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Halbes Jahr nach NSU-Urteil: Nebenklage zieht bittere Bilanz | BR24

© dpa-Bildfunk/Lino Mirgeler

Nach dem Urteil im NSU-Prozess demonstrieren am 11. Juli 2018 in München Demonstranten mit Porträts der NSU-Opfer.

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    Halbes Jahr nach NSU-Urteil: Nebenklage zieht bittere Bilanz

    Ein halbes Jahr nach dem Urteil im NSU-Prozess zieht Nebenkläger-Anwalt Alexander Hoffmann eine bittere Bilanz: Die Vorfälle in Chemnitz haben gezeigt, dass die Strukturen, die den NSU gestärkt haben, weiterhin existieren.

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    "Wir werden es auch in Zukunft wieder mit Anschlägen und schweren Verbrechen zu tun haben, die aus diesen Strukturen kommen", erklärt Nebenkläger-Anwalt Alexander Hoffmann gegenüber dem Bayerischen Rundfunk. Die Urteile im NSU-Prozess zeigten, dass sich die Gesellschaft nicht darauf verlassen könne, dass "die Justiz, die Polizei, die Staatsanwaltschaften oder die Staatsschutzsenate einen erfolgreichen Kampf gegen Nationalismus, gegen Neonazis, gegen Antisemitismus führen", kritisiert Hoffmann weiter.

    Rechtsrock-Szene hat eine wichtige Rolle für den NSU gespielt

    Eine zentrale Rolle bei der Unterstützung des NSU hat die Rechtsrock-Szene gespielt. Diese ist heute so stark wie nie zuvor. Die meisten der oft als Musikfestivals getarnten Politveranstaltungen finden in Thüringen statt – das Bundesland, aus dem das "Kerntrio" des NSU stammt. Für Thüringens Innenminister Georg Maier ist der Kampf gegen Rechtsrock deshalb "Chefsache", wie er im Bayern 2-Feature "Was bleibt vom NSU-Prozess?" erklärt: "Es sind über die letzten zehn Jahre Strukturen gewachsen, dass die Nazis Immobilien kaufen, dass sie Gaststätten betreiben – dass sie sich so ein bisschen den Mantel des Bürgerlichen geben. Das Gift ist immer weiter eingesickert, so dass viele Leute sagen: Lass sie doch machen, die wollen ja nur ihre Meinung äußern."

    NSU-Prozess machte Ralf Wohlleben zum Helden der rechten Szene

    Bestärkt habe die rechte Szene auch, dass Ralf Wohlleben, ein maßgeblicher Unterstützer des NSU, eine Woche nach Ende des NSU-Prozesses freigelassen wurde. "Er ist schon so eine Art Märtyrer", erklärt Georg Maier. Mit den Rechtsrock-Veranstaltungen versorge sich die Neonazi-Szene mit dem, was sie brauche: Selbstbestätigung und Geld. Aus Rechtsrock-Netzwerken wurde schon der NSU mit Geld, Ausweispapieren, konspirativen Wohnungen, Sprengstoff und vermutlich auch mit Waffen versorgt. Heute bestehe durchaus wieder die Gefahr, dass aus dieser Szene heraus terroristische Strukturen entstünden, so Georg Maier weiter.