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Heimatschutz-Dienst der Bundeswehr startet | BR24

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Bildrechte: pa / dpa

Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer setzt Hoffnungen auf die begonnene Ausbildung von 325 Rekruten für den Freiwilligendienst der Bundeswehr im Heimatschutz. Sie sollen im Objektschutz, Katastrophenhilfe und Sanitätsdienst eingesetzt werden.

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Heimatschutz-Dienst der Bundeswehr startet

Die ersten 325 Rekrutinnen und Rekruten haben heute mit ihrer Ausbildung im neuen Heimatschutz-Dienst der Bundeswehr begonnen. Der freiwillige Wehrdienst steht unter dem Motto "Dein Jahr für Deutschland".

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Von
  • Birgit Schmeitzner

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer sprach von einem großen Interesse. Rund 9.000 junge Männer und Frauen haben sich demnach bisher über das neue Angebot der Bundeswehr informiert. Ein Ausmaß, das die Ministerin als überraschend bezeichnete. Offenbar gebe es gerade in der jüngeren Generation das Bedürfnis, "dem Land und den Menschen in diesem Land etwas zurückzugeben und sich zu beteiligen". Auch habe sich gezeigt, dass sich viele junge Menschen für die Bundeswehr interessieren - aber zum Beispiel nicht in einen Auslandseinsatz geschickt werden wollen.

Einsatz im eigenen Umfeld

325 junge Frauen und Männer rücken heute ein – für die nächsten Quartale geht der stellvertretende Generalinspekteur der Bundeswehr, Markus Laubenthal, von ähnlichen Zahlen aus. Zunächst durchlaufen die Rekrutinnen und Rekruten die dreimonatige Grundausbildung, anschließend folgen vier weitere Monate mit einer Ausbildung im Sicherungs- und Objektschutz etwa von Gebäuden und Brücken.

Laubenthal zufolge geht es zum Beispiel um Sanitätsdienst, ABC-Abwehr oder Brandschutz. All das abgestimmt auf den Standort, für den sich die Freiwilligen bei der Bewerbung entschieden haben: bei der Heimatschutzkompanie, in der sie in den folgenden Jahren insgesamt fünf Monate Reservistendienst ableisten. Das könnte zum Beispiel auch Amtshilfe sein, wie sie die Bundeswehr aktuell im Corona-Krisenmanagement leistet. Auslandseinsätze sind nicht vorgesehen.

Voraussetzungen und Bewerbungsverfahren

Wer bei dem Pilotprojekt mitmachen will, muss einige Voraussetzungen erfüllen: Alter mindestens 17 Jahre, deutsche Staatsbürgerschaft, Schulpflicht erfüllt. Auch werden im Bewerbungsverfahren sowohl charakterliche als auch gesundheitliche Eignung geprüft. Laubenthal spricht von einem "ersten Screening", erst dann beginne die Ausbildung an der Waffe.

Konkurrenz für Soziales Jahr und "Bufdi"?

Kritik an dem neuen Angebot der Bundeswehr kommt von Wohlfahrtseinrichtungen und -verbänden. Sie sprechen von unnötiger Konkurrenz für bereits bestehende Freiwilligendienste. Umso mehr, als die Bundeswehr den normalen Sold zahlt - rund 1.550 Euro im Monat. Freiwilligendienste zahlen dagegen nur eine Art Taschengeld von ein paar hundert Euro.

Kramp-Karrenbauer will das Geld-Argument nicht gelten lassen: "Ich glaube, man kann den jungen Leuten in ihrer Motivation mehr zutrauen als nur die Frage: eigener Geldbeutel." Die Bundeswehr spreche eben andere Gruppen an als etwa das THW, und sie nehme dabei niemandem etwas weg.

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