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Bildrechte: pa / dpa / Koki Kataoka

Die chinesische Raumfahrtbehörde hat das erste Modul einer künftigen Weltraumstation in All geschickt. Chinas erste Raumstation soll bis Ende 2022 fertig werden.

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"Himmelspalast" - China beginnt Bau einer Raumstation

China verfolgt ehrgeizige Ziele. Während das Ende der internationalen Raumstation ISS naht, beginnt die Volksrepublik mit dem Bau eines eigenen Außenpostens im Weltraum. Das erste Rakete mit dem Kernmodul an Bord ist gestartet.

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  • BR24 Redaktion

Das 22 Tonnen schwere Modul, dessen Name übersetzt "Himmlische Harmonie" bedeutet, soll den Hauptteil der Raumstation bilden, die offiziellen Angaben zufolge "um 2022" fertig gestellt werden soll und auf zwei ältere chinesische Raumlabore folgt, die nicht mehr existieren.

Umlaufbahn erreicht

Zehn Minuten nach dem Start trennte sich das Modul erfolgreich von der Rakete, was lauten Applaus im Kontrollzentrum auslöste. Wenig später erreichte "Tianhe" seine vorbestimmte Umlaufbahn, wie chinesische Staatsmedien berichteten. Chinas Premier Li Keqiang verfolgte den Start vom Raumfahrtzentrum in Peking aus.

"Tianhe" ist 16,6 Meter lang und hat einen Durchmesser von 4,2 Metern. Drei Raumschiffe können gleichzeitig andocken - zwei auch für längere Zeit. Das Kernmodul sorgt für Strom und Antrieb. Es bietet Unterkünfte für drei Astronauten, die bis zu sechs Monate an Bord bleiben können. Zwei ähnlich große Module für wissenschaftliche Experimente sollen T-förmig angebaut werden.

Suche nach Weltgeltung in All

Knapp drei Jahrzehnte nach den ersten Plänen für den Bau einer Raumstation beginnt die junge Raumfahrtnation China damit, sich mit dem "Himmelspalast" - chinesisch "Tiangong" - den Traum eines eigenen Außenpostens im All zu erfüllen. Wenn die veraltete internationale Raumstation ISS wie geplant in den kommenden Jahren ihren Dienst einstellt, wäre China danach die einzige Nation, die einen ständigen Außenposten im Weltraum betreibt. Wegen der Bedenken der USA war China seinerzeit nicht eingeladen worden, an der ISS mitzuwirken.

"Allgemein demonstriert eine Raumstation die Breite der Raumfahrttechnik in einem Land", sagte der frühere deutsche Astronaut Reinhold Ewald, heute Professor an der Universität Stuttgart, der Deutschen Presse-Agentur.

Rascher Ausbau angestrebt

China ist bestrebt, seine Präsenz im All schnell aufzubauen. In den kommenden Wochen sollen zwei weitere Flüge kurz nacheinander zur Raumstation starten. Im Mai könnte schon das Cargo-Raumschiff "Tianzhou 2" mit Treibstoff und Versorgungsgütern andocken. Auch bereiten sich drei Astronauten vor, an Bord von "Shenzhou 12" möglicherweise im Juni zu "Tianhe" zu fliegen. Insgesamt sind elf Flüge geplant - drei Flüge mit Modulen, vier Frachtmissionen und vier bemannte Raumflüge.

Palast mit begrenzter Fläche

Chinas Raumstation wird allerdings weniger als halb so groß sein wie die ISS mit 240 Tonnen. Der "Himmelspalast" sei eher mit der früheren russischen Raumstation "Mir" vergleichbar, sagen Experten. Zwar wurde die ISS schon als zu groß kritisiert, doch biete Größe mehr Raum für Forschung, für Astronauten und mehr Sicherheit in Notfällen, hieß es.

Neben wissenschaftlichen Versuchen in Schwerelosigkeit, im Vakuum und unter Strahlung bietet "Tiangong" dem chinesischen Raumfahrtprogramm aber neue Möglichkeiten, um die nötigen Voraussetzungen für weitere Missionen in die Tiefen des Weltalls zu erfüllen.

Internationale Nutzung ist nicht geplant

"Es lässt sich testen, wie Menschen ins All vorstoßen können und was man auf dem Weg zum Mond oder Mars noch braucht", sagte Ex-Astronaut Ewald, der 1997 an Bord der "Mir" war und später federführend die Flüge europäischer Kollegen zur ISS vom Boden aus unterstützt hat. Die Raumstation könne dazu genutzt werden, bessere Lebensverhältnisse im All und neue Systeme für weitere Missionen zu entwickeln.

Eine internationale Nutzung der Raumstation Tiangong wie bei der Internationalen Raumstation ISS ist nicht geplant. Peking hat jedoch erklärt, offen für ausländische Kooperation in der Weltraumforschung zu sein.

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