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Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache beendet politische Karriere | BR24

© dpa-Bildfunk

Heinz-Christian Strache

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    Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache beendet politische Karriere

    Nach dem Debakel der FPÖ bei der Parlamentswahl in Österreich lässt Ex-Parteichef Heinz-Christian Strache seine Mitgliedschaft bei den Rechtspopulisten ruhen und beendet seine politische Karriere. Das teilte der 50-Jährige in Wien mit.

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    Nach dem Debakel der FPÖ bei der Nationalratswahl am Sonntag trat Karl-Heinz Strache heute in Wien vor die Presse und erklärte seine politische Karriere für beendet. Zudem lässt er seine Mitgliedschaft bei den Rechtspopulisten ruhen.

    Er strebe unter anderem zum Schutz seiner Familie keine politischen Funktionen mehr an, sagte der 50-Jährige ehemalige Vizekanzler Österreichs. Auch wolle er jeden weiteren Schaden von der FPÖ abwenden und "eine Zerreißprobe und Spaltung" der Partei verhindern. Es sei wichtig, dass die FPÖ ein bedeutender Faktor in der österreichischen Politik bleibe.

    Ibiza-Affäre kostet FPÖ Stimmen

    Die Ibiza-Affäre um Heinz-Christian Strache hat die FPÖ bei der Nationalratswahl Stimmen gekostet. Rund 250.000 Wähler wanderten zur konservativen ÖVP um Sebastian Kurz.

    Am 17. Mai war ein Video bekannt geworden, das den damaligen Vize-Kanzler von Österreich und FPÖ-Chef zeigt. Strache spricht sich darin dafür aus, österreichische Medien zu kaufen. Das Video, das Strache anfällig für Korruption erscheinen ließ, hatte eine Kettenreaktion zur Folge: Nach dem Rücktritt Straches von allen Ämtern kündigte Kurz auch die ÖVP-FPÖ-Koalition auf. Wenige Tage später folgte ein Misstrauensvotum, mit dem Kurz als Kanzler vom Nationalrat gestürzt wurde. Seitdem regiert ein Expertenkabinett unter Kanzlerin Brigitte Bierlein das Land.

    Spesen-Affäre vergrault weitere FPÖ-Wähler

    Kurz vor der Wahl war zudem eine Spesen-Affäre rund um Ex-FPÖ Chef an die Öffentlichkeit gekommen. Er soll Privatausgaben über die Partei abgerechnet haben. Das vergraulte zusätzlich FPÖ-Wähler.

    Die Staatsanwaltschaft Wien ermittelt gegen Strache, weil er möglicherweise Spesen falsch abgerechnet und sich so Parteigelder in die eigene Tasche gesteckt hat. Strache bestreitet die Vorwürfe gegen ihn bisher vehement.

    Bei den Neuwahlen am Sonntag sind die Rechtspopulisten auf 16,2 Prozent der Stimmen abgestürzt - ein Minus von fast zehn Prozentpunkten im Vergleich zur Wahl 2017.