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Hackerangriffe auf deutsches Stromnetz nehmen zu | BR24

© dpa-Bildfunk/Carsten Rehder

Umspannwerk mit Strommasten in Schleswig-Holstein

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    Hackerangriffe auf deutsches Stromnetz nehmen zu

    Hackerangriffe auf das deutsche Stromnetz und andere sogenannte kritische Infrastrukturen haben einem Medienbericht zufolge deutlich zugenommen. Die registrierten Attacken sind gestiegen. Doch viele Angriffe werden erst gar nicht gemeldet.

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    Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) verzeichnet mehr Hackerangriffe auf kritische Infrastruktur wie Wasser- und Stromversorgung. Der "Welt am Sonntag" liegen dazu noch nicht veröffentlichte Zahlen vor. Von Mitte bis Ende 2018 wurden demzufolge 157 Hackerangriffe gezählt. In den zwölf Monaten davor waren es nur 145. 19 Cyberattacken zielten demnach auf das Stromnetz.

    Angriffe erreichen "neue Qualität"

    Dem Bericht zufolge geht es oft nicht mehr darum, Geld von Einrichtungen zur lebenswichtigen Versorgung zu erpressen, sondern zu sabotieren. Die Sicherheitsbehörden vermuten demnach, dass hinter solchen Attacken häufig ausländische Nachrichtendienste stecken. Die Angriffe erreichen laut BSI somit eine "neue Qualität".

    "Früher handelte es sich bei den Hackerattacken auf die kritische Infrastruktur vor allem um Spionageangriffe. Nun gibt es immer häufiger Sabotageangriffe." Verfassungsschutz von Nordrhein-Westfalen

    Keine Meldung aus Angst vor Imageschäden

    In Deutschland werden zu den Betreibern kritischer Infrastrukturen Organisationen und Einrichtungen aus den Bereichen Energie, Informationstechnik und Telekommunikation, Transport und Verkehr, Gesundheit, Wasser, Ernährung, Finanz- und Versicherungswesen, Staat und Verwaltung sowie Medien und Kultur gezählt.

    Viele Attacken werden laut BSI gar nicht gemeldet, weil die Versorger um ihr Image fürchten. Zwar besteht eine gesetzliche Meldepflicht für Angriffe auf Anbieter wichtiger Infrastruktur, zu denen beispielsweise Strom- und Gasversorger oder große Kläranlagen zählen. Viele kleinere Betreiber, darunter etwa auch Krankenhäuser oder Nahverkehrsanbieter, sind jedoch von der Pflicht ausgenommen.

    Neue Agentur für Cyber-Sicherheit geplant

    Katherina Reiche, Hauptgeschäftsführerin des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU), erklärte in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", eine zentrale Bundeszuständigkeit zur Cyber-Sicherheit sei notwendig, um mit schlanken Strukturen und kurzen Entscheidungswegen frühzeitig auf Cyber-Bedrohungen aller Art zu reagieren. Die Stadtwerke und Netzbetreiber müssten dabei einbezogen sein:

    "Die Stromversorgung als Herzschlag der digitalen Gesellschaft muss im Interesse der nationalen Sicherheit auch Teil der deutschen Cyber-Sicherheitsarchitektur werden."

    Die Bundesregierung will bis 2023 200 Millionen Euro in eine neuen Agentur für Cyber-Sicherheit stecken, um den Schutz vor Angriffen im Internet zu stärken. Angesiedelt werden soll sie in der Region Halle-Leipzig.