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Hexenprozess in zweiter Instanz | BR24

© pa/dpa

Hexe vor Walpurgisfeuer

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    Hexenprozess in zweiter Instanz

    In Italien will man den Prozess gegen eine als Hexe verurteilte Frau neu aufrollen. Nach fast 300 Jahren will das zuständige Gericht in Trient sich offenbar des Berufungsverfahrens annehmen. Ein Historiker ist beauftragt, Beweismaterial zu sammeln.

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    Maria Bertoletti Toldini di Pilcante ist am 14. März 1716 als Hexe enthauptet und verbrannt worden. Mit der Berufungsverhandlung will die norditalienische Kleinstadt Brentonico östlich des Gardasees ein Zeichen setzen: Die heutigen Menschen sollen daran erinnert werden, dass Hexenprozesse "wirkliche Verbrechen gegen die Menschlichkeit" waren, sagt Kulturstadtrat Quinto Canali.

    Gericht will den Fall auch verhandeln

    Der Gemeinderat des östlich des Gardasees gelegenen Ortes hat demnach einen Historiker beauftragt, Beweismaterial zu sammeln, um es dem Berufungsgericht in der Provinzhauptstadt Trient vorzulegen. Zur Zeit der Hinrichtung vor fast 300 Jahren gehörte Brentino zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Hexenprozesse seien dort vor zivilen Gerichten geführt worden, erklärte Canali - und nicht von der katholischen Inquisition, wie in anderen Teilen des heutigen Italiens. Er habe Zusicherungen des Gerichts in Trient, dass es sich des Falles wirklich annehmen werde. Natürlich handele es sich nur um einen symbolischen Akt. Grünen-Politiker aus Süd- und Nordtirol hätten ihn aber schon kontaktiert und wollten daheim ähnliche Initiativen starten.