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Heinrich Bedford-Strohm verteidigt Schiff zur Seenotrettung | BR24

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Heute ist die Taufe eines Schiffs, das zur Seenotrettung im Mittelmeer bestimmt ist. Gekauft wurde es von einem Bündnis, an dem die Evangelische Kirche beteiligt ist. Das sei "eine ungewöhnliche Aktion", aber notwendig, sagt der EKD-Ratsvorsitzende.

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Heinrich Bedford-Strohm verteidigt Schiff zur Seenotrettung

Heute ist die Taufe eines Schiffs, das zur Seenotrettung im Mittelmeer bestimmt ist. Gekauft wurde es von einem Bündnis, an dem die Evangelische Kirche beteiligt ist. Das sei "eine ungewöhnliche Aktion", aber notwendig, sagt der EKD-Ratsvorsitzende.

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Das ehemalige Forschungsschiff "Poseidon", das künftig Flüchtlinge im Mittelmeer aus Seenot retten soll, wird heute in Kiel neu getauft.

Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm hat die Initiative der evangelischen Kirche verteidigt, sich mit Hilfe eines Bündnisses am Kauf dieses Schiffes zur Seenotrettung zu beteiligen. "Es ist eine ungewöhnliche Aktion. Aber ich glaube schon, dass sie sehr viel zu tun hat auch mit dem christlichen Glauben", sagte Bedford-Strohm in der radioWelt auf Bayern 2.

"Im Zentrum der Gebote steht das Doppelgebot der Liebe - Gott lieben und den Nächsten lieben. Und wenn Menschen in Lebensgefahr sind, wenn Menschen ertrinken, dass wir dann helfen müssen, das ist eigentlich eine Grundintuition, die fast alle Menschen haben."

Zivile Seenotrettung notwendig

Bedford-Strohm, der heute das Segenswort bei der Taufe des Schiffes halten wird, machte klar: "Wenn es so ist, dass die staatliche Seenotrettung schlicht eingestellt worden ist und niemand da ist, der diese Menschen rettet, dann muss man die zivile Seenotrettung unterstützen. Und genau das tun wir."

Der EKD-Ratsvorsitzende bedankte sich dabei für die zahlreichen Spenden und rief zu weiteren auf.

"Wir brauchen auch weiterhin Spenden, denn wir wollen ja auch über den Kauf dieses Schiffes hinaus, die aktive Seenotrettung unterstützen."

Forderung nach Verteilmechanismus

Bedford-Strohm forderte einen europäischen Verteilmechanismus, bei dem klar sei, "dass Menschen, die gerettet werden, auch an Land gehen können".

Die verschiedene Staaten Europas müssten zusammenhelfen, die Hilfsbereitschaft dafür sei in den Städten und Dörfern Europas vorhanden, betonte Bedford-Strohm. "Deswegen geht es darum, politisch dafür einzutreten, dass dieser verlässliche europäische Verteilmechanismus geschaffen wird."

Ab Ostern im Einsatz im Mittelmeer

Der EKD-Ratsvorsitzende geht davon aus, dass das Schiff nach der Taufe heute und Umbauarbeiten in Spanien, um Ostern herum zur Seenotrettung im Mittelmeer auslaufen kann.

"Vielleicht ist das auch ein gutes Symbol, wenn wir Ostern die Auferstehung Jesu Christi feiern und dann im Mittelmeer unterwegs sind."

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