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Bildrechte: blickwinkel / McPHOTO / B. Leitner / picture alliance

Es hatte nach einer recht günstigen Heizsaison aus. Dann aber kam der außergewöhnlich kalte April – und der ließ die Heizungsrechnung noch kräftig steigen. Im Vergleich zum April 2020 musste man etwa 50 Prozent mehr Energie fürs Heizen einsetzen.

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Historisch kalter April lässt Heizkosten steigen

Es hatte nach einer recht günstigen Heizsaison aus. Dann aber kam der außergewöhnlich kalte April – und der ließ die Heizungsrechnung noch kräftig steigen. Im Vergleich zum April 2020 musste man etwa 50 Prozent mehr Energie fürs Heizen einsetzen.

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Von
  • Dirk Vilsmeier

Der kalte April hat die in diesem Winter eigentlich recht günstigen Heizkosten doch noch in die Höhe getrieben. Nachdem im März der Deutsche Wetterdienst vom zehnten zu warmen Winter in Folge gesprochen hatte, gehörte der April jetzt – mit 13 Frosttagen - zu den kältesten April-Monaten seit Jahrzehnten.

Im Vergleich mit dem April-Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre, sei der April 2021 um fast drei Grad kälter gewesen, so der DWD. Die Auswirkungen auf die Heizkosten fallen allerdings unterschiedlich aus.

Energiebedarf stieg im April um 50 Prozent

Grundsätzlich war der Bedarf an Heizungsleistung heuer um etwa 50 Prozent größer als im April 2020, wie das Vergleichsportal Check24 errechnet hat. Dies führte laut dem Verbraucherportal Verivox zu einem Mehrverbrauch von etwa zehn Prozent an Energie in der gesamten Heizperiode im Winter 2020/21.

Die Kosten dafür müssen aber sehr individuell betrachtet werden. Sie hängen davon ab, ob Gas oder Heizöl genutzt wird (nur hierfür liegen Zahlen der beiden Vergleichsportale vor). Es spielt aber auch eine Rolle, wann das Heizöl gekauft wurde, da Heizöl in den vergangenen Monaten deutlich teurer wurde, oder wann ein Gasliefervertrag zu welchen Konditionen abgeschlossen wurde.

Heizen mit Gas macht den April um 54 Euro teurer

Als verallgemeinernde Durchschnittsberechnung geht Verivox bei einer Familie mit einer Gasheizung von Heizkosten in diesem Winter in Höhe von 1.076 Euro aus – knapp sechs Prozent mehr als im Winter 2019/20. Check24 geht bei seinem Musterhaushalt von 1.154 Euro Kosten für Gas aus – etwa neun Prozent mehr als im Vorjahr. Allein der kalte April stehe dabei für 54 Euro mehr Heizkosten, heißt es – also rund die Hälfte der zusätzlichen Kosten für den gesamten Winter.

Heizkosten für Öl ausnahmsweise niedriger

Beim Heizöl sieht es etwas anders aus. Zwar fiel der gestiegene Energiebedarf mit zehn Prozent natürlich genauso hoch aus wie beim Erdgas. Dafür aber lagen die Preise im vergangenen Herbst für Heizöl auf einem außergewöhnlich niedrigen Niveau. Den Berechnungen von Verivox zufolge musste eine Familie (drei bis vier Personen in einem Einfamilienhaus) deshalb nur 1.030 Euro für Heizöl in diesem Winter ausgeben – knapp ein Prozent weniger als im Vorjahr. Zu Grunde gelegt wurden aber Durchschnittspreise für den gesamten Winter. Die persönliche Rechnung kann also, je nach Zeitpunkt des Heizölkaufs, ganz anders aussehen.

Allein schon die Einführung eines CO2-Preises zum Jahreswechsel macht einen deutlichen Unterschied. Hinzu kommt die wieder normale Mehrwertsteuer. Generell heißt es bei Verivox: "Wer im September 2020 seinen Tank auffüllte, hat sogar eine der günstigsten Heizperioden überhaupt hinter sich." Allerdings würden "steigende Erdölpreise und ein schrittweise höherer CO2-Preis das Heizen mit Öl mittel- bis langfristig immer unattraktiver machen."

Öl machte den April um 61 Euro teurer

Die Rechnung von Check24 fällt ähnlich aus: Wer im September Heizöl gekauft hat, den kostete dieser Winter, als Durchschnittshaushalt, 1.003 Euro – 56 Euro weniger als 2019/2020 (also rund fünf Prozent). Der Vergleich allein für den April aber sorgte demnach für Mehrkosten im Vergleich zum Vorjahr von 61 Euro.

Interesse an Heizungstausch wächst

Möglicherweise wird sich aber an den Durchschnittswerten in den kommenden Jahren etliches ändern. Zum einen wird der CO2-Preis für fossile Energien in den kommenden Jahren steigen, heizen mit Öl und Gas also verteuern. Zum anderen erneuern immer mehr Haushalte ihre Heizungsanlagen. Der Bundesverband der deutschen Heizungsindustrie (BDH) hat seit dem vergangenen Sommer ein spürbar wachsendes Interesse am Heizungstausch festgestellt. Um 13 Prozent stieg demnach die Nachfrage.

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