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Feuerwehrleute setzen einen Spürhund ein, um nach dem Einsturz zweier mehrstöckiger Gebäude in Marseille, nach Opfern zu suchen.
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BR24 Redaktion
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Feuerwehrleute setzen einen Spürhund ein, um nach dem Einsturz zweier mehrstöckiger Gebäude in Marseille, nach Opfern zu suchen.

Nach den Hauseinstürzen in Marseille haben Rettungskräfte am Freitag ein achtes Todesopfer entdeckt. Dabei handelte es sich nach ihren Angaben um die Leiche einer Frau. Wahrscheinlich ist sie das letzte Opfer des Unglücks vom Montag in der südfranzösischen Hafenstadt. Die Behörden waren stets von insgesamt acht Vermissten ausgegangen.

Rettungskräfte müssen die Arbeit immer wieder unterbrechen

Die Bergungskräfte setzten auch am Freitag ihre Räumarbeiten rund um die eingestürzten Häuser fort. Dabei mussten sie sehr vorsichtig vorgehen, weil auch angrenzende Häuser einzustürzen drohten. Immer wieder mussten sie in den vergangenen Tagen ihre Arbeit unterbrechen, um gefährdete Gebäude ganz oder teilweise einzureißen. In der Nacht zum Freitag wurden erneut 236 Einwohner aus dem betroffenen Viertel auf Kosten der Stadt in Hotels untergebracht.

Marseille: 100.000 Menschen durch Unterkunft gefährdet

Die drei alten Häuser im Zentrum Marseilles waren am Montag eingestürzt. Zwei von ihnen waren so marode, dass sie leer standen. In Marseille leben nach einem Gutachten von 2015 rund 100.000 Menschen in Unterkünften, die ihre Gesundheit oder sogar ihre Sicherheit gefährden. Deshalb wurde nach dem Einsturz massive Kritik an Bürgermeister Jean-Claude Gaudin laut.

Bürgermeister von Marseille wehrt sich gegen massive Kritik

Der seit 23 Jahren amtierende Bürgermeister wies erneut alle Kritik zurück. Er habe schon vor langer Zeit mit dem Abriss maroder Häuser begonnen, sagte Gaudin am Freitagmorgen vor der Presse. Doch sei dies ein langwieriger Prozess, vor allem, wenn die betroffenen Gebäude in Privatbesitz seien. Angesichts einer derartigen Tragödie sei es jedoch "natürlich", dass er als Stadtoberhaupt als "Sündenbock" herhalten müsse.