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Heuschrecken-Alarm: Somalia und Pakistan rufen Notstand aus | BR24

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Es ist die schlimmste Plage seit Jahrzehnten. Riesige Heuschreckenschwärme bedrohen die ohnehin schon schwierige Versorgungslage der Menschen im östlichen Afrika.

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Heuschrecken-Alarm: Somalia und Pakistan rufen Notstand aus

Wegen der schlimmsten Heuschreckenplage seit Jahrzehnten haben sowohl das ostafrikanische Land Somalia als auch Pakistan den Notstand ausgerufen. In beiden Ländern gefährden die Insekten die Versorgungslage und Ernährungssicherheit der Menschen.

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Die massenhafte Vermehrung der Wüstenheuschrecken bedrohe die ohnehin instabile Versorgungslage in Somalia, erklärte das Agrarministerium am Sonntag in Mogadischu. Das ostafrikanische Land gehört zu den ärmsten Staaten der Welt. Die Heuschreckenschwärme seien aktuell ungewöhnlich groß und vernichteten die Nahrungsgrundlage von Mensch und Tier.

Pakistan: Heuschrecken vernichten Baumwolle, Weizen, Mais

In Pakistan ist die Situation ähnlich. Auch hier fürchten die Behörden angesichts der gefräßigen Insekten um die Ernährungssicherheit der Bevölkerung. "Wir stehen der schlimmsten Heuschreckenplage in mehr als zwei Jahrzehnten gegenüber und haben entschieden, den nationalen Notstand zu erklären", so Informationsminister Imran Khan am Samstag. "Ich habe Zweifel, dass wir unser Weizenproduktionsziel von 27 Millionen Tonnen dieses Jahr erreichen können", befürchtet Nisar Khaskhali, Mitglied der Landwirtschaftskammer.

Die Heuschreckenschwärme waren im vergangenen Juni aus dem westlichen Nachbarland Iran nach Pakistan eingedrungen und hatten sich zuerst im Südwesten des Landes über Baumwolle, Weizen, Mais und anderes Getreide hergemacht. Von der südlichen Provinz Sindh zogen sie bis in die nordwestliche Provinz Khyber Pakhtunkhwa.

Somalia: Riesige Schwärme vernichten ganze Landstriche

Die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) hatte bereits vor rund zwei Wochen vor einer Heuschreckenplage in ganz Ostafrika gewarnt. Die Insekten vermehrten sich dank der derzeitigen Wetterbedingungen in Somalia, Kenia und Äthiopien mit außergewöhnlicher Geschwindigkeit. Sollten die Tiere nicht rasch wirksam bekämpft werden, drohe bis Juni eine Vermehrung um das 500-fache, warnten die Experten.

Wüstenheuschrecken leben normalerweise als Einzelgänger. Unter bestimmten Bedingungen schließen sie sich zu riesigen Schwärmen zusammen und beginnen zu wandern. Laut FAO können sie bis zu 150 Kilometer am Tag zurücklegen und in ihrem Drang zu fressen und sich zu vermehren ganze Landstriche verwüsten.

Die Schwärme in Äthiopien, Kenia und Somalia seien in ihrer Größe und ihrem Zerstörungspotenzial "beispiellos", hatte die UN-Landwirtschaftsorganisation (FAO) im Januar mitgeteilt. Am Samstag wurden die Insekten sogar in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba gesichtet.