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Ein angebliches Zitat von Annalena Baerbock zu Haustieren macht die Runde. Tatsächlich ist es frei erfunden.

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    #Faktenfuchs: Haustier-Zitat von Baerbock ist ein Fake

    Im Netz kursiert ein angebliches Zitat von Annalena Baerbock. Der Kanzlerkandidatin der Grünen wird unterstellt, aus Klimagründen das Ende der Haustierhaltung zu fordern. Tatsächlich ist das Zitat frei erfunden, wie der #Faktenfuchs zeigt.

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    Von
    • Max Gilbert
    • Patrizia Kramliczek

    Ein sogenanntes Sharepic macht gerade auf mehreren sozialen Netzwerken und privaten Messenger-Diensten die Runde. Darauf zu sehen: Ein Foto von Annalena Baerbock, der Kanzlerkandidatin der Grünen [zum Portrait].

    Darüber befindet sich ein Zitat, in dem es heißt, dass durch "den Wegfall der Hunde in Deutschland ca. 19 Millionen Tonnen Kolenstoffdioxid" [Rechtschreibung des Zitats, Anm. d. Red.] eingespart werden könnten. Dazu würden weitere Tiere wie Katzen und Pferde kommen.

    Weiter heißt es: "Die private Tierhaltung muss daher ein Ende haben und wenn es durch eine CO2 Steuer auf Haustiere erfolgt." Das Zitat wird Annalena Baerbock zugeschrieben.

    Kein Beleg für das Zitat

    Doch es gibt keine Belege dafür, dass Baerbock dies gesagt hat, wie der #Faktenfuchs zeigt.

    Eine Quelle für das Zitat wird in dem Sharepic nicht genannt. Frei verfügbare Suchmaschinen liefern keine Belege für das angebliche Zitat von Baerbock. Auch eine Suche in einer Zeitungs- und Agenturdatenbank, auf die der Bayerische Rundfunk Zugriff hat, liefert keinen Hinweis auf eine tatsächliche Äußerung des im Sharepic verwendeten Zitats von Baerbock.

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    Bildrechte: Facebook / BR

    Fake News: Es gibt keine Hinweise, dass Annalena Baerbock die Aussage zur Haustierhaltung getroffen hat.

    Grünen-Pressesprecherin: Zitat "frei erfunden"

    Auf Nachfrage des #Faktenfuchs schreibt Nicola Kabel, Pressesprecherin der Grünen: "Das Zitat ist schlicht frei erfunden, Annalena Baerbock hat das nicht gesagt." Auch Faktenchecks von Mimikama, Correctiv und AFP zeigen, dass das Baerbock zugeschriebene Zitat ausgedacht ist und nicht belegt werden kann.

    Falschmeldungen und Fake News wie dieses Sharepic enthalten auch oft formale Fehler wie zum Beispiel Rechtschreibfehler. Das ist auch in diesem Post der Fall - ein fehlendes "h" bei "Kohlenstoffdioxid", ein fehlendes Komma und am Ende ein Punkt zu viel. In dem Sharepic heißt es außerdem im Anschluss an das erfundene Zitat, dass Baerbock 39 Jahre sei. Baerbock ist seit Dezember 2020 40 Jahre alt.

    Haustiere kein Wahlkampfthema der Grünen

    Klima und Umwelt sind ein Kernthema der Grünen, Haustiere nicht. Im Wahlprogrammentwurf der Grünen für die kommende Bundestagswahl in diesem Herbst findet sich kein Hinweis darauf, dass die Grünen ein Ende der Haustierhaltung fordern. Das Wort "Haustier" kommt nicht ein einziges Mal vor. Auch von Hunden, Pferden oder Katzen ist darin keine Rede.

    Anfang März 2021 forderten zwar die Bremer Grünen in einem Positionspapier eine Art Haustier-Führerschein - aber auch diese Idee wollen die Grünen auf Bundesebene nicht angehen.

    Die Strategie, öffentliche Personen oder Personengruppen mit falschen Zitaten zu einem angeblichen Haustierverbot diskreditieren zu wollen, ist nicht neu. Immer wieder wird behauptet, dass Haustiere verboten oder abgeschafft werden sollen - insbesondere Hunde. So wurde in der Vergangenheit zum Beispiel mehrfach die Falschbehauptung verbreitet, dass Muslime Hunde verbieten wollten, wie Faktenchecks von Mimikama zeigen.

    Fazit

    Es gibt keine Belege, dass Annalena Baerbock das ihr zugeschriebene Zitat zu einem angeblichen Haustierverbot wirklich gesagt hat. Laut der Pressesprecherin der Grünen ist das Zitat "frei erfunden", Baerbock habe das nie gesagt. Auch im Internet und in Archiven findet sich kein Beleg für diese Aussage.

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