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Diskussion nach BR-Berichterstattung über Wolfhybriden | BR24

© picture alliance / Arco Images GmbH

DokThema: Nach der Ausstrahlung einer Dokumentation über Wolfhybriden ist eine hitzige Diskussion entbrannt

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    Diskussion nach BR-Berichterstattung über Wolfhybriden

    Welche Folgen hat die Vermehrung von Wolf-Hund-Mischlingen für Halter und Artenschutz? Darüber berichtete DokThema am 10. April. Nun wird darüber heftig diskutiert - vor allem von Leuten, die solche Hunde besitzen.

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    Ausgangspunkt für die Recherchen waren die Beobachtungen von Autorin Susanne Roser in einem Chat über Wolf(s)hunde. Darin berichtete eine Userin von massiven Problemen mit einem aus Kanada eingeführten amerikanischen Wolfhund, der mit falschen Papieren gekommen sei. Sein Halter sei überfordert und suche dringend jemanden, der den Hund übernehmen könnte.

    So ist die Autorin auf die Wolfshunde-Auffangstation von Anna Caroline Hein gestoßen. Die Betreiberin hat erzählt, dass es hier tatsächlich ein großes Problem gibt, über das dringend mehr berichtet werden sollte: Wolf-Hund-Mischlinge, deren Haltung so anspruchsvoll ist, dass sie viele überfordert. Und das Bedrohliche sei: "Es werden immer mehr produziert" - von Züchtern, die zu wenig aufklärten.

    Autorin recherchierte mehrere Jahre

    Über zwei Jahre war die Autorin mit Hein in Verbindung. Sie hat beobachtet, dass es tatsächlich immer mehr Angebote im Netz gibt und hat auch Heins Höhen und Tiefen bei ihrem privaten Einsatz für die Tiere mitbekommen. Sie hat mit verschiedenen Experten Hintergrundgespräche geführt, die ihr gesagt haben, es müsste dringend über das Thema berichtet werden.

    Die kontaktierten Experten möchten selbst hierzu nicht vor die Kamera, da Leute, die sich kritisch über Wolfhunde äußern, schon massiv bedroht worden seien. Schließlich kam der Tipp, zu Daniel Weigend nach Andalusien zu gehen. Weigend betreibt dort einen Wolfspark. Seine erste Reaktion war: "Endlich macht einmal jemand etwas zu diesem Thema". Und er sei jederzeit bereit, seine Kritik vor der Kamera zu äußern.

    Um welche Hunde es (nicht) geht

    In der Dokumentation wurde nicht auf die in Deutschland anerkannten Wolfhunderassen Sarloos und Tschechoslowakischer Wolfhund eingegangen, da sie nicht Thema des Films waren. Die Redaktion DokThema möchte hier auch noch einmal betonen, dass der Film an keiner Stelle behauptet, dass diese Tiere für den Menschen bereits gefährlich geworden wären. Vielmehr sollten die Positionen verschiedener Seiten beleuchtet werden, so auch die Perspektive der Züchter.

    Mehrere Züchter wurden angefragt, doch die Forderung war immer wieder, dass nur positiv berichtet werden sollte. Einzig Denise Ehmer stimmte zu, bei einem Film mitmachen zu wollen, der über die besonderen Anforderungen der Tiere aufklären möchte.

    Es war klar, dass dies eine ausgesprochen mutige und verantwortungsvolle Entscheidung ist. Um so bedauerlicher, dass sie von einigen Usern deswegen angegriffen wurde.

    © BR

    User-Kommentare auf der Facebook-Seite von BR24

    Ihre nachträgliche Stellungnahme von GrandLine Wolfdogs zeigt, dass es viele Übereinstimmungen gibt. Denise Ehmer schreibt, dass sie "mit Sorge seit längerem die Wolfhunde-Mischlingszucht beobachte und nur noch auf einen Knall warte, leider".

    Wolfshunde sind keine Monster

    Dem kann nur zugestimmt werden, genau diese Problematik sollte mit dem Film aufgezeigt werden. Niemals wurde gesagt, dass Wolfshunde/Wolfhunde/Hybriden Monster oder bösartige Tiere sind. Es sind zweifellos schöne Tiere, bei denen aber, wie Denise Ehmer völlig korrekt schreibt, "spezielle Voraussetzungen gegeben sein müssen, bevor man sich solch ein Tier anschafft".

    Weiter ist zu lesen: "Auf jeden Fall sind Wolfhunde speziell und die planlose, wilde Vermehrerei muss aufhören. Ebenso müssen Importe strenger kontrolliert werden, um so den leider 'bequemen' Onlinekauf dieser Tiere zu unterbinden". Genau darüber wollte der Film aufklären. Doch um in einem Film solche Forderungen aufzustellen, muss aufgezeigt werden, wo die Problematik liegt und es können nicht nur die schönen Seiten der Wolf-Hund-Mischlinge gezeigt werden.

    Debatte mit viel Emotion

    Die Redaktion versteht, dass die Debatte über die Mischlingshunde emotional geführt wird. Die besonderen Tiere haben viele Fans und diejenigen Halter, die ihr Leben voll auf sie eingerichtet haben, fürchten sicherlich um den Ruf ihrer Tiere. Im Film wird nicht behauptet, dass Wolfshunde gefährlicher sind als andere Hunde. Dennoch gibt es nun eine problematische Entwicklung. Denn es kommen - da die Tiere immer mehr nachgefragt werden - immer mehr in den Handel. Und so gelangen auch immer mehr Tiere zu Haltern, die im Umgang mit ihnen nicht ausreichend geschult sind.