterhin nicht klar, wie viele Menschen im Zuge der Hochwasserkatastrophe noch vermisst werden. Das Handynetz sei zum großen Teil noch nicht funktionsfähig, erklärte der Koblenzer Polizeisprecher Ulrich Sopart. Es sei auch davon auszugehen, dass eine Reihe von Menschen mehrfach vermisst gemeldet wurden. Genau lasse sich das noch nicht sagen.

    Bisher seien mehr als 50 Menschen in Rheinland-Pfalz ums Leben gekommen, so Sopart, und weiter: "Ich befürchte, die Zahl wird sich noch erhöhen."

    Spendenkonten für Betroffene der Hochwasser-Katastrophe

    Um den betroffenen Menschen in den Katastrophen-Regionen schnell helfen zu können, sind mittlerweile etliche Spendenkonten eingerichtet worden. Der WDR listet einige von ihnen auf.

    11.17 Uhr: Zahl der Toten in Belgien steigt auf mindestens 14

    Auch in Belgien sind durch Unwetter und Überschwemmungen mehrere Menschen ums Leben gekommen. Die Behörden beziffern die Zahl der Toten mittlerweile auf 14. Über Nacht hätten Einsatzkräfte in der Wallonischen Region weitere Leichen gefunden, teilte die Nachrichtenagentur Belga mit.

    Der Ministerpräsident von Wallonien, Elio Di Rupo, sagte dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk RTBF, etliche Häuser seien eingestürzt. Manche Betroffene habe man bisher noch nicht erreichen können.

    10.30 Uhr: 55 Menschen werden aus überfluteten Häusern in Erftstadt gerettet

    Im nordrhein-westfälischen Erftstadt südlich von Köln sind 55 Menschen aus überfluteten Gebäuden gerettet worden. Das teilte ein Sprecher des Rhein-Erft-Kreises mit. Seinen Angaben zufolge sind derzeit noch 15 Personen in ihren Häusern eingeschlossen. Die Bundeswehr rücke mit Transportpanzern an, um bei der Bergung der Menschen zu helfen.

    11.08 Uhr: Feuerwehr rettet auch Haustiere aus gefluteten Häusern

    Besondere Evakuierungsaktion in Trier: Die Feuerwehr hat aus dem überschwemmten Stadtteil Ehrang in der Nacht mehr als 60 Haustiere in Sicherheit gebracht. Tierbesitzer, die wegen der Flut schnell ihre Häuser verlassen mussten, hätten um ihre zurückgelassenen Haustiere gebangt, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) in Trier.

    Dreyer wörtlich: "Ich kann das total gut nachvollziehen, weil es ein Tier ist, das man einfach gerne hat und das zum Leben gehört."

    11.11 Uhr: Spahn mahnt, Flutkatastrophe nicht politisch zu instrumentalisieren

    Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat gemahnt, die Flutkatastrophe nicht parteipolitisch zu instrumentalisieren. "Ich finde, es geht jetzt erst mal darum, sehr schnell zu helfen und deutlich zu machen, dass die Menschen nicht alleine sind, dass wir an ihrer Seite stehen, dass die Bundesregierung an ihrer Seite steht, sowie die Landesregierungen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz und allen betroffenen Ländern", sagt der CDU-Politiker den Sendern RTL und ntv. "Ich kann allen nur empfehlen, daraus jetzt nicht Parteipolitik zu machen. Der Wahlkampf mag jetzt den ein oder anderen verführen, aber das wird doch der Not der Menschen nicht gerecht", fügte er hinzu.

    10.30 Uhr: Zahl der Unwetter-Toten steigt auf mehr als 90

    In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Unwetter-Toten auf mindestens 43 gestiegen. Das hat das nordrhein-westfälische Innenministerium am Vormittag mitgeteilt. Bislang war die Zahl auf mindestens 30 beziffert worden.

    Rechnet man die Todesopfer aus Rheinland-Pfalz dazu, sind der Flutkatastrophe bisher also mehr als 90 Menschen zum Opfer gefallen.

    10.26 Uhr: Menschen in Jülich können in ihre Häuser zurück

    Die Menschen in Jülich im Kreis Düren können wieder in ihre Häuser zurück. Die Evakuierung wegen des befürchteten Hochwassers sei aufgehoben worden, teilte die Stadt am Freitagvormittag mit. Nach Rücksprache mit dem Wasserverband Eifel-Rur und dem Kreis Düren sei nicht mehr mit zusätzlichen größeren Wassermengen zu rechnen. Die Hotline zum Hochwasser werde in Kürze abgeschaltet.

    09.54 Uhr: Wasserverband warnt Kommunen an der Rur vor sehr hohen Wasserständen

    Der Wasserverband Eifel-Rur, der für den Betrieb der Rurtalsperre zuständig ist, hat eine dringende Warnung an die Rur-nahen Kommunen gerichtet: Es sei mit "sehr hohen Wasserständen" und entsprechend hohen Schäden zu rechnen, teilte der Verband in Düren mit.

