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Hochwasser durch Sturm "Hanna" im Corona-Hotspot Texas | BR24

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Der erste Hurrikan der Atlantik-Saison 2020 ist in Texas auf Land getroffen. "Hanna" sorgten für Überschwemmungen im Süden von Texas und im Nordosten von Mexiko.

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Hochwasser durch Sturm "Hanna" im Corona-Hotspot Texas

Der erste Hurrikan der Atlantik-Saison ist auf Land getroffen. "Hanna" sorgten in Texas und in Mexiko für Überschwemmungen. In Tausenden Haushalten fiel der Strom aus. Mitten in der Corona-Krise mussten zahlreiche Menschen Notunterkünfte aufsuchen.

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Von
  • Claudia Steiner

Sturm "Hanna" hat mit heftigen Regenfällen und starken Windböen den Süden von Texas heimgesucht. Boote wurden zerstört, Straßen überflutet und Strommasten abgeknickt. Zeitweise waren mehr als 180.000 Menschen ohne Strom, wie der Energieversorger AEP Texas mitteilte. Auch im Nordosten von Mexiko gab es heftige Regenfälle. Berichte über Tote gab es zunächst nicht.

In Mexiko wurden allerdings vier Menschen als vermisst gemeldet: einer in Topo Chico (Bundesstaat Nuevo León) und drei in Reynosa (Bundesstaat Tamaulipas), wie die Zivilschutzbehörde bekannt gab. In der Stadt Matamoros ergoss sich Regen auf die Zelte einer Flüchtlingscamps, indem schätzungsweise 1.300 Asylsuchende untergekommen waren, die im Rahmen ihrer Einwanderungsanträge seit Monaten auf Termine vor US-Gerichten warten. Darunter sind auch ältere Menschen und Neugeborene.

Windgeschwindigkeiten von rund 150 km/h

Der erste Hurrikan der Saison im Atlantik war am Samstagnachmittag knapp nördlich der mexikanischen Grenze auf Land getroffen und hatte Windgeschwindigkeiten von rund 150 Kilometern pro Stunde gebracht, schwächte sich daraufhin aber etwas ab und wurde vom Hurrikan zum Sturm abgestuft. Allerdings brachte "Hanna" heftige Regenfälle und Hochwasser in eine Region der USA, die ohnehin schon mit einer hohen Zahl an Corona-Infektionen zu kämpfen hat. Im Bezirk Hidalgo County räumten die Behörden ein Gemeindezentrum extra für positiv auf das Coronavirus getestete Patienten frei, die wegen "Hanna" ihre Häuser und Wohnungen verlassen mussten. Wenn möglich sollten sie Masken und Desinfektionsmittel mit in die Unterkunft bringen, hieß es. Teilweise wurden Hotels, Schulen und Sporthallen zu Notunterkünften umgebaut.

Behörden sorgen sich über Coronavirus-Ausbreitung in Notunterkünften

Henry Van De Putte, Chef des lokalen Ablegers der Hilfsorganisation Rotes Kreuz, sagte, weitere Unterkünfte mit reduzierter Kapazität sollten geöffnet werden, um das Wahren von Abstand zu ermöglichen. Freiwillige und Schutzsuchende sollten auf Fieber überprüft werden. Van De Putte betonte, Menschen sollten nicht zögern, Hilfe zu suchen. "Ja, das Coronavirus stellt ein Risiko dar, aber das tut auch Flutwasser, keinen Strom zu haben, nicht die nötigen Medikamente zu haben", sagte er. Texas' Gouverneur Greg Abbott sagte, manchen Menschen sollten Hotelzimmer bereitgestellt werden, um sie von anderen Hilfsbedürftigen fernzuhalten. Ein Ausbreiten des Coronavirus und ein damit potenzieller Anstieg der Virus-Todesfälle durch den Hurrikan müsse verhindert werden. Die US-Katastrophenschutzbehörde Fema habe den Notstand genehmigt, damit solle schnell Geld in die betroffenen Regionen kommen, sagte Abbott. In Texas sind bereits mehr als 5.000 Menschen an dem neuartigen Coronavirus gestorben.

Katastrophale Überschwemmungen befürchtet

Chris Birchfield, Meteorologe vom Nationalen Wetterdienst, rief alle Bewohner der Region zur Vorsicht auf. Auch wenn die Windböen nachgelassen hätten, sei die Gefahr längst nicht gebannt. "Wir rechnen nach wie vor mit katastrophalen Überschwemmungen", sagte er. Dem Wetterdienst zufolge fielen mehr als 300 Milliliter und vereinzelt sogar an die 500 Milliliter Regen pro Quadratmeter. US-Präsident Donald Trump schrieb auf Twitter, die Regierung beobachte "Hanna" genau, ebenso wie Hurrikan "Douglas", der sich im Pazifik auf Hawaii zubewegte.

Warnung für starkem Niederschlag und hohen Wellen

Nach Mitteilung des Nationalen Hurrikan-Zentrums der USA befand sich das Auge des Wirbelsturms am Morgen 105 Kilometer ost-nordöstlich von Honolulu, der Hauptstadt des US-Bundesstaates Hawaii. Mit Windgeschwindigkeiten von 140 Kilometern pro Stunde zog der Sturm langsam in west-nordwestliche Richtung weiter. Für die zum US-Bundesstaat Hawaii gehörenden Insel Maui, Kauai und Oahu wurden Hurrikan-Warnungen ausgegeben. Die Behörden warnten vor heftigen Winden, starker Brandung und großen Niederschlagsmengen.

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