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Hafen für Rettungsschiff: "Alan Kurdi" darf nach Italien | BR24

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Die "Alan Kurdi" der Rettungsorganisation "Sea Eye" brachte 32 vor Libyen aufgenommene Flüchtlinge nach Pozzallo auf Sizilien. Das deutsche Rettungsschiff hatte die Migranten Donnerstag Nacht von einem überfüllten Boot gerettet.

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Hafen für Rettungsschiff: "Alan Kurdi" darf nach Italien

Die von der "Alan Kurdi"-Crew geretteten 32 Migranten dürfen in Italien an Land. Anders als in der Vergangenheit mussten die deutschen Helfer nur kurz auf eine Einlauferlaubnis warten.

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Das deutsche Rettungsschiff "Alan Kurdi" mit 32 geretteten Migranten an Bord hat einen Hafen gefunden. Die italienischen Behörden hätten der Crew mitgeteilt, dass sie die Menschen nach Pozzallo im Süden Siziliens bringen solle, teilte der Vorsitzende der Regensburger Organisation Sea-Eye, Gorden Isler, mit. Man werde den Hafen bald erreichen.

In der Vergangenheit hatten private Rettungsschiffe auf dem Mittelmeer oft lange auf die Zuweisung eines Hafens warten müssen. "Das freut uns natürlich außerordentlich, dass es dieses Mal etwas schneller gegangen ist", sagte Isler.

Sea-Eye: Mittelmeer derzeit besonders gefährlich

Die "Alan Kurdi" hatte die Migranten in der Nacht von Donnerstag auf Freitag von einem überfüllten Kunststoffboot geborgen. Alle hatten angegeben, libysche Staatsbürger zu sein.

Die Flucht über das Meer sei in dieser Jahreszeit besonders gefährlich, weil sich das Wetter ständig ändere, hatte die Hilfsorganisation zuvor mitgeteilt. Wenn das Rettungsschiff die Flüchtlinge in dem überfüllten Kunststoffboot nicht gefunden hätte, wären sie laut Sea-Eye in einen Sturm geraten.

Das deutsche Rettungsschiff war vor einer Woche zu einem neuen Einsatz im Mittelmeer aufgebrochen - mit Unterstützung der katholischen Kirche. Nach Angaben von Sea-Eye finanziert das Erzbistum Paderborn die "Weihnachtsmission" des Schiffes. Wegen ausbleibender Spenden hatten die Regensburger Seenotretter zuvor eine Mission absagen müssen. Die "Alan Kurdi" soll nun in Palermo eine neu Crew bekommen und Anfang Januar zum nächsten Einsatz aufbrechen.

Weniger Flüchtlinge in Italien

Die Zahl der Flüchtlinge, die über das Mittelmeer Italien erreicht haben, ist in diesem Jahr auf die Hälfte des Vorjahresstandes zurückgegangen. Wie das Innenministerium mitteilte, gelangten im laufenden Jahr 11.439 Flüchtlinge nach Italien - 50,72 Prozent weniger als im Jahr 2018. Ein Jahr zuvor waren es noch 118.914 Flüchtlinge gewesen.

© BR/Sarah Zerback

Die von der "Alan Kurdi"-Crew geretteten 32 Migranten dürfen in Italien an Land. Anders als in der Vergangenheit mussten die deutschen Helfer nur kurz auf eine Einlauferlaubnis warten.