    Die Zuläufe zu den Talsperren hätten sich im Laufe der Nacht stark erhöht. Betroffen sei neben der Rurtalsperre auch die Urfttalsperre.

    09.59 Uhr: Dreyer nennt Lage "weiterhin extrem angespannt"

    Nach Einschätzung der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) ist in den Hochwasser-Regionen noch keine Entwarnung in Sicht. Dreyer besuchte am Morgen die Leitstelle der Berufsfeuerwehr in Trier. Dort betonte sie: "Die Lage ist weiterhin extrem angespannt in unserem Bundesland. Das Leid nimmt auch gar kein Ende." Die Zahl der Toten steige weiter, so Dreyer.

    Überall gehe jetzt das Wasser zurück, daher würden nun Menschen gefunden, die bei der Katastrophe ertrunken seien. "Und da könnte man eigentlich nur noch weinen. Das ist ein Horror. Das ist alles ganz, ganz schlimm, wenn Existenzen berührt sind."

    Wie viele Menschen noch vermisst sind, dazu gibt es laut Dreyer derzeit "ganz unterschiedliche Zahlen". "Wir können die auch im Moment nicht wirklich verifizieren, weil wir natürlich wirklich hoffen und beten, dass viele davon einfach Menschen sind, die aufgrund der permanenten Störung des Mobilfunks, der Nichterreichbarkeit der Menschen, dass das einfach dadurch verursacht ist."

    09.24 Uhr: Frankreich sichert Deutschland und Belgien Hilfe zu

    Frankreich sichert Deutschland und Belgien seine Solidarität und Unterstützung zu. Dementsprechend hat sich Ministerpräsident Jean Castex auf Twitter geäußert. Unter anderem habe man 40 Einsatzkräfte des französischen Militärs sowie einen Rettungshubschrauber ins belgische Lüttich entsandt.

    09.58 Uhr: Bundeswehr gibt Katastrophenhilfe Vorrang

    Die Bundeswehr soll in den Unwetter-Gebieten mithelfen, und zwar vorrangig. Alle anderen Aufträge, die nicht unmittelbar mit Auslandseinsätzen verbunden seien, würden hintangestellt, teilte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) mit.

    Die "oberste Priorität" liege jetzt bei der Katastrophenhilfe in den betroffenen Städten und Kommunen. Kramp-Karrenbauer wörtlich: "Die Bilder aus den Hochwasserregionen bestürzen uns alle! Die Bundeswehr leistet mit den schnell verfügbaren Kräften vor Ort bereits tatkräftige Hilfe bei Gefahrenabwehr und Räumarbeiten."

    09.00 Uhr: Bundesregierung bereitet kurzfristig Finanzhilfen vor

    Die Bundesregierung will innerhalb weniger Tage umfangreiche Finanzhilfen für die Hochwasser-Geschädigten vorbereiten. Innenminister Seehofer (CSU) teilte mit, sein Ministerium entwickele gerade ein entsprechendes Konzept mit Bundeskanzlerin Merkel und Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD). Details könne er aber erst nennen, sobald es ein klares Bild vom Ausmaß der Schäden gebe.

    Wörtlich sagte Seehofer: "Sie können davon ausgehen, dass es ein großes Paket sein wird."

    06.50 Uhr: Etliche Häuser in Erftstadt-Blessem (NRW) eingestürzt

    Katastrophal stellt sich am Morgen auch die Lage in Nordrhein-Westfalen dar: In Erftstadt-Blessem ist eine Reihe von Häusern ganz oder teilweise eingestürzt. Das hat die Kölner Bezirksregierung in der Früh mitgeteilt. Ursache seien massive und schnell fortschreitende Unterspülungen der Häuser.

    Aus der Region kämen auch immer wieder Notrufe. Menschen könnten derzeit aber nur mit Booten oder Hubschraubern gerettet werden. Außerdem seien Einsatzkräfte dabei, mehrere Pflegeheime vorsorglich zu räumen.

    09.48 Uhr: Rund 165.000 Menschen sind aktuell noch ohne Strom

    Infolge der Unwetterkatastrophe sind aktuell noch rund 165.000 Menschen ohne Strom. Das hat die E.ON-Tochter Westnetz mitgeteilt. Ortsnetzstationen und Umspannwerke seien überflutet worden. Aus Sicherheitsgründen habe man die Anlagen deshalb abschalten müssen.

    Besonders betroffen sind den Angaben zufolge die Eifel, der linksrheinische Rhein-Sieg-Kreis, der Rhein-Bergische Kreis und Teile des Bergischen Landes.

    08.20 Uhr: Etwa 50 Häuser im Dorf Schuld an der Ahr sind stark beschädigt

    Verheerend sei die Lage im Dorf Schuld im Kreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz, berichtet ARD-Korrespondentin Kathrin Freisberg im BR24 "Thema des Tages". Im Ort klaffe ein riesiges Loch, eine ganze Reihe von Häusern sei völlig zerstört, außerdem gebe es rund 50 Gebäude, die so stark beschädigt seien, dass sie womöglich abgerissen werden müssten.

    08.32 Uhr: Zugverkehr ist weiter massiv eingeschränkt

    Wegen der Überflutungen ist der Zugverkehr in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz weiterhin massiv beeinträchtigt. Zahlreiche Strecken seien komplett gesperrt oder nur eingeschränkt befahrbar, teilte die Deutsche Bahn am Vormittag in Düsseldorf mit.

    Die Wassermassen hätten Gleise, Weichen Signaltechnik, Bahnhöfe und Stellwerke in vielen Landesteilen von NRW und Rheinland-Pfalz stark beschädigt. Allein in Nordrhein-Westfalen seien Gleise auf einer Länge von rund 600 Kilometern betroffen. Im Nahverkehr fahren zahlreiche S-Bahn- und Regionallinien weiterhin nicht oder nur eingeschränkt.

    07.04 Uhr: Zahl der Todesopfer steigt auf mehr als 80

    Die Zahl der Menschen, die bei der Hochwasser-Katastrophe im Westen Deutschlands ihr Leben verloren haben, steigt weiter. Nach Angaben der ARD sind mindestens 81 Menschen durch die massiven Überflutungen zu Tode gekommen.

    Allein im rheinland-pfälzischen Kreis Bad Neuenahr-Ahrweiler sind etwa 50 Tote zu beklagen, rund 1.300 Menschen werden noch vermisst. Eine Sprecherin der Kreisverwaltung betonte aber, dass viele Menschen wohl deshalb nicht erreichbar sind, weil das Mobilfunknetz nicht funktioniert: "Wir hoffen, dass sich das klärt", sagte sie mit Blick auf die hohe Zahl der Vermissten.

    06.02 Uhr: Bund und Länder wollen beim Wiederaufbau helfen

    Bund und Länder wollen den vom Hochwasser betroffenen Regionen rasch helfen. Rheinland-Pfalz hat bereits als kurzfristige Unterstützung 50 Millionen Euro bereitgestellt. Das nordrhein-westfälische Landeskabinett berät am Vormittag über die Lage. Laut dem Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Landsberg, sind zum Wiederaufbau Milliarden Euro nötig. Dem Magazin "Kommunal" sagte er, es müsse jetzt darum gehen, den Menschen, aber auch den betroffenen Kommunen, schnell und unbürokratisch zu helfen.

    Bundeskanzlerin Merkel hatte den Betroffenen der Flutkatastrophe bereits gestern schnelle und unbürokratische Hilfe zugesagt. Nach einem Treffen mit US-Präsident Joe Biden in Washington sagte die Kanzlerin wörtlich: "Wir werden Sie in dieser schwierigen, schrecklichen Stunde nicht alleine lassen und werden auch helfen, wenn es um den Wiederaufbau geht."

    08.19 Uhr: "Das Leid nimmt immer weiter zu" (Malu Dreyer)

    Erschüttert von der Lage in den Katastrophen-Regionen hat sich die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer gezeigt. Im Morgenmagazin von ARD und ZDF sagte sie wörtlich: "Unser Land hat so etwas noch nie gesehen." Die Infrastruktur sei völlig zerstört, der Wiederaufbau werde ein "langer und teurer Weg". Mit Blick auf die Hilfszusagen des Bundes betonte die SPD-Politikerin: "Es ist uns zugesichert worden, dass wir im Sinn einer nationalen Katastrophe Unterstützung erhalten. Das brauchen wir auch dringend."

    00.30 Uhr: Rurtalsperre Schwammenauel in der Nordeifel läuft über

    Die Rurtalsperre in der Nordeifel läuft seit kurz vor Mitternacht über. Laut dem Wasserverband Eifel-Rur haben sich zwar die Zuflüsse zu den Talsperren in den vergangenen Stunden reduziert. Allerdings laufe die Talsperre, wie befürchtet, über, allerdings mit "einer geringen Dynamik".

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    05.15 Uhr: Lage an Steinbachtalsperre entspannt sich leicht

    An der Steinbachtalsperre bei Euskirchen in Nordrhein-Westfalen hat sich die Lage seit dem Abend leicht entspannt. Der Wasserstand konnte durch Abpumpen gesenkt werden. Allerdings sind am Damm tiefe Furchen zu sehen. Am Vormittag soll ein Gutachter die Brauchwasser-Talsperre unter die Lupe nehmen